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Der „Bautrupp“ vom Bühlach steht: Am Wochenende haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Neubau des Marienheims am Bühlach begonnen, ein „Phantomgerüst“ in Eigenregie aufzustellen.  

Am Bühlach

Marienheim-Neubau: Bürgerinitiative hat mit Arbeiten am Phantomgerüst begonnen

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Manchmal muss es eben ein Hammer sein: Weil sich die Gemeinde gegen eine Beteiligung am „Phantomgerüst“ ausgesprochen hat, das die Ausmaße des Marienheim-Neubaus am Bühlach zeigen soll, packt die Bürgerinitiative jetzt selbst an: In Eigenregie haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens ihre Arbeit am Hang aufgenommen.

Peiting– „Was ist denn das?“ Ein Friedhof-Besucher verfolgt erstaunt das Geschehen auf dem Hügel am Bühlach gegenüber. Schneefangzäune sind dort aufgestellt. Dazwischen tummeln sich Menschen in Arbeitsklamotten. Einige hängen an einer Stange, die in den Himmel ragt. Das soll die Umrisse des Marienheim-Neubaus am Bühlach darstellen. „Ach so. Bauen die da so was Großes?“ Tatsächlich wissen offenbar viele Peitinger gar nichts vom Neubau und vom Bürgerbegehren.

Das möchte die Initiative rund um das Bürgerbegehren gegen den Marienheim-Neubau am Bühlach mit dem Bau eines Phantomgerüsts ändern. Zwar wurde das Bürgerbegehren im Gemeinderat durchgewunken, der Entscheid um den Neubau steht Ende August an. Eine Kostenübernahme für ein sogenanntes Phantomgerüst, damit auch jeder Bürger weiß, über was er da eigentlich entscheiden soll: Darüber hatten sich die Geister im Gremium geschieden – und die Räte sich mehrheitlich gegen eine Gemeinde-Beteiligung ausgesprochen.

Eine Baustraße, wie von der Bauverwaltung für das Aufstellen empfohlen, brauchen sie nicht, die Anwohner der Familien-Siedlung am Bühlach. Auch die geschätzten Kosten von zirka 8000 Euro für ein einfaches Holzkonstrukt: Davon sind sie mit bislang zirka 100 Euro Investition plus Eigenleistung weit entfernt. Eine ganze Siedlung hat sich hier zum Handwerken gegen ein Bauwerk zusammengetan, das – so fürchten die Anwohner – alles überschatten könnte.

Gemeinde hilft mit Maßen aus

Damit die Bemaßung der Darstellung passt, an der sich die Bürger für das Bürgerbegehren am 23. August orientieren sollen, hat es aus dem Rathaus Schützenhilfe für die Bürgerinitiative gegeben. Der Bauhof stellte Ende vergangener Woche mit Schneefangzäunen die Außenabmessungen des Baus nach. Man habe sich dafür vom Planungsbüro die genauen Daten schicken lassen, erklärt Bürgermeister Peter Ostenrieder. An den Initiatoren des Begehrens ist es jetzt, die Höhen per Holzlatte nachzubauen. Und das ist gar nicht so einfach.

Es wird gehämmert. Geklopft. Geklettert. Einer der Eckpfeiler sitzt. Er deutet die Höhe unter der Dachneigung mit gut neun Metern an. „Aber das sind noch nicht die höchsten“, erklärt Sprecher Jürgen Schleich. Weiter oben werden sie noch höhere Giebelhöhen mit einfachen Hölzern nachstellen müssen: Inzwischen liegt die Gebäudehöhe bei 12,5 Metern.

Und die werden laut Initiatoren schon von Weitem zu sehen sein. „Jeder, der im Ort wohnt, will doch, dass der Ort schön aussieht“, so Philipp Alschweig. Wegen der Hanglage, sagt er, „ist dieses Bauwerk vom ganzen Ort aus zu sehen. Es verschandelt das Ortsbild.“ Endlich sollten die Bürger sich von den Ausmaßen des Projekts ein Bild machen können, die an einem Modell nur schwer zu erkennen seien.

Und es gibt noch andere Argumente, die Andreas Dupont-Christ ins Feld führt. Er ist Anwohner. Allerdings nicht „erste Reihe“, erzählt er. Und trotzdem ärgert ihn an diesem Projekt, das die Arbeiterwohlfahrt so umsetzen möchte, so einiges. Er spricht – mit Blick auf die Schwierigkeiten, die sich mit einem Bauvorhaben in dem hügeligen, wässerigen Gelände ergeben dürften – von einer enormen „Geldverschwendung“. Die Gemeinde, so sagt er, sei für die Arbeiterwohlfahrt „ein völlig willfähriger Erfüllungsgehilfe“. Die Kosten für das schwierige Bauprojekt zahle unterm Strich nicht der Betreiber, sondern der Bezirk, „und das sind wir alle, wir Steuerzahler“.

Der Zusammenhalt der Anlieger ist groß

Immerhin: Es gibt neben all den nervenaufreibenden Aspekten auch einen positiven: Der Zusammenhalt in dem großen Wohngebiet mit vielen jungen Familien sei aus der Not heraus noch größer geworden, erzählt der Anwohner. Und weil sie gemeinsam anpacken, wollen sie es bis zum kommenden Wochenende schaffen: Bis dahin soll das Phantomgerüst stehen, das den Marienheim-Neubau am Bühlach skizziert. Sichtbar für alle Bürger. Erbaut in Eigenregie. Mit wenig finanziellem Aufwand. Dafür aber mit viel Herzblut.

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