Die Peitingerin Franzi Schlögel ist neue Pächterin der Kenzenhütte
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Ab Mai will Franzi Schlögel mit ihrem Team die Gäste der Kenzenhütte mit regionalen und saisonalen Gaumenfreuden verwöhnen.

Bei Halblech in den Ammergauer Alpen

Peitingerin übernimmt beliebte Kenzenhütte - für Franzi Schlögel (23) wird ein Traum wahr

  • Christoph Peters
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Was für den einen das Meer ist, sind für Franzi Schlögel die Berge. Hoch oben fühlt sich die Peitingerin am wohlsten. Dort wird sie ab diesem Jahr noch mehr Zeit als sonst verbringen, denn die 23-Jährige ist die neue Pächterin der Kenzenhütte bei Halblech. Für Schlögel geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Peiting – Die Kenzenhütte in den Ammergauer Alpen bei Halblech ist ein beliebtes Ausflugsziel und Ausgangsbasis für zahlreiche Wanderungen. Bereits König Ludwig II. wusste die idyllische Lage inmitten des Kenzengebiets, eingebettet zwischen Kenzenkopf, Hasentalkopf und Grubenkopf, zu schätzen. Des Öfteren hat sich auch Franzi Schlögel schon auf den Weg hinauf gemacht, von ihrem Wohnort Peiting bis zum Talort Halblech ist es schließlich nicht weit. Dass sie einmal selbst die Gäste als Wirtin der urigen Hütte empfangen würde, konnte die Peitingerin da freilich noch nicht ahnen.

Auch jetzt kann die 23-Jährige noch nicht so recht fassen, dass ihr Traum von einer eigenen Berghütte tatsächlich in Erfüllung gehen soll. Denn viele hatten sich um die Nachfolge der scheidenden Wirtinnen beworben, entsprechend gering habe sie ihre eigenen Chancen gesehen, sagt Franzi Schlögel.

Dabei waren es die bisherigen Pächterinnen selbst gewesen, die bei der 23-Jährigen im vergangenen Jahr anklopften, ob sie sich die Nachfolge vorstellen könnte. Der eigentlich vorgesehene neue Pächter war überraschend abgesprungen. „Sie hatten gehört, dass ich mich vergeblich um eine andere Hütte beworben hatte“, erzählt die Peitingerin.

Die Kenzenhütte bei Halblech ist ein beliebtes Ausflugsziel in den Ammergauer Alpen.

Dass sie der 23-Jährigen die Aufgabe zutrauten, kommt nicht von ungefähr. Offenbar hatte sich der Lebenslauf der Peitingerin bereits herumgesprochen. Schon früh entdeckte die gelernte Bürokauffrau ihre Leidenschaft für die Gastronomie. Mit 14 verdiente sie sich ihr erstes Geld in der Küche als Spülerin, half später bei ihrer Mutter Silvia mit, die bekanntlich mit der „Hauswirtschafterei“ ein erfolgreiches Catering-Unternehmen betreibt. Mit 18 arbeitete sie den Sommer über das erste Mal in der Drehhütte in den Ammergauer Alpen mit. Immer wieder zog es Schlögel fortan in die Berge, es folgten Stationen in Sölden und zuletzt im vergangenen Sommer im Berner Oberland, wo sie in einem Bergrestaurant an ihrem gastronomischen Können feilte. Der Traum von der eigenen Berghütte, er schwang in dieser Zeit immer mit. Dennoch sei ihr „fast das Herz stehen geblieben“, als sie im November der ersehnte Anruf mit der Zusage für die Kenzenhütte erreichte, erinnert sich die 23-Jährige. „Die Freude war natürlich riesengroß.“

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Seitdem ist die Peitingerin voller Elan mit den Vorbereitungen auf ihren neuen Lebensabschnitt beschäftigt. Behördengänge müssen erledigt, geeignetes Personal gefunden werden. Immerhin sieben feste Mitarbeiter plus Aushilfen sind nötig, um den Hüttenbetrieb – angefangen von der Küche bis zu den 60 Übernachtungsplätzen – während der Sommermonate zu stemmen. Den Großteil des Teams habe sie bereits beisammen, sagt die 23-Jährige, nachdem ihre Suche in den sozialen Netzwerken zigfach geteilt worden war und sich daraufhin viele Interessenten gemeldet hatten. „Ich hätte nie gedacht, dass das so große Kreise zieht.“

Kein Wunder also, dass die junge Peitingerin anders als ihre Vorgängerinnen verstärkt auf die digitalen Möglichkeiten setzen möchte. Nicht nur auf der Internetseite, sondern auch bei Facebook und Instagram sollen Nutzer künftig Informationen rund um die Kenzenhütte finden.

Unterscheiden wird sich auch das kulinarische Angebot. Schlögel setzt auf eine neue Karte, will Gerichte mit regionalen und saisonalen Produkten anbieten – erste Ideen habe sie schon, verrät die 23-Jährige. „Aber die muss ich im Detail noch mit meinem Koch besprechen. Der erste Hüttenschnaps ist aber schon angesetzt.“

Bis zum 1. Mai muss alles stehen, dann soll auf der Kenzenhütte der Startschuss für die Sommersaison fallen – vorausgesetzt, die Corona-Pandemie macht dem Zeitplan keinen Strich durch die Rechnung. Die Vorfreude sei riesengroß, „auch wenn die ersten Wochen sicher happig werden“, ahnt Schlögel. Schließlich müssen sich die neue Hüttenwirtin und ihr Team erst einmal einspielen.

Bange vor der großen Aufgabe ist der 23-Jährigen aber nicht, kann sie doch auf die Unterstützung der ganzen Familie zählen. „Alle stehen voll hinter mir.“ Die Peitingerin ist sich deshalb sicher: „Das wird ein super Sommer.“ Hoch oben in ihren geliebten Bergen.

Kontakt

Informationen zur Kenzenhütte gibt es auf der Facebook-Seite „Kenzenhütte 1300m“, auf dem Instagram-Profil „kenzenhuette“ oder unter www.berggasthof-kenzenhuette.de.

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