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Steht seit längerem leer: das alte Kreuzerhaus in der Peitinger Ortsmitte. Jetzt will die Gemeinde dem Areal mit einem Neubau neues Leben einhauchen. 

Anwesen in Peitinger Ortsmitte

Kreuzerhaus-Verkauf: Bieter taucht ab - jetzt baut die Gemeinde selbst

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Eigentlich sollte das alte Kreuzerhaus in der Peitinger Ortsmitte längst verkauft sein. Im Bieterverfahren hatte die Gemeinde das altersschwache Gebäude Anfang vergangenen Jahres feil geboten. Doch zum Notartermin kam es nie – aus kuriosem Grund. Jetzt will der Markt selbst neu bauen.

Peiting – Seit über 120 Jahren steht das alte Kreuzerhaus in der Peitinger Ortsmitte, seine besten Jahre hat es lange hinter sich. 2017 beschloss der Gemeinderat, das mittlerweile leer stehende Gebäude mit Wohnungen in den oberen Stockwerken und Geschäftsräumen im Erdgeschoss zu verkaufen. Die Resonanz auf das Bieterverfahren war groß. In der ersten Runde gaben 20 Kaufinteressierte ein Gebot ab. Bei allen lag es über dem von der Gemeinde aufgerufenen Mindestpreis von 114 000 Euro, den man im Vorfeld über den Bodenrichtwert ermittelt hatte. In der zweiten Runde waren es immer noch 18 Bieter, die erneut ein Gebot abgaben, nachdem sie erfahren hatten, auf welchem Rang sie standen. Das Bieterverfahren, ein finanzieller Erfolg für die Gemeinde, so schien es. „Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend“, sagte Geschäftsleiter Stefan Kort damals Mitte Mai 2018 mit Blick auf das Höchstgebot. Nur der Notartermin mit dem designierten Käufer stehe noch aus.

Das Problem: Diesen Termin hat es bis heute nicht gegeben. Noch immer ist die Marktgemeinde Eigentümerin der baufälligen Immobilie. Dabei sah alles so gut aus. Der Höchstbietende habe sich gleich persönlich in der Gemeinde vorgestellt und aufs Tempo gedrängt, blickt Kort zurück. Der Mann, der aus dem Landkreis stamme, habe einen guten Eindruck gemacht, sei mit seiner eigenen Firma sogar in der Baubranche tätig. Es habe keinen Grund gegeben, an der Ernsthaftigkeit seines Interesses zu zweifeln, so Kort.

Doch nachdem die Gemeinde dem Mann den Kaufvertragsentwurf zukommen lassen hatte, blieb die erwartete Rückmeldung aus. Alle Versuche Korts, den Bieter zu erreichen, um einen Notartermin auszumachen, blieben erfolglos. „Er hat sich einfach nicht mehr gemeldet“, sagt der Geschäftsleiter. Weil er auf Anrufe aus dem Rathaus nicht mehr reagierte, versuchte es Bürgermeister Michael Asam schließlich über sein Diensthandy. Tatsächlich hob der Mann ab. Doch Antworten bekam der Rathauschef nicht. Er sei in einem Gespräch und würde sich später melden, habe er Asam mitgeteilt, schildert Kort. Darauf wartete der Bürgermeister allerdings vergeblich. Stattdessen ignorierte der Mann nun konsequenterweise auch die Handy-Anrufe des Rathauschefs.

Über die Gründe für das Verhalten kann Kort nur spekulieren. Denn eigentlich habe der Bieter ein gutes Konzept gehabt. Möglicherweise habe es Probleme mit der Finanzierung gegeben, mutmaßt Kort. Das Gebot sei schließlich deutlich über dem Verkehrswert gelegen. Eine Handhabe gegen den Mann hat die Gemeinde nicht, das Gebot sei nicht bindend, erklärt Kort. Besiegelt werde das Geschäft erst durch den Notar. „Das ist das Risiko des Verfahrens.“

Weil der potenzielle Käufer auf Tauchstation blieb, entschied man sich bei der Gemeinde, den Bieter mit dem zweithöchsten Gebot anzuschreiben. Doch auch dessen Interesse an einem Kauf des Kreuzerhauses war offensichtlich in der Zwischenzeit komplett erloschen. Die gemeindliche Offerte blieb unbeantwortet.

Was also tun? Nach dem ganzen Hin und Her, das sich über den kompletten Sommer zog, sprach der Gemeinderat im Herbst hinter verschlossenen Türen ein Machtwort. Statt weitere unterlegene Bieter anzuschreiben, entschied sich das Gremium laut Kort, dass der Markt die Zukunft des Kreuzerhauses selbst in die Hand nehmen solle. Der Plan: Anstelle des altersschwachen Gebäudes soll ein Neubau mit vier Wohneinheiten und Geschäftsflächen im Erdgeschoss entstehen. Für die Umsetzung werde man einen Architekten ins Boot holen, kündigt der Geschäftsleiter an. Ziel sei es, den Charakter des Hauses zu erhalten.

Übrigens: Wie berichtet führt die Marktgemeinde gerade ein weiteres Bieterverfahren durch. Dabei geht es um das gemeindeeigene Mehrfamilienhaus im Uhrerskreuzweg. Erste Gebote liegen bereits vor. Kort: „Wir hoffen natürlich, dass sich die Erfahrungen vom Kreuzerhaus hier nicht wiederholen.“ Das Mindestgebot liegt in diesem Fall bei 300 000 Euro.

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