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Das Kreuz auf dem Kalvarienberg: Vor 130 Jahren war dieses erstmals aufgestellt worden.

Kalvarienberg Peiting

Kreuz zum Wohle und Segen

Peiting - „Möge dieses Kreuz zum Wohle und Segen der Gemeinde Peiting fort und fort hernieder leuchten. Das walte Gott!“ Der Spruch von Heinrich Haeffner ging in Erfüllung. 130 Jahre ist es nun schon her, dass auf Anregung des Verschönerungsvereins das Kreuz auf dem Kalvarienberg – damals noch Maierberg – errichtet wurde.

Auch die Aufstellung des neuen Kreuzes – mit altem Korpus – an dieser Stelle jährt sich jetzt, und zwar zum 25. Mal. Durchblättert man die Notizen des Kaufmanns Heinrich Haeffner ist man fast geneigt zu sagen, dieses Kreuz ist ein frühes Beispiel gelebter Ökumene und einer guten interkommunalen Zusammenarbeit im Altlandkreis Schongau. Heinrich Haeffner, erster evangelischer Christ in der Gemeinde, führte nicht nur in der Nachfolge der Familien Gast und Bierling das angesehene Kaufhaus am Hauptplatz, sondern engagierte sich außerordentlich stark für das Gemeinwohl. Unter anderem als langjähriger Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr und Mitbegründer des Verschönerungsvereins, dessen Schriftführer und Kassier er war.

Seine Eintragungen im Kalender des Jahres 1886 sind eine wahre Fundgrube und belegen das freundschaftliche Miteinander der Bürgerfamilien von Peiting, Schongau und Bayersoien. So ist im Anhang vermerkt: „Dieses Kreuz wurde vom Hüttenamt Wasseralfingen bezogen, von Friedrich Plöbst, Maierbauer dahier gestiftet, von Maler Stegmüller in Schongau vergoldet und von Steinmetzmeister Schrimpf in Schongau gesetzt.“ Akribisch festgehalten sind die Termine. So traf man sich am 10. Januar zu einer Vorstandssitzung im Pfarrhof und fuhr am Sonntag, 14. März, nach Wasseralfingen in die Schwäbische Alb. Weiter ist notiert: Samstag, 20. März: Nach Wasseralfingen geschrieben. Karsamstag, 24. April: Kreuz mit Christus von Wasseralfingen gekommen. Mittwoch, 28. April: Mit dem Steig auf Maierberg begonnen. Diese Arbeiten zogen sich über vier Tage hin. Montag, 17. Mai: Stegmüller an Christus gearbeitet. Am Donnerstag, 27. Mai, kam der Sockel von Echelsbach, und am Mittwoch, 2. Juni, Nachmittag 1 bis 3 Uhr wurde das Kreuz auf dem Maierberg aufgestellt.

Umgefallene Bäume zerstörten das Kreuz

Mit der Einweihung des im darauffolgenden Jahr errichteten Kreuzwegs ging 1887 die Umbenennung des Maierbergs in Kalvarienberg einher. Als Nachfolger des Maierbauers Plöbst sorgten sich in der Folge Leonhard und Eleonore Bierling um das Kreuz. 1973 renovierte es wiederum der Verschönerungsverein. Nachdem am 15. Februar 1990 umstürzende Bäume bei starken Stürmen mit 140 Stundenkilometern das Kreuz zerstörten, fertigte Hans Kirchhofer ein neues aus Edelstahl und stiftete dazu auch das Material. Gott sei dank hatte zum Zeitpunkt der Zerstörung Jakob Leicher den Korpus bereits zur Restaurierung abgenommen. Am rissigen Gusshohlkörper waren komplizierte Schweißarbeiten erforderlich, die Leicher akribisch meisterte.

Neues Kreuz 1991

Malermeister Leonhard Barnsteiner vergoldete anschließend die Christusfigur und versah das Kreuz mit einem Anstrich. Einer sorgfältigen Sanierung bedurfte ebenso der stark beschädigte Sandsteinsockel, dem sich Steinmetzmeister Alfred Buchner annahm. Wiewohl er auch der Marmortafel-Inschrift „Im Kreuz ist Heil“ neuen Glanz verlieh. Für die Firma Stich und Schäller war die Lieferung des Betons für das Fundament Ehrensache.

Das neue Kreuz konnte rechtzeitig vor den Kartagen 1991 aufgestellt werden. „Unter den freiwilligen Helfern, die den Gekreuzigten den Berg hinauf trugen, war auch Martin Kirchbichler, der zehn Jahre später zum Priester geweiht wurde,“ erinnert sich Hans Kirchhofer noch gut.

Gerhard Heiss

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