Noch herrscht Ruhe auf der Baustelle am Therese-Peter-Haus für Kinder in Peiting.
+
Noch herrscht Ruhe auf der Baustelle am Therese-Peter-Haus für Kinder in Peiting. Doch sobald es die Witterung ermöglicht, sollen die Arbeiten am Krippen-Anbau weitergehen.

Es gibt bereits eine Warteliste

Ein Plan B muss her: Peiting fehlen trotz Anbau Krippenplätze

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Die Nachfrage nach Krippenplätzen steigt in Peiting rasant. Schon jetzt steht fest, dass der aktuell im Bau befindliche Anbau an das Therese-Peter-Haus für Kinder schon zur Eröffnung voll belegt sein wird. Weil es noch dauert, bis der neue Kindergarten an der Jägerstraße Abhilfe schafft, sucht die Gemeinde kurzfristig einen Plan B.

Peiting – Eigentlich sollte der Anbau an die gemeindliche Kinderkrippe längst in Betrieb sein. Doch wegen massiver Probleme ist der eigentliche Zeitplan längst Makulatur (wir berichteten). Sobald es die Witterung zulässt, sollen die zuletzt ruhenden Bauarbeiten aber nun endlich wieder Fahrt aufnehmen. Im Rathaus ist man optimistisch, dass es mit dem neuen Fertigstellungstermin im Mai diesmal auch wirklich klappt und der neue Gruppenraum am Therese-Peter-Haus für Kinder dann endlich genutzt werden kann.

Dass er dringend benötigt wird, steht außer Frage. Zwar bietet der Anbau theoretisch Platz für zwölf zusätzliche Krippenkinder. Praktisch ist er allerdings jetzt schon voll belegt. Weil die Nachfrage nach Krippenplätzen in der Marktgemeinde so groß ist, wird derzeit bereits der Bewegungsraum der Einrichtung übergangsweise als zusätzlicher provisorischer Raum für eine vierte Gruppe genutzt. Mit der Fertigstellung ziehen die dort untergebrachten Kinder in den neuen Anbau um. „Mit 48 Kindern sind wir derzeit schon am Anschlag“, sagt Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Zusätzliche Krippenplätze werden dringend benötigt

Das Problem: Zusätzliche Krippenplätze wären eigentlich dringend nötig. Schon jetzt gibt es laut dem Rathauschef eine Warteliste mit Eltern, die Bedarf für eine Betreuung ihres Nachwuchses angemeldet haben. Und Ostenrieder rechnet damit, dass die Nachfrage in den nächsten Monaten noch weiter steigt. Er verweist auf das Krippengeld in Höhe von monatlich 100 Euro, mit dem der Freistaat seit einem Jahr Eltern finanziell unterstützt, die ihr Kind in einer Krippe betreuen lassen. Ein Anreiz, der den bayernweit in den vergangenen Jahren ohnehin schon zu beobachtenden Trend zu mehr Krippenbetreuung noch einmal verstärkt. „Wir gehen davon aus, dass die Anmeldezahlen ab dem Sommer noch einmal zulegen.“

Auch die Auswirkungen der aktuellen Pandemie dürfe man nicht vergessen, gibt Ostenrieder zu bedenken. Er rechne damit, „dass zunehmend Eltern aufgrund der coronabedingten Situation zu einem Doppelverdienertum tendieren, obwohl sie dies ursprünglich nicht vor hatten“.

Entlastung soll der neue Kindergarten an der Jägerstraße bringen, aber erst 2023

Eigentlich hat die Gemeinde bereits einen Plan, um weitere Krippenkapazitäten zu schaffen. Mit der Fertigstellung des neuen Kindergartens an der Jägerstraße soll das Therese-Peter-Haus für Kinder in eine reine Krippeneinrichtung umgewandelt werden. Die beiden aktuell dort noch untergebrachten Kindergartengruppen ziehen dafür in die neue Kita um. Allerdings werden bis dahin noch eineinhalb Jahre vergehen, frühestens im Sommer 2022 soll der neue Kindergarten seinen Betrieb aufnehmen. Anschließend müssen die beiden Gruppenräume im Therese-Peter-Haus noch krippengerecht umgebaut werden, mit einer entsprechenden Nutzung ist vor Frühjahr 2023 nicht zu rechnen.

Die Gemeinde arbeitet deshalb fieberhaft an einem Plan B, schließlich haben die Eltern einen rechtlichen Anspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder ab dem ersten Geburtstag. „Wir brauchen eine Zwischenlösung, wo wir kurzfristig ein bis zwei Krippengruppen unterbringen können“, sagt Ostenrieder. Erste Gespräche haben laut dem Rathauschef bereits stattgefunden. Offenbar mit Erfolg.

Es gebe bereits einen praktikablen Vorschlag, der in den nächsten Wochen hausintern geprüft werden soll, sagt der Bürgermeister. Mehr Details will er noch nicht verraten. Die Übergangslösung soll aber noch im ersten Quartal dem Gemeinderat vorgestellt werden, kündigt Ostenrieder an.

Lesen Sie auch:

Aus für den Skilift zum Mieten: Bromberglift-Betreiber und Gäste kritisieren die Entscheidung

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare