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Kreisverkehr bleibt Brennpunkt

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Von: Sabine Krolitzki

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Ausgefräst wurden die Zebrastreifen schon. Ob sie befüllt werden, wird sich zeigen. Aktuell wartet die Verwaltung noch auf grünes Licht vom Landratsamt – und auf die entsprechende Beschilderung. © Krolitzki

Eigentlich sollte er eine Verbesserung für den Verkehr sein, und nicht zuletzt auch eine Verschönerung. Die Rede ist vom Kreisverkehr an der Peitinger Bahnhofstraße. Doch es scheint, als gäbe es nur Ärger um die neue Errungenschaft.

Peiting – Es sind Szenen, die Beobachtern den Schweiß auf die Stirn treiben: Quietschende Reifen, verunsicherte Fußgänger, unfreiwillige oder dreiste Falschparker. Nun sind auch die Zebrastreifen, die die Verwaltung zur Sicherheit der Fußgänger an den Kreisverkehrs-Übergängen anbringen wollte, mitten im Prozess gestoppt worden.

Eigentlich sollten die nämlich schon seit Montag vergangener Woche fertig sein. Zwar sind die geplanten Überwege schon abgefräst, von den auf Facebook angekündigten Markierungen fehlt aber jede Spur. Denn dem Vernehmen nach hieß es: Kommando zurück. Udo Mewes von der Polizei Schongau hält sich bedeckt. „Wir hatten auf Wunsch der Marktverwaltung eine Besprechung, in der wir eine Empfehlung ausgesprochen haben“, so Mewes. Mehr wolle er nicht dazu sagen, die Verwaltung sei der richtige Ansprechpartner.

Bürgermeister Michael Asam erklärt schließlich auf Nachfrage: „Wir haben die Polizei als Fachbehörde hinzugezogen. Diese teilte uns mit, dass der Abstand der Zebrastreifen zum Innenkreisel weniger als vier Meter beträgt und damit ein Rückstau im Kreisverkehr passieren kann.“ Da zudem die entsprechende Beschilderung fehlt, und auch die Stellungnahme des Landratsamtes noch aussteht, bleiben die sauber ausgefrästen Streifen erstmal schwarz. „Wir warten sowohl Beschilderung als auch die Stellungnahme ab, bevor weitergearbeitet wird“, so der Rathauschef. Denn sollte ohne die Schilder etwas passieren, trägt die Gemeinde die Verantwortung.

Trotz alledem bleibt Asam der Meinung, dass die Streifen wichtig sind. Wie er erläutert, wüssten die wenigsten Autofahrer, dass man sowohl beim ein- aus auch beim ausfahren anhalten und einen Fußgänger queren lassen muss. „Die Markierung ist uns wichtiger, als der zu kleine Abstand. Soviele Fußgänger wollen dann auch nicht über die Straße, dass es zum großen Stau kommt.“

Ob das etwas hilft? So wie es jetzt ist, kann es jedenfalls nicht bleiben. „Die Situation ist gefährlicher als mit der Ampel vorher“, sagt eine Mitarbeitern der Bäckerei Sesar. Über den Bau des Kreisels an der Bahnhofstraße kann sie nur den Kopf schütteln. „Vor allem für die Schüler, die da drüber müssen, ist das wirklich unangenehm.“

Im Januar schwerer Unfall

Besonders ärgert sich die Mitarbeiterin aber über die Verkehrsteilnehmer. Denn die rasen, wie berichtet, oft ohne Rücksicht auf Verluste durch den Kreisel.

Einen Unfall hat es ja schon gegeben, im Januar wurde eine Seniorin, die die Straße queren wollte, von einer Autofahrerin übersehen. Sie kam von der Ortsmitte und wollte die Ausfahrt Richtung Bergwerkstraße nehmen. Eine Tragödie, die sich festgesetzt hat in den Köpfen. Auch Bürgermeister Michael Asam sagte damals, man wolle an der Sicherheit arbeiten.

Was die Optik angehe, sei man zumindest schon einen Schritt weiter. „Wir möchten alle Peitinger Künstler aufrufen, ihren Vorschlag einzureichen“, so der Bürgermeister. Angesprochen sind vor allem Metallverarbeitende oder Steinmetze. Das Thema, unter dem die Skulptur stehen soll, ist „Bergwerk“ – passend zur Umgebung.

Doch nicht nur der Kreisel macht Sorgen, auch der freie gepflasterte Bereich vor der Bäckerei hat seine Tücken. Schön anzuschauen ist er zwar schon – aber leider gibt es keine Abgrenzung zur Fahrbahn. „Einmal haben zwei ältere Damen ihren Tisch so weit nach vorne in die Sonne gezogen, bis sie auf der Straße saßen“, so die Sesar-Mitarbeiterin. Wenn dann ein abgelenkter Autofahrer um die Ecke braust, bevor die Mitarbeiter einschreiten können – nicht auszudenken, was passieren könnte.

Soviel Entlastung also der Kreisverkehr am Weilheimer Hof gebracht hat, so sehr scheiden sich jetzt an der Bahnhofstraße die Geister. „Bis das einmal passt, läuft noch viel Wasser den Lech runter“, sagt eine Fußgängerin.

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