Mitarbeiter der Peitinger Gemeindeverwaltung, stellvertretend für alle, die beim Stadtradeln kräftig in die Pedale treten wollen. Von li nks Gerhard Habersetzer, Heidi Hiemer, Andrea Deibler, Wolfgang Schweiger, Gabi Waldner, Fabian Kreitl und Theda Smith-Eberle. Foto: marktgemeinde Marktgemeinde verzichtetauf eine Auftaktveranstaltung

Aktion „Stadtradeln“

Peiting radelt für mehr Klimaschutz

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Woanders treten Bürger schon seit Jahren für mehr Klimaschutz und Radverkehr kräftig in die Pedale, jetzt sollen sich auch die Peitinger in den Sattel schwingen. Die Marktgemeinde nimmt vom 29. Juni bis zum 19. Juli zum ersten Mal an der Aktion „Stadtradeln“ teil.

Peiting – Viel wird in diesen Tagen vom Klimaschutz geredet, darüber, wie der Klimawandel noch aufzuhalten ist. Wenn von Verkehrskonzepten für die Zukunft gesprochen wird, spielt das Fahrrad meist eine große Rolle. Kein Wunder: Etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entsteht im Verkehr, gar ein Viertel der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrs verursacht der Innerortsverkehr. „Wenn circa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren werden, ließen sich etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden“, rechnet das Klima-Bündnis vor, ein internationales Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen. Mit seiner Kampagne „Stadtradeln“ setzt es sich seit 2008 dafür ein, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Während etwa in Weilheim bereits seit neun Jahren regelmäßig zum Wohl der Umwelt in die Pedale getreten wird – 2018 legten 728 Weilheimer Radfahrer binnen 21 Tagen stolze 176 308 Kilometer zurück –, nimmt die Marktgemeinde Peiting heuer das erste Mal an der Aktion teil.

Die Entscheidung dafür sei gefallen, nachdem das Landratsamt im Frühjahr per E-Mail die Kommunen zur Teilnahme aufgefordert habe, sagt Theda Smith-Eberle. Die Verwaltungsmitarbeiterin ist sozusagen die „Stadtradeln“-Beauftragte der Gemeinde, bei ihr laufen die Fäden zusammen. Noch tastet sich der Markt freilich vorsichtig an den Wettbewerb heran. Eine große Aktion zum Auftakt, wie es sie in anderen Kommunen gibt, sei nicht geplant, sagt Smith-Eberle. „Es geht erstmal darum, dass wir uns als Gemeinde beteiligen.“ Allerdings soll die Teilnahme keine Eintagsfliege bleiben. Mit mehr Vorlauf sei durchaus angedacht, das Stadtradeln im kommenden Jahr größer aufzuziehen, sagt Smith-Eberle.

Der Wettbewerb an sich ist schnell erklärt: Im Aktionszeitraum zwischen dem 29. Juni und dem 19. Juli geht es für die Teilnehmer darum, möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen. Mitmachen und Kilometer sammeln können alle Peitinger – entweder für sich als Einzelperson oder für eine Gruppe, die sich angemeldet hat. Am Ende der drei Wochen werden die geradelten Kilometer zusammengezählt. Der fahrradaktivsten Kommune – gewertet wird in fünf Größenklassen – winken Preise genau wie auch dem Gemeinde- oder Stadtrat mit den meisten zurückgelegten Radkilometern. Besonders ausgezeichnet werden zudem all jene, die ihr Auto die ganzen 21 Tage stehen lassen. Die Konkurrenz freilich ist groß: Im vergangenen Jahr beteiligen sich Bürger aus 885 Kommunen.

Mit Thomas Elste (Grüne) und Herbert Salzmann (SPD) haben sich bereits zwei Vertreter des Peitinger Marktgemeinderats angemeldet, Luft nach oben ist hier allerdings noch genau wie bei den übrigen Teilnehmerzahlen. Stand Montag waren erst zwei Teams registriert. Smith-Eberle will deshalb in den nächsten Tagen noch einmal kräftig Werbung für das „Stadtradeln“ machen. Neben der Verteilung von Flyern und Plakaten hofft die Peitingerin auf die Mitglieder des TSV Peiting, den sie bereits informiert hat. Aber auch die Schulen will sie noch ins Boot holen. „Unser Ziel ist es, möglichst viele zu erreichen und zum Mitmachen zu bewegen“, sagt Smith-Eberle. Sie hofft dabei nicht nur auf einen kurzfristigen Effekt. „Wenn der ein oder andere nach der Aktion öfters mit dem Rad in die Arbeit fährt, haben wir schon etwas erreicht.“

Noch auf eine weitere Weise will die Marktgemeinde vom Stadtradeln profitieren. So bittet Bürgermeister Michael Asam die Teilnehmer, störende und gefährliche Stellen im Radwegeverlauf, die ihnen beim Radeln auffallen, gleich der Verwaltung zu melden. Die Rückmeldungen aus erster Hand könnten wichtige Hinweise für das Radwegekonzept liefern, das derzeit erstellt wird.

Die Anmeldung für das „Stadtradeln“ ist online unter www.stadtradeln.de/peiting möglich.

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