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So sieht’s bisher aus: Momentan besteht eine abknickende Vorfahrt zum Hauptplatz. Da es in dem Bereich oft zu Unfällen kommt, hat die Polizei eine Änderung der Verkehrsführung gefordert.

Marktgemeinderat Peiting

Hirschvogeleck: Ampelanlage kommt

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Peiting – Die Verkehrsführung am sogenannten Hirschvogeleck beschäftigt den Gemeinderat schon seit Jahrzehnten. Im Sommer vergangenen Jahres ist eine Entscheidung gefallen. Die Vorfahrt soll geändert werden. Jetzt wurde eine Fußgängerampel beschlossen.

Immer wieder kracht es im Bereich Schongauer Straße, Post-/Müllerstraße und Hauptplatz – am sogenannten Hirschvogeleck in Peiting haben es vor allem Ortsunkundige schwer. Derzeit besteht von der Schongauer Straße eine abknickende Vorfahrt zum Hauptplatz. Das soll sich ändern. Wie berichtet, hat sich der Peitinger Marktgemeinderat nach unzähligen Gutachten und Verkehrszählungen mit einerknappen Mehrheit für eine Vorfahrtsänderung entschieden. Die Poststraße soll künftig Vorfahrtsstraße werden. Diejenigen, die vom Hauptplatz kommend am Café Central vorbeifahren, müssen an der neuen Hauptachse warten. Soweit, so gut. Ein Jahr lang soll die Vorfahrt getestet werden, bevor es zu einer dauerhaften Lösung kommt.

Grund für die Ampel-Platzierung: Der Fußgänger wählt immer den kürzesten Weg

Über den Vorschlag, eine Fußgängerampel im oberen Bereich der Poststraße zu installieren, wurde bislang noch kein Beschluss gefasst. Doch mit der geänderten Vorfahrt sind auch bauliche Veränderungen geplant. So soll beispielsweise der Granit-Dreizeiler an der ehemaligen Verkehrsführung Hauptplatz/Schongauer Straße ausgebaut, die Asphaltfeinschicht mit abgefräst und die Straßenmarkierungen entfernt und Randeinfassungen und Rinnsteine repariert werden.

„In diesem Zusammenhang wurden im Haushalt auch die Erdarbeiten mit Verlegung von Kabelleerrohren für eine Fußgängerampel mit 18 000 Euro und eine Ampel mit oberirdischer Verkabelung (Provisorium für ein Jahr) mit 10 000 Euro eingeplant“, so Gerhard Habersetzer vom Bauamt. Die Anlage soll rund 15 Meter nach der Einmündung der Müllerstraße aufgebaut werden, eine Vorampel auf Höhe Betten Weisenbach wird gleichgeschaltet.

Nun hat eine Firma dem Markt Peiting zwei Angebote vorgelegt: Eine provisorische Signalanlage mit Vorampel, für rund brutto 11 400 Euro oder eine dauerhafte Anlage für etwa 14 200 Euro. Differenz: rund 2700 Euro.

„Angesichts des geringen Preisunterschieds rät die Verwaltung, zur dauerhaften Lösung“, so Habersetzer. Sollte die Ampel nach einem Jahr zurückgebaut werden, ist das kein Problem. Lediglich das Fundament wäre umsonst und zwei Längsparkplätze müssten dem Überweg weichen.

Für ein Jahr werden die Ampeln an der Poststraße und Schongauer Straße getestet. Genau wie die Vorfahrt Richtung Poststraße.

Dass gleich eine feste Ampel aufgestellt wird, darin waren sich die Räte recht einig. Doch mit der Platzierung hatten einige so ihre Probleme. „Ich finde die Situierung unglücklich“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Ostenrieder. Im Arbeitskreis vor ein paar Jahren sei die Anlage weiter unten, am Parkplatz angedacht gewesen. Vor allem für die Autofahrer sieht Ostenrieder ein Problem, die an dem Verkehrsknotenpunkt der oberen Poststraße Berganfahren müssen. „Aber wenn die Planer es besser wissen, ist das für mich in Ordnung.“ Der Fußgänger wähle den kürzesten Weg, betonte Rathauschef Michael Asam. „Auch die Polizei findet den Standort richtig gewählt.“ So sah es auch Herbert Salzmann (SPD): „Den Fußgänger erziehen zu wollen, ist eine Illusion. 20 Meter gehen, die Ampel drücken und dann wieder 20 Meter zurückgehen – das macht kein Mensch.“

Darüber, dass Habersetzer nur ein Angebot eingeholt hat, wunderte sich CSU-Rat und Kreiskämmerer Norbert Merk. „Deshalb werden Sie keine positive Zustimmung von mir bekommen.“

Die Möglichkeit eines Zebrastreifens warf dann noch Michael Deibler (CSU) in den Raum. „Das kostet zuviel Geld für einen Versuch“, schmetterte Asam ab.

Mit vier Gegenstimmen sprach sich das Gremium für die dauerhafte Ampel aus. Zudem wird überlegt, den schmalen Fußweg entlang des Geschäftes Weissenbach bis zu Optik Bock zu erweitern.

Wann der einjährige Versuch nun endlich losstarten soll, ist allerdings unklar.

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