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Zu Besuch am Stand von Pankratia Holl (re). Von links Bürgermeister Michael Asam, Hubert Bittlmayer (Landwirtschaftsamt), Markus Lanz und Herwig Skalitza (beide Sparkasse Oberland).

Diskussion mit Hubert Bittlmayer

Hoher Besuch beim Peitinger Bauernmarkt: Landwirte machen ihrem Ärger Luft

Hoher Besuch in Person des Amtschefs des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, Hubert Bittlmayer, auf dem Peitinger Bauernmarkt. Der nutzte den Termin, um mit den Anbietern zu sprechen und stellte sich anschließend in einer Diskussionsrunde kritischen Fragen zu Artenschutz und Gülleverordnung.

Peiting – Auf den Peitinger Bauernmarkt aufmerksam geworden ist Hubert Bittlmayer anlässlich des Festakts zur Auszeichnung „Genussort Peiting“. „Diese Märkte sind aus landwirtschaftlicher Sicht wichtig. Sie ermöglichen den direkten Kontakt zum Produzenten“, meinte Bittlmayer beim Gang über den Bauernmarkt.

Er informierte sich über das Angebot und nutzte die Gelegenheit, auch ein paar Worte mit den Erzeugern zu sprechen. Am Stand von Pankratia Holl kam er natürlich nicht vorbei, ohne eine frisch herausgebackene „Auszogene“ zu kosten.

Die schmeckte besonders mit einem Cappuccino vor dem Eiskaffee Pinocchio. Dort traf er auch auf Markus Pröbstl aus Birkland, der noch einmal die Geschichte von der Kuh auf dem Dach erzählen musste, die vergangene Woche Mediengeschichte geschrieben hat.

Hubert Bittlmayer macht seinen Job gerne. Auch wenn er, wie bei der anschließenden Diskussion am Stammtisch beim Keppeler hart angegangen wurde. Die anwesenden Vertreter der Landwirtschaft, der Imker, des Maschinenrings und der Waldbauernvereinigung machten nämlich ihrem Ärger über die aus ihrer Sicht teilweise unsinnigen Verordnungen im neuen Artenschutzgesetz Luft.

Zur Debatte standen unter anderem das Walzverbot, die Gülleverordnung und Ängste vor der Einstufung von Flächen als Biotop. Aber auch der Frust der Bauern, die in den neuen Reglementierungen quasi eine Enteignung sehen. „Das Volksbegehren anzunehmen, ist erst einmal schmerzhaft, aber notwendig“, so Bittlmayer. Agrarpolitik sei mit Emotionen belastet, zudem gebe es einen Verlust an Verständnis, wie und warum die Landwirtschaft heute so arbeite.

Diskussionsrunde mit Hubert Bittlmayer (2.v.li.) und Vertretern der Landwirtschaft, der Imker, des Maschinenrings und der Waldbauernvereinigung im Gasthof Keppeler.

Deshalb seien Bauernmärkte so wichtig, um an die Gesellschaft heranzukommen und Erklärungen zu liefern. Freilich gebe es bezüglich des Artenschutzgesetzes noch Themen, die abgearbeitet werden müssen. So werde zum Beispiel das Wetter ausgewertet, um verschiedenen Regionen eine unbürokratische Verlängerung der Walzzeiten zu ermöglichen.

Es gelte, das Gesetz praktikabel zu machen. Zudem habe die Landwirtschaftsministerin das Ziel vorgegeben, 30 Prozent regionale oder Bio-Produkte am Markt zu platzieren. Es gelte, einen Markt für bayerische Ware zu entwickeln. Dazu würden derzeit Gespräche mit großen Gemeinschaftsverpflegungsunternehmen und dem Verbund der Gastwirte geführt. Der Verbraucher soll zeigen, dass er die regionale Ware auch will.

Auf den Einwand, dass der Verbraucher getäuscht werde, weil Produkte aus dem Ausland, die in Deutschland verarbeitet werden, nicht deklariert werden müssen und als deutsches Erzeugnis gelten, antwortete Bittlmayer, dass bereits an einem Siegel „geprüfte Qualität aus Bayern“ gearbeitet werde.

Stephan Palkowitsch, Vorsitzender des Maschinenrings Oberland, forderte mehr Kommunikation mit der Landwirtschaft. Die Zukunft brauche eine mutige Vision und Diskussion, die Landwirte bräuchten Plattformen und Allianzen. Mangelnde Kommunikation und Unsicherheit bezüglich der künftigen Entwicklungen seien der Grund für den Frust der Landwirte.

Michael Lautenbacher vom Gastgeber Sparkasse Oberland brachte es auf den Punkt: „Die Welt ist kompliziert geworden. Nicht nur in der Landwirtschaft.“ Bittlmayer richtete einen Appell an die Anwesenden: „Wir werden mit den Verordnungen leben müssen. Der Mensch ist, wie er ist, und das Verbraucherverhalten ändert sich immer wieder. Lassen Sie uns das tun, was Bauern immer schon getan haben. Die Ärmel hochkrempeln und anpacken!“

VON URSULA FRÖHLICH

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