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So könnte der Neubau des Marienheims am Bühlach aussehen, wenn die Pläne des von der AWO beauftragten Architekturbüros verwirklicht werden. 

Gespräch mit Anliegern

Peitinger Marienheim: „Sanfter Umbau“ möglich?

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Der geplante Neubau des Marienheims am Bühlach hat für Proteste der Anlieger gesorgt. Um die Wogen zu glätten, fand jetzt im Rathaus ein runder Tisch statt. 

Peiting – Rund drei Stunden dauerte das Treffen im Peitinger Rathaus, an dem neben Bürgermeister Michael Asam und den Vertretern der Fraktionen auch die Leitung des Marienheims, Vertreter der AWO und Sprecher der Anlieger des geplanten Standorts an der Bühlachstraße teilnahmen. Direkt gegenüber des neuen Friedhofs soll wie berichtet der Neubau der in die Jahre gekommenen geschlossenen Einrichtung entstehen. Das entsprechende Grundstück hat die Gemeinde der Arbeiterwohlfahrt, die als Bauherr auftritt und das Marienheim als neuer Träger übernehmen soll, zum Kauf angeboten. Doch vor allem die Anlieger zeigten sich alles andere als begeistert, als in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Entwurf für das neue Gebäude erstmals öffentlich vorgestellt wurde.

Um ihre Bedenken ging es jetzt beim Gespräch im Rathaus. Asam sprach am Mittwoch auf Nachfrage der SN von einer „sachlichen Runde“. Ins Detail wollte der Bürgermeister allerdings nicht gehen. Er verwies auf die kommende Gemeinderatssitzung am Dienstag, auf der das Thema Marienheim zwar nicht als eigener Punkt auf der Tagesordnung stehe, er aber über das Gespräch informieren wolle.

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Marienheim in Peiting: Christian Lory kritisiert fehlende Informationen

Weniger schweigsam ist Christian Lory, der als Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen ebenfalls an der Runde teilgenommen hatte. In einer E-Mail an die Schongauer Nachrichten berichtet er von „neuen Erkenntnissen“, die bei der Besprechung auf den Tisch gekommen seien. So sei ihm als Gemeinderat bisher nicht bekannt gewesen, dass bei einem „sanften Umbau“ eine Ausnahmegenehmigung bestehe, die in diesem Fall den Betrieb für weitere 19 Jahre erlaube. Ohne Anpassungen an die gesetzlichen Vorgaben läuft die Betriebserlaubnis der sozialtherapeutischen Einrichtung wie berichtet 2022 aus. „Dies sind Neuheiten, die in der bisherigen Diskussion keine Berücksichtigung fanden“, kritisiert Lory.

Zwar gebe es wohl zwei Gutachten, die einen Umbau als unwirtschaftlich darlegen, „jedoch durften wir diese Gutachten bis zum heutigen Tage nicht einsehen, da sie privat erstellt wurden“, kritisiert der Gemeinderat. Außerdem sei bisher nicht geprüft worden, ob eine verringerte Anzahl an Bewohnern einen Umbau wirtschaftlich und konzeptionell sinnvoll erscheinen lasse. „Ich setze mich – wie auch schon in der Anliegerbesprechung – unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse für eine neutrale und vor allem öffentliche Begutachtung eines Umbaus am bisherigen Standort ein.“

Marienheim in Peiting: Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung

Am Dienstagabend wird sich zeigen, was die übrigen Fraktionen des Gremiums dazu sagen. Man darf gespannt sein.

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