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Altmeister Thomas Pfeiffer beim Auseinandernehmen der Radio-Phonokombination vom Typ Braun PK-G5.

Fundgrubengeschichte

Für den guten Zweck: Tonabnehmerkopf dringend gesucht

Wer kennt sie nicht, die Fundgrubengeschichte in der Samstagsausgabe des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen? Bei einer Kleinanzeige in der Rubrik „Fundgrube“ ging es um ein ganz besonderes Radiogerät, das für einen guten Zweck verkauft werden sollte. 

Peiting – Das Ergebnis einer interessanten Geschichte war leider negativ. Einer Geschichte, bei der es um ein nostalgisches Radiogerät und um die verheerende Gasexplosion in Rettenbach im Frühjahr geht. In allen Heimatzeitungen des Münchner Merkur war diese Geschichte um das Radio zu lesen, leider ohne Erfolg. Jetzt soll sie sich zum Guten werden, dank eines im Ruhestand lebenden Radio- und Fernsehtechniker Meisters: Thomas Pfeiffer aus Peiting.

Doch der Reihe nach: Im Mai dieses Jahres erschütterte eine verheerende Gasexplosion den Auerbergort Rettenbach. Wie kurz später bekannt wurde, sind Vater und Tochter ums Leben gekommen, die Mutter wurde schwer verletzt. Die beiden Söhne, die nicht zuhause waren, kamen danach bei Verwandten unter.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Reiner Friedl, hat selbst die Fäden der Organisation für eine geordnete Hilfsmaßnahme in die Hand genommen und einen Hilfsfond zur Unterstützung der Familie einrichten lassen.

Verkauf zugunsten der Opfer der Hausexplosion in Rettenbach

Eine junge Frau aus Hohenfurch kam auf die Idee, parallel zu anderen Dingen ein nostalgisches Radiogerät, das schon lange auf dem Dachboden schlummerte, zu verkaufen und den Erlös dem Hilfsfonds zukommen zu lassen. So erschien die Geschichte, die nicht gerade alltäglich ist, auf der Fundgruben-Seite des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen.

Zum Hintergrund des historischen Gerätes: Es war in den 60er-Jahren, ein Onkel der Familie der jungen Frau lebte in Dresden. Dort war er Professor an der Technischen Hochschule. Er interessierte sich für alle technischen Neuheiten – vor allem die auf dem Westmarkt. An diese Dinge zu kommen, war kaum oder gar nicht möglich. Der Nachbar kam zu Hilfe. Peter Schreier, weltbekannter Sänger und Dirigent, war sehr oft in Westdeutschland unterwegs. Und er interessierte sich ebenfalls für alle neue Techniken in Sachen Unterhaltungselektronik.

Als er von der Radio- und Phonokombination PK-G5 der Firma Braun, einem absoluten Nobelgerät, erzählt bekam, war auch er Feuer und Flamme. „Man konnte über Kurzwelle Westdeutsche Sender auch bei uns in Dresden empfangen“, so der Gedankengang des Professors. Schreier kaufte das Gerät im Westen und brachte es mit in den Osten. Nach der Wende, als der Professor gestorben war, wanderte das Gerät wieder in den Westen zurück und landete auf dem Dachboden in Hohenfurch.

Willkommene Hilfe aus Peiting

Zurück ins Jetzt: Vom erfolglosen Verkaufsversuch hat der Peitinger Thomas Pfeiffer im Fundgruben-Rückblick erfahren. Sofort erklärte er sich bereit, das Gerät wieder auf Vordermann zu bringen, um es danach erfolgreich für den Hilfsfonds zu verkaufen. Seit Tagen zerlegt, tüftelt, lötet, misst und schraubt der alte Elektronikfuchs an dem Innenleben.

So sieht das System aus, das für ein altes Radiogerät händeringend gesucht wird.

Viel konnte er schon in die Gänge bringen, nur mir dem Plattenspieler steht er noch auf Kriegsfuß. Im Tonarm fehlt ihm noch das gesamte System. Das heißt, einfach übersetzt, das Kopfstück, an dem der Saphir angebracht ist. Deshalb der Hilferuf von Pfeiffer: „Wer hat noch einen alten Braun Plattenspieler vom Typ PC 3 oder ein SK5 Tonabnehmer-System, das er abgeben kann?“ Pfeiffer und dem guten Zweck wäre damit sehr geholfen, um danach das intakte Gerät beziehungsweisen dessen Erlös für den Rettenbach-Hilfsfonds zu spende.

Angebote und Hilfen werden unter den Rufnummern 08861/8994 oder 08861/5366 entgegen-

genommen.

Hans-Helmut Herold

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