Auf dieser Fläche am Zeißlerweg in Peiting soll der neue V-Baumarkt entstehen.

Klare Worte vom Bürgermeister

Peiting kontert Schongaus Baumarkt-Schelte - „Übers Ziel hinaus geschossen“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die geplante Baumarkt-Ansiedlung im Peitinger Süden sorgt weiter für Wirbel. Nachdem im Schongauer Stadtrat deutliche Kritik am Alleingang der Marktgemeinde laut geworden ist, wehrt sich jetzt Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder gegen die Vorwürfe. Er sieht seine Gemeinde zu Unrecht am Pranger.

Peiting – Rund drei Hektar ist das Grundstück am Zeißlerweg in Peiting groß, auf dem schon bald ein neuer V-Bau- und Gartenmarkt entstehen soll. Noch gibt es freilich keine Baugenehmigung für das Großprojekt, derzeit läuft das Raumordnungsverfahren der Regierung von Oberbayern, die über die Zulässigkeit entscheiden muss. Teil des Verfahrens ist es, dass umliegende Kommunen eine Stellungnahme abgeben können. Von dieser Möglichkeit hat jüngst auch die Stadt Schongau Gebrauch gemacht – und das, was Stadtbaumeister Sebastian Dietrich dem Stadtrat vorstellte,ließ kaum ein gutes Haar an dem Vorhaben.

Im Peitinger Rathaus reagiert der neue Bürgermeister Peter Ostenrieder verschnupft auf die massive Kritik aus der Nachbarstadt. „Ich habe vollstes Verständnis, wenn man sich als Stadt negativ dazu äußert, aber hier ist man übers Ziel hinausgeschossen.“ Das beginnt für den Rathauschef schon mit dem Vorwurf, dass ein Vorhaben dieser Größe zwischen den beiden Kommunen hätte abgestimmt werden müssen, wie Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman in der Stadtratssitzung bemängelt hatte. Es verwundere ihn doch sehr, dass sein Amtskollege sich so überrascht zeige von der Baumarkt-Diskussion. Schließlich sei die Stadt vom Investor zeitgleich mit der Marktgemeinde um ein Grundstück angefragt worden. In Schongau habe es aber an der entsprechenden Fläche gemangelt. Sluyterman sei von Anfang eingebunden gewesen. „Er kannte auch die Größenordnung, um die es geht.“

Der Stadtbaumeister habe seine Kompetenzen überschritten

Der Peitinger Bürgermeister Peter Ostenrieder wehrt sich gegen Kritik aus Schongau.

Verärgert zeigt sich Ostenrieder deshalb über die Aussage des Schongauer Stadtbaumeisters, dass das Vorhaben in Peiting mit einer Verkaufsfläche von knapp 7800 Quadratmetern überdimensioniert sei. Mit dieser Bewertung schieße Dietrich „weit über seine Kompetenzen“ hinaus, denn die obliege allein der Regierung. Es sei auch nicht Aufgabe der Gemeinde, Marktsteuerung zu betreiben, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die befürchtete Kaufkraftabschöpfung aus der Lechstadt. „Protektionismus durch Verwaltungsentscheidungen hat sich bisher noch nie wirklich ausgezahlt.“ Am Ende entscheide das Kundenverhalten.

Dass seine Gemeinde das Vorhaben nicht im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit Schongau und Altenstadt zur Sprache gebracht habe, bestätigt Ostenrieder zwar. Doch das sei in seinen Augen auch nicht erforderlich gewesen. Das Grundstück stehe schließlich schon im Abschlusspapier des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) als Gewerbefläche für Peiting. Die Gemeinde könne auch frei entscheiden, welches Gewerbe sie dort ansiedeln wolle, betont der Rathauschef. „Diese Grundsatzdiskussion führt der Peitinger Gemeinderat und nicht der Schongauer Stadtrat.“ Der Bedarf für ein Bau- und Heimwerkersortiment sei im Übrigen im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept des Marktes nachgewiesen.

Dass IKEK als „zahnlosen Tiger“ zu bezeichnen, wie es die Schongauer Stadträtin Bettina Buresch aus Ärger über die ihrer Meinung nach fehlende Abstimmung tat, geht dem Bürgermeister allerdings zu weit. Es gebe viele Themen, in denen man sich bereits gut unterstütze. „Aber es ist eine Utopie zu glauben, dass alle drei Gemeinden sich wie ein Ort verhalten.“

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