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Am Friedhofsweg bei Maria Egg in Peiting weihte Pfarrer Robert Kröpfl das Schild des Weges ein, der an Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler erinnert.

Zahlreiche Ehrengäste

KAB Peiting feiert 120-jähriges Bestehen mit Festakt und Straßenwidmung

Mit einer Straßenwidmung und einem Festakt hat die KAB in Peiting ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Der Friedhofsweg heißt jetzt offiziell Bischof-von-Ketteler-Weg.

Peiting – „Meine Arbeit und mein Beruf geben mir Identität. Diese Identität erlange ich, indem ich einen Beruf erlerne, für den ich eine bestimmte Begabung benötige“: Das sagte jetzt Diözesanpräses Michael Wagner aus München bei seiner Festpredigt in der Pfarrkirche St. Michael in Peiting. Die Leistungsgesellschaft erkenne Begabungen aber nicht gleichwertig an. Unterschiedliche Begabungen könnten dazu führen, dass einer nicht weiß, wohin mit seinem Einkommen, während der andere kaum das Nötigste zum Leben erhalte.

Eine gute Wirtschaft benötige aber nicht nur gute Arbeiter, sondern auch gute Unternehmer, die fähig seien zu schaffen, ihre Mitarbeiter kennen und an ihrer Seite mit ihnen zusammenarbeiten. „Ohne Arbeit kann man überleben. Um zu leben, braucht der Mensch aber Arbeit“, zitierte Michael Wagner Papst Franziskus. Ein Unternehmer, der Menschen entlasse, um Probleme zu lösen, sei für Franziskus ein Händler, der heute seine Mitarbeiter verkaufe und morgen seine Würde.

Kritik übte Wagner auch an Spekulanten, durch die die Wirtschaft abstrakt, anonym und charakterlos werde. Obwohl die Wirtschaft boome, drohe man Menschen mit dem Verlust des Arbeitsplatzes. Man sträube sich gegen die Einführung eines Mindestlohns, weil sie die Rendite der Aktieninhaber mindere.

Aber auch die Bundesregierung verstoße mit Hartz IV gegen die UN-Sozialrechtscharta und die UN-Menschenrechtskonvention, prangerte Wagner an. Auch die Rente werde nicht mehr als Recht verstanden, dass Menschen sich durch Erwerbsarbeit, Erziehungszeiten oder Ähnliches erworben haben. Durch den Druck von Digitalisierung, Rationalisierung und Automatisierung werden signalisiert: Krise ist immer!

Der gesamte Gesellschaftsvertrag sei aber um die Erwerbsarbeit aufgebaut, die Identität ermögliche. „Gute Arbeit ist die Voraussetzung dafür, um miteinander in Solidarität zu leben, niemanden auszuschließen“, so Michael Wagner.

Im Anschluss an den Festgottesdienst marschierten die Teilnehmer der KAB-Feier zum Friedhofsweg bei Maria Egg, wo Pfarrer Robert Kröpfl das neue Straßenschild weihte, das dem Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler gewidmet ist (wir berichteten). Danach trafen sich rund 60 KAB-Mitglieder aus Peiting und Hohenpeißenberg zum Festakt im Pfarrsaal. Dort konnte Peitings KAB-Vorsitzender Udo Felsmann neben zahlreichen anderen Ehrengästen auch Festredner Hannes Kreller, den Vorsitzender des KAB-Diözesanverbandes München /Freising, sowie Bürgermeister Michael Asam zum Grußwort begrüßen.

VON URSULA FRÖHLICH

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