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Als wäre sie nie weg gewesen: Die restaurierte große Seilscheibe ist in die Bahnhofstraße zurückgekehrt. 

Reparatur abgeschlossen

Nach Beschädigung: Peitinger Kreisel-Kunstwerk wieder vollständig - nur die Rechnung ist noch offen

Lange durfte das Bergwerksdenkmal in der Peitinger Bahnhofstraße nicht in voller Pracht erstrahlen: Bei einem Verkehrsunfall zu Beginn des Jahres war das Kunstwerk beschädigt worden. Nach einer aufwendigen Reparatur befindet sich das Denkmal nun wieder an seinem Platz. Eine Sache jedoch ist noch nicht geklärt.

Peiting – Ein Blickfang sei es, das Kunstwerk im Kreisel an der Bahnhofstraße in Peiting. So hieß es im Juli letzten Jahres, als die Seilscheiben als Symbole des Peitinger Bergbaus im großen Rahmen der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Lang hatte dieser Blickfang allerdings nicht Bestand: Nur wenige Monate nach der feierlichen Enthüllung, genauer gesagt im Januar dieses Jahres, fiel das Bergwerksdenkmal der Unaufmerksamkeit eines Lkw-Fahrers zum Opfer. Die Beschädigungen an den Seilscheiben waren so erheblich, dass das Kunstwerk monatelang restauriert werden musste.

Etwas verärgert über den Unfallhergang zeigt sich bis heute Stefan Kort, Geschäftsleiter der Marktgemeinde. Der Fahrer einer polnischen Speditionsfirma hätte den Kreisel passieren wollen, habe aber „einfach den Kurvenradius falsch berechnet“.

So touchierte er mit seinem Anhänger das Denkmal, der Schaden war angerichtet. Vermeidbar wäre laut Kort dieser Fauxpas schon gewesen, schließlich sollte im Normalfall auch ein Lkw dieser Größe „in der Lage sein, ordnungsgemäß den Kreisverkehr zu durchfahren“.

Dass das Kunstwerk wieder entstand gesetzt werden sollte, stand bei der Gemeinde nie in Frage. So klingelte kurze Zeit später bei Bildhauer Marinus Wirtl, der das Bergwerksdenkmal geschaffen hatte, das Telefon. Dass er sein Werk so schnell wieder in seiner Werkstatt sehen würde, damit hatte Wirtl natürlich nicht gerechnet. „Aber sowas passiert halt nun mal.“

Nach einer kurzen Inspektion des Kunstwerkes war dem Künstler schnell klar: Gut „sechzig Prozent“ des Denkmals hätten einen Schaden davon getragen, speziell das größere der beiden Seilscheiben war durch die Kollision stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wie bei einer verbogenen Fahrradspeiche“, beschreibt Wirtl das Bild, das sich ihm am „Tatort“ bot. Dass sich der Schaden aber insgesamt dennoch in Grenzen hielt, ist dem Erschaffer des Denkmals selbst und seiner aufwendigen Schraubenkonstruktion zu verdanken. Eine einfachere nämlich, erklärt der Künstler, hätte dem Druck des Lkw nicht so gut nachgeben können und wäre vermutlich irreparabel beschädigt worden. So war es Wirtl obendrein möglich, viele der Teile „wieder geradezubiegen“ und für seine Restaurationsarbeiten zu verwenden.

Insgesamt seien aber dennoch mehrere Wochen, „bestimmt über 120 Arbeitsstunden“, in die Erneuerung des Bergwerksdenkmals geflossen, rechnet Wirtl vor. Weitere spezielle Vorkehrungen, um das Denkmal zukünftig vor Vorfällen wie diesen zu schützen, hat der Künstler dabei allerdings nicht getroffen: „Bautechnisch lässt sich da nichts mehr machen.“

Bis heute nur Lob bekommen

Mehr machen ließe sich derweil sicher in der Causa „Schadensfallregulierung“ – wenn alle Beteiligten mitspielen würden. Doch die Verhandlungen mit der polnischen Versicherung der Speditionsfirma ziehen sich laut Kort seit Monaten hin – Ausgang offen. Im schlimmsten Fall könnte die Reparaturrechnung über 12 500 Euro am Ende an der Gemeinde hängen bleiben. Doch der Geschäftsleiter hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich der „Fall noch aufklären wird“.

Marinus Wirtl freut sich dagegen nun einfach darüber, seinem Werk wieder alten Glanz verliehen zu haben. Bis heute erfahre er schließlich immer wieder aufs Neue Lob und Anerkennung für den „Blickfang“ an der Bahnhofstraße. Dieser, so wünscht sich Wirtl, solle nun aber deutlich länger als zuvor den Peitingern erhalten bleiben. Und wenn dem nicht so ist? „Dann werde ich das Denkmal halt wieder restaurieren.“

VON MAX EDINGER

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