Gab es eine Bedarfserhebung in der Kita? Darüber wurde nun im Peitinger Gemeinderat diskutiert
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Gab es eine Bedarfserhebung in der Kita? Darüber wurde nun im Peitinger Gemeinderat diskutiert

Wirbel um Bericht

Gab es eine Bedarfserhebung in der Kita? „Die Zeitung hat immer recht“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Berichterstattung der Schongauer Nachrichten über die Sommer-Schließzeit der gemeindlichen Kindergärten in Peiting hat jetzt für ein Nachspiel im Peitinger Gemeinderat gesorgt. 

Peiting – Die Geschichte unserer Zeitung, ob Kindergärten im Schongauer Land die Schließzeiten während der Sommerferien verkürzen, um Eltern in der Corona-Zeit entgegenzukommen, hat für ein breites Echo gesorgt. Im Internet wurde der Bericht vielfach geteilt. Auch der Peitinger SPD-Fraktionschef Herbert Salzmann hat ihn aufmerksam gelesen, ging es doch darin auch um die gemeindlichen Kindergärten und die Krippe in Peiting. Was er da las, ließ ihn allerdings stutzen. Während Geschäftsleiter Stefan Kort mit den Worten zitiert wird, einen Bedarf seitens der Eltern gebe es nicht, hatte es laut den Recherchen der SN gar keine echte Bedarfserhebung gegeben. „Wer hat denn nun Recht, die Zeitung oder die Verwaltung?“, wollte Salzmann nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wissen.

„Die Zeitung hat immer recht“, antwortete Stefan Kort, um dann aber gleich ernst zu werden. Tatsächlich habe es ein Gespräch mit der Kindergarten-Leitung gegeben. „Unser Eindruck war da gewesen, dass eine solche Umfrage unter den Eltern durchgeführt worden ist.“ Sonst hätte er dies auch nicht so kommuniziert, betonte der Geschäftsleiter. „Das war einfach eine Falschinformation, für die ich mich entschuldigen muss.“ Allerdings hätten sich tatsächlich auch keine Eltern in den Kindergärten gemeldet, die Bedarf an einer Ferienbetreuung gehabt hätten. Und selbst wenn: „Die Frage wäre geblieben, wie wir es realisieren sollen.“

Darum haben Erzieherinnen keinen Urlaub in der Corona-Krise abgebaut

Denn verzichte man auf die dreiwöchige Schließzeit, bräuchte es entsprechend Personal, um die Betreuung zu stemmen. Die betroffenen Erzieherinnen müssten dafür ihren Urlaub verschieben, was zur Folge hätte, dass sie in der Einrichtung zu einem späteren Zeitpunkt fehlen. Ab September brauche man jedoch das komplette Personal, schließlich solle dann der Regelbetrieb in den Kindergärten wieder aufgenommen werden, sagte Kort. Dass das Ministerium zu pragmatischen Lösungen in der Ferienzeit rate, aber selbst keine nenne, sei da wenig hilfreich.

Auch auf die in der Berichterstattung aufgeworfene Frage, warum die Erzieherinnen nicht in der Hochzeit der Corona-Krise, als kaum Kinder die Einrichtungen besuchten, Urlaub abgebaut hätten, ging Kort auf Nachfrage Salzmanns ein. Der Geschäftsleiter verwies auf die schwierige Situation, in der sich damals alle Beteiligten befunden hätten. Keiner habe gewusst, wie der richtige Weg in der Krise sei. Obwohl der Personaleinsatz im Vergleich zu den anwesenden Kindern am Anfang hoch gewesen sei, habe man sich bewusst dagegen entschieden, die Erzieherinnen heimzuschicken. Diese hätten vielmehr die Zeit genutzt, um Arbeiten zu erledigen, die sonst im Alltag der Einrichtungen zu kurz komme, sagte Kort. Und: Spätestens mit der zunehmenden Öffnung der Notbetreuung sei auch der Betreuungsaufwand wieder gestiegen.

VON CHRISTOPH PETERS

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Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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