Blick in den Rohbau der Offenen Ganztagsschule in Peiting
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Blick in die Offene Ganztagsschule: Aktuell läuft der Innenausbau des Gebäudes, damit der Neubau spätestens im Juni in Betrieb gehen kann.

„Das bereitet uns Bauchweh“

Kindergarten-Neubau in Peiting: Lieferengpässe gefährden Zeitplan

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Mit dem Krippenanbau und dem Neubau der Offenen Ganztagsschule biegen zwei wichtige Bauprojekte der Gemeinde Peiting langsam, aber sicher auf die Zielgerade ein. Derweil droht der Zeitplan für den neuen Kindergarten aus den Fugen zu geraten. Schuld ist ein Problem, das derzeit viele Branchen trifft.

Peiting – Als das Containerschiff „Ever given“ vor kurzem den Verkehr durch den Suez-Kanal lahmlegte, blickte die Welt gebannt, aber vor allem sorgenvoll auf das Schauspiel. Denn mit jedem Tag, den die Blockade andauerte, geriet der Gütertransport über die wichtige Handelsroute ein Stück weiter aus dem Tritt. Dabei waren die Lieferketten schon vor der Havarie wegen der Corona-Pandemie nur ein fragiles Gebilde. Die Folge: Materiallieferungen dauern in vielen Branchen deutlich länger als üblich. In Peiting könnte das nun den Zeitplan für das größte gemeindliche Bauvorhaben in der Geschichte des Markts empfindlich treffen.

Kindergarten bietet Platz für fünf Kita- und zwei Hortgruppen

Bis zum Kindergartenjahr 2022/23 soll der neue siebengruppige Kindergarten an der Jägerstraße stehen, um den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen decken zu können. Anfang März sprach Architekt Franz-Xaver Lutz angesichts der kurzen Zeitspanne für das Projekt von einem „sehr sportlichem Ziel“, das sich die Gemeinde gesetzt habe. Schon damals hatten Lutz die Lieferengpässe Sorgen bereitet. Diese scheinen sich nun offenbar zu bestätigen.

Vor allem beim Holz und Isoliermaterial gebe es Schwierigkeiten, was die Verfügbarkeit angehe, sagt Bürgermeister Peter Ostenrieder auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. „Das bereitet uns gerade Bauchweh, was den Zeitplan betrifft.“ Noch will der Rathauschef allerdings die Hoffnung nicht aufgeben, dass es beim geplanten Fertigstellungstermin im Sommer 2022 bleibt. „Wir haben den Druck und wollen das auf jeden Fall irgendwie hinkriegen.“

Kosten liegen leicht über dem kalkulierten Budget

Immerhin: Bei den Kosten droht aktuell keine böse Überraschung. Ein Drittel der Aufträge sei mittlerweile vergeben, darunter die Baumeister- und Erdarbeiten, berichtet Ostenrieder. Mit zusätzlichen Kosten von rund 100 000 Euro liege man nur geringfügig über dem kalkulierten Gesamtbudget von 6,8 Millionen Euro.

Voran geht es auch im Anbau der Kinderkrippe. Geplante Fertigstellung: spätestens Juni.

Während beim Kindergarten-Neubau der erste Spatenstich noch bevorsteht – „Wir warten auf die Teilbaugenehmigung vom Landratsamt“, so Marktbaumeister Fabian Kreitl –, nähern sich zwei andere Bauprojekte der Gemeinde der Zielgerade. Spätestens im Juni soll die Offene Ganztagsschule an der Alfons-Peter-Grundschule in Betrieb gehen. Aktuell laufe im Gebäude der Innenausbau mit Elektroverkabelung, Einbau der Heizung und der Sanitäranlagen, erklärt Ostenrieder. Nicht nur beim Zeitrahmen liege man im Plan, sondern auch bei den Kosten, freut sich der Rathauschef. Mit rund zwei Millionen Euro schlägt der Neubau zu Buche, mit dem die Raumprobleme der offenen Ganztagsschule der Vergangenheit angehören sollen.

Erweiterung der Krippe soll spätestens im Juni in Betrieb gehen

Ebenfalls beim Innenausbau ist man bei der Erweiterung der Krippe im Therese-Peter-Haus für Kinder angekommen. Auch hier rechnet der Bürgermeister mit einer Fertigstellung spätestens im Juni. Ursprünglich sollte der Anbau für eine weitere Krippengruppe bereits zu Beginn des vergangenen Kindergartenjahrs im September 2020 in Betrieb gehen. Wegen Probleme mit dem Brandschutz und Verzögerungen bei der Lieferung der benötigten Holz- und Stahlelemente verschob sich der Zeitplan immer weiter nach hinten (wir berichteten). Auch die Kosten gingen durch die Decke. Statt der anfangs kalkulierten 650 000 Euro lag die Bausumme Ende vergangenen Jahres bereits bei 937 000 Euro. Kreitls damalige Befürchtung, dass man auch noch die Million reißen werde, hat sich zwischenzeitlich erfüllt. „Wir liegen jetzt bei ziemlich genau einer Million Euro“, bestätigt der Bürgermeister.

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