+
Das Gebäude an der Münchener Straße soll abgerissen werden. Während eine Initiative das Haus retten will, hat sich der Gemeinderat gegen den Kauf entschieden. 

Diskussion um Kultkneipe

Peitinger Initiative will M32 retten – Gemeinde nicht

  • schließen

Dass die Kultkneipe M32 abgerissen werden soll, sorgt in Peiting für Diskussionen. Die Marktgemeinderäte überlegten, ob sie in den Kauf eingreifen sollen. Und eine Initiative wurde gegründet.

Peiting – Mit der Zustimmung des Peitinger Bauausschusses, auf dem Grundstück des M32 zwei Mehrfamilienhäuser zu bauen (wir berichteten), zeigten sich mehrere Peitinger nicht einverstanden. Sie forderten die Gemeinde unter anderem auf, das Grundstück selbst zu kaufen. Am Dienstagabend gründeten Günter Franz, Ralph Sesar und andere Peitinger die Initiative „Rette das M32“.

Gleichzeitig beschäftigte sich auch der Marktgemeinderat noch einmal mit dem Thema. „Sollten wir in das Bauvorhaben eingreifen wollen, müssen wir jetzt eine Vorkaufssatzung beschließen“, erklärte Bürgermeister Michael Asam. Weil das Gebäude nicht ortsprägend ist, komme keine Erhaltungssatzung in Frage. Das Haus unter Denkmalschutz zu stellen habe wenig Erfolgsaussichten, so Marktbaumeister Fabian Kreitl.

Peitinger Marktgemeinderäte sprechen sich gegen Kauf des M32-Areals aus

Franz Seidel (BVP) stellte in Frage, warum das Gebäude gekauft werden solle, da es nicht für kommunale Zwecke gebraucht wird und weder aus architektonischer noch geschichtlicher Sicht erhaltenswert sei. „Die Kultkneipe hat was, aber es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, sie zu erhalten. Und Hermann Mödl (BVP), der zuletzt als Handwerker im Gebäude war schilderte: „Das ist ein Abriss, das Haus kann man nicht erhalten“.

Michael Deibler (CSU) hatte wenig Verständnis für die Debatte. „Wir sollten das Thema flach halten, wir gefährden ein Privatgeschäft“.

Thomas Elste will M32-Gebäude in Peiting für kommunale Zwecke nutzen

Lediglich Thomas Elste (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich mehrmals für den Kauf des Grundstückes aus. Die Lage sei durch die Verkehrsanbindung (Bahnhof und Hauptstraße) sehr attraktiv. „Das Gebäude kann für kommunale Aufgaben genutzt werden, zum Beispiel für das Jugendzentrum“, so Elste. Für den Neubau wären circa 1,5 Millionen Euro fällig. Das Geld könne auch in den Kauf und die Sanierung des M32 investiert werden. Außerdem schlug Elste vor, Fördermöglichkeiten für die Sanierung zu prüfen.

Andere Gemeinderäte griffen die Idee, im Haus das Jugendzentrum zu integrieren, ebenfalls auf. Sie waren sich allerdings schnell einig, dass „ein Jugendzentrum und eine Kneipe nebeneinander nicht kompatibel sind. Aus Sicht der Jugendarbeit ist das ein No-Go“, so Norbert Merk (CSU). Außerdem sei man an bestehende Räume gefesselt – besser sei es, wie geplant, ein neues Jugendzentrum zu bauen, das den Ansprüchen gerecht werde. Dem schloss sich auch Herbert Salzmann (SPD) an. „Wir brauchen im Jugendzentrum viel Lagerfläche, im M32 gibt es nicht mal einen Keller.“

Die Gemeinderäte stimmten gegen eine Vorkaufssatzung, mit einer Gegenstimme von Thomas Elste.

Peitinger Initiative „Rette das M32“ sammelt Ideen für das Gebäude

Unabhängig von der Diskussion im Gremium hatte auch die neugegründete Initiative vorgeschlagen, das Jugendzentrum ins Gebäude zu integrieren. Bei ihrem ersten Treffen haben die Mitglieder weitere Ideen gesammelt. Sie können sich ein Café mit Biergarten, ein „Co-working-space“, ein Repair-Café, eine Künstlerwerkstatt, ein Kino, Räume zum Anmieten für Feste oder eine Tanzschule vorstellen.

Bürgermeister Asam zeigte sich erstaunt über die Gründung der Initiative. „Sie haben nicht mit uns gesprochen und waren nicht im Bauausschuss. Das M32 steht schon lange zum Verkauf – bisher ohne Reaktionen“.

Einige Gemeinderäte sehen die Initiative durchaus positiv. „Es wäre super, wenn sie es schaffen, das M32 zu erhalten. Macht’s des!“, so Alexander Zila (SPD). Auch Herwig Skalitza (CSU) findet es „super, wenn es der Verein in die Hand nimmt. Aber der Kauf ist nicht Aufgabe der Gemeinde“. So sieht es auch Christian Lory (Unabhängige Marktgemeinderäte).

Mit dem Beschluss des Gemeinderats, das M32 nicht auf kommunaler Ebene zu erhalten, will sich die neu gegründete Initiative nicht zufriedengeben. Sie planen eine Unterschriftenaktion.

Auch interessant: Am kommenden Samstag startet das Wellenfreibad Peiting in die neue Sommersaison. Dass die Einrichtung ihrem Namen wieder alle Ehre machen kann, dafür haben jetzt zwei Auszubildende von ept gesorgt.

Und hier lesen Sie weitere Nachrichten aus Peiting und Region

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schongauer Volksfest überraschend abgesagt - was dahinter steckt
Fans des Schongauer Volksfests wird diese Nachricht nicht freuen: Die eigentlich für Anfang September geplante 159. Auflage ist überraschend abgesagt. 
Schongauer Volksfest überraschend abgesagt - was dahinter steckt
Kunstausstellung in Bernbeuren: Ausdrucksstark und ernsthaft
„Kunstausstellung auf ernste Art“: 30 Werke von Andrea Ernst sind im Auerbergmuseum in Bernbeuren zu sehen. Die Werke umspannen einen Zeitraum von 50 Jahren.
Kunstausstellung in Bernbeuren: Ausdrucksstark und ernsthaft
Übler Freinacht-Scherz: „Konfetti-Bombe“ verschmutzt Gärten - Peitingerin fordert Verbot
Wenn Konfetti durch die Luft fliegt, ist Feiern angesagt. Außer natürlich, die kleinen bunten Schnipsel landen ungebeten im eigenen Garten. Diese Erfahrung mussten in …
Übler Freinacht-Scherz: „Konfetti-Bombe“ verschmutzt Gärten - Peitingerin fordert Verbot
Landkreis Weilheim-Schongau verlässt Metropolregion
Der Landkreis tritt aus dem Verein Europäische Metropolregion München aus. Dies beschloss der Kreisausschuss. Der Schritt hatte sich abgezeichnet. Denn die …
Landkreis Weilheim-Schongau verlässt Metropolregion

Kommentare