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Am Bienenstand in Herzogsägmühle: Zahlreiche Imker aus dem gesamten Schongauer Land haben sich kürzlich zu einem aufschlussreichen Erfahrungsaustausch am Bienenstand in Herzogsägmühle eingefunden. 

Peiting/Herzogsägmühle

Peiting/Herzogsägmühle: Imker im informativen Austausch

Mit dem Projekt „BEEhappy“ wird in Herzogsägmühle erfolgreich für bienenfreundliche Dörfer geworben. Für die Imker des Kreisverbandes Schongau war dies mit ein Anlass, bei ihrem Kollegen Marc Sieling und seinen Kollegen in Herzogsägmühle vorbeizuschauen.

Peiting/Herzogsägmühle – Erfreut konnten die Bienenzüchter dabei feststellen, dass im Diakoniedorf im Einklang mit der Landwirtschaft gearbeitet werden kann.

Der alarmierende weltweite Artenschwund in der Pflanzen- und Tierwelt – gerade auch unter den Bestäubern – bereitet Sorgen. Hauptursachen sind der stetige Rückgang naturnaher Flächen, die Intensivierung der Landwirtschaft mit hohem Dünger- und Pestizideneinsatz sowie Monokulturen, außerdem Krankheiten und Parasiten.

Um dem entgegenzuwirken gibt es unter anderem einen Versuch, bei dem innerhalb von Äckern Blühinseln angelegt worden sind. Die sich dort angesiedelten Nützlinge führten dazu, dass der Gesamtertrag trotz der reduzierten Ackerfläche sogar höher ausfiel als ohne diese blühenden Flächen. Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Intensivierung der Landbewirtschaftung allein nicht zu höheren Erträgen führt, wenn Bestäuber fehlten.

Solche Ergebnisse sollten die Bauern überzeugen, dass eine bienenfreundliche Landbewirtschaftung auch ihnen selbst nützt. Herzogsägmühle hat mit seinen Projekten in Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen dahingehend schon viel Pionierarbeit geleistet. Jetzt will man mit der „Bienensauna“ von Imker Richard Rossa den Versuch starten, ob man bei der Bekämpfung der Varroa-Milbe auf Säuren und Drohnenbrutentnahme verzichten kann.

Dabei wird ein Heizgerät direkt unter das Einflugloch des Bienenstocks geschoben. „Wir erwärmen die Bienenstöcke mit der Sauna, und ab 37 Grad Celsius wird die Varroa-Milbe geschädigt“, erläuterte Rossa bei einer Führung. Für die Bienen seien diese Temperaturen hingegen kein Problem, sie haben sogar entspannende Wirkung.

In der Wachsmanufaktu r: Von links Paul Knofe (Schongau), Hermann Fischer (Steingaden) und Betriebsleiter Marc Sieling mit seinen Töchtern Enna und Mia.

Da Bienen und Wachs zusammengehören, statteten die Imker im Anschluss an die Standbesichtigung noch der Licht- & Wachsmanufaktur in Herzogsägmühle einen Besuch ab. Deren Anfänge gehen auf die Schongauer Wachswarenfabrik zurück, für die Reliefkerzen und Wachsbilder bemalt wurden. Nach deren Auflösung entwickelte sich der Bereich der Kerzen- und Fackelproduktion zu einer eigenständigen Wachsmanufaktur mit heute 30 Beschäftigten zwischen 16 und 84 Jahre.

Aus Liebe zur Umwelt bringen viele Landkreis-Bürger ihre Kerzenreste zum Wachs-Recycling nach Herzogsägmühle. Aus 52 Tonnen Altwachs konnten so im vergangenen Jahr neben Grillanzündern nahezu 100 000 Fackeln hergestellt werden.

Viel Beachtung fand bei den Imkern die halbautomatische Fertigungsstraße, die eine Tagesproduktion von bis zu 8000 Teelichtern ermöglicht, die hauptsächlich als Opferlichter in Kirchen Verwendung finden. Dabei kommen wiederverwendbare Glasbehälter statt Aluminium zum Einsatz. In althergebrachter Handwerkskunst werden im Diakoniedorf Kerzen für feierliche Anlässe gefertigt. Dazu gehören auch die Imkerkerzen, wie sie beispielsweise in Steingaden am offenen Grabe eines verstorbenen Mitglieds angezündet werden.

Gerhard Heiß

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