Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
Die Bodenplatte für den Anbau der neuen Gruppe an der Kinderkrippe in Peiting ist bereits fertig. Die restlichen Arbeiten aber werden noch bis Jahresende dauern. 
+
Die Bodenplatte für den Anbau der neuen Gruppe an der Kinderkrippe in Peiting ist bereits fertig. Die restlichen Arbeiten aber werden noch bis Jahresende dauern. 

Hiobsbotschaften für Bauprojekt

Peitinger Krippen-Anbau wird teurer und später fertig

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Es ist ein wichtiges Projekt für Peiting: Seit dem Frühjahr laufen die Bauarbeiten für die Erweiterung der gemeindlichen Krippe. Doch jetzt gibt es gleich zwei Hiobsbotschaften.

Peiting – Bürgermeister Peter Ostenrieder redete in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats nicht lange um den heißen Brei herum. „Es ist eine unangenehme Geschichte“, sagte der Rathauschef mit Blick auf die Zahlen, die er dem Gremium präsentieren musste. 650 000 Euro hatte man im Haushalt für den Bau der zusätzlichen Gruppe am Therese-Peter-Haus für Kinder veranschlagt. Doch mit den Ausschreibungen kam jetzt das böse Erwachen. Bei der Submission für die Gewerke Außentüren/Außenfenster, Dachdecker, Verputz, Garten- und Landschaftsbau, Schreiner, Fliesenleger und Maler lagen die Angebote der Firmen deutlich über der Kostenschätzung des Architekturbüros. Bei den Dachdecker- und Verputzarbeiten hatten sich gleich gar keine lokalen Firmen gefunden, weshalb die Gewerke noch einmal öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Insgesamt bezifferte der Bürgermeister die Mehrkosten auf 250 000 Euro.

Zum Vergleich: Beim Bau der Kinderkrippe 2013 hatte eine Gruppe noch mit unter 400 000 Euro zu Buche geschlagen, jetzt ist es mit 900 000 Euro mehr als doppelt so viel. Zwar bekommt die Gemeinde 90 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet, dies bezieht sich laut Kämmerer Christian Hollrieder allerdings nur auf die ursprünglich angesetzte Summe. Heißt: Die Förderung ist bei 380 000 Euro gedeckelt. Den zusätzlichen Betrag muss die Gemeinde komplett allein schultern.

Lesen Sie auch: Die Berichterstattung der Schongauer Nachrichten über die Sommer-Schließzeit der gemeindlichen Kindergärten in Peiting hat jetzt für ein Nachspiel im Peitinger Gemeinderat gesorgt.

Kostenexplosion bei Peitinger Krippenerweiterung

„Die Kosten auf dem Bausektor explodieren, das merken wir bei allen Bauvorhaben“, sagte Ostenrieder. Nach Vergleichen mit anderen Projekten und den Erfahrungswerten aus anderen Baumaßnahmen seien die aufgerufenen Preise zwar hoch, aber durchaus als realistisch einzustufen. Ostenrieder riet deshalb dazu, zuzustimmen („Peiting ist deshalb nicht pleite“). Auch vor dem Hintergrund, dass eine Neuausschreibung die Fertigstellung des Anbaus verzögern würde.

Doch schon jetzt lässt sich der ursprüngliche Zeitplan nicht mehr halten. Das war die zweite schlechte Nachricht, die der Rathauschef neben der Kostenexplosion in Sachen Krippenerweiterung dem Gremium beibringen musste. Ursprünglich sollte die vierte Gruppe zum Beginn des neuen Kindergartenjahres zur Verfügung stehen. Doch daraus wird nichts. Wie Marktbaumeister Fabian Kreitl auf Nachfrage der SN erklärt, habe es Probleme gegeben, ein Unternehmen für den Holzbau zu finden. Ein erstes Angebot habe den Kostenrahmen so überschritten, dass man das Vergabeverfahren aufheben musste. „Dadurch haben wir drei bis vier Wochen verloren.“ Mittlerweile hat die Gemeinde zwar eine Firma gefunden, doch jetzt hakt es laut dem Marktbaumeister an den Lieferzeiten für die speziellen Holzbauelementen. Die Bodenplatte sei zwar fertig, nur noch eine Wand müsse betoniert werden. „Aber mit dem Holzbau steht und fällt alles.“ Aktuell gehe man deshalb davon aus, dass der Anbau erst zum Jahresende in Betrieb genommen werden könne.

Peitinger Krippe öffnet später: Darum soll es trotzdem keine Einschränkungen im laufenden Betrieb geben

Weil die Plätze in der neuen Gruppe aber bereits vergeben sind, musste bis dahin eine Übergangslösung gefunden werden. So werde man den Bewegungsraum in der Krippe vorübergehend zweckentfremden, erklärte Ostenrieder. Da die Eingewöhnung der neuen Kinder aber sowieso in Etappen und nicht auf einen Schlag erfolge, rechnet Kreitl nicht mit großen Einschränkungen im laufenden Betrieb.

Wegen der erheblichen Überschreitung brauchte der Bürgermeister die Genehmigung des Gemeinderats für die Vergabe der Arbeiten. Diese erfolgte einstimmig, Nachfragen gab es nicht.

Die zusätzliche Summe soll über den Nachtragshaushalt gedeckt werden, der laut Kämmerer Christian Hollrieder Ende September auf der Tagesordnung steht. Bis dahin steht fest, mit wie viel finanzieller Unterstützung die Gemeinde aus dem Konjunkturpaket rechnen kann.

chpe

Außerdem interessant: An Alfons-Peter-Grundschule endet eine Ära: Beliebte Rektorin geht von Bord

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Corona-Ausraster: Frau rammt Mann mit Einkaufswagen
Wegen des Corona-Sicherheitsabstands sind einer Supermarkt-Kundin in Schongau jetzt offenbar die Sicherungen durchgebrannt: Weil ihr der Sicherheitsabstand offenbar auf …
Corona-Ausraster: Frau rammt Mann mit Einkaufswagen
Heißer Baustellensommer hat begonnen: Wo Autofahrer rund um Peiting mit Umleitungen rechnen müssen
Püntklich zu den Sommerferien legen im Schongauer Land die Straßenbaufirmen mit ihrer Arbeit los. Betroffen sind diesmal auch zwei wichtige Bundesstraßen.
Heißer Baustellensommer hat begonnen: Wo Autofahrer rund um Peiting mit Umleitungen rechnen müssen
Altenstadts Rathauschef Andreas Kögl nach 100 Tagen im Amt: „Der schönste Beruf der Welt“
100 Tage ist Altenstadts neuer Bürgermeister Andreas Kögl mittlerweile im Amt. Im Interview blickt er auf die ersten Monate an seiner neuen Wirkungsstätte zurück.
Altenstadts Rathauschef Andreas Kögl nach 100 Tagen im Amt: „Der schönste Beruf der Welt“
Schwabbruck und Schwabsoien teilen sich künftig einen Bauhof
Die Gemeinden Schwabbruck und Schwabsoien werden sich in Zukunft einen Bauhof teilen. Die beiden Bürgermeister Manfred Schmid und Norbert Essich haben den Mietvertrag …
Schwabbruck und Schwabsoien teilen sich künftig einen Bauhof

Kommentare