Im Therese-Peter-Kindergarten soll vorübergehend eine Notgruppe eingerichtet werden.
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Im Therese-Peter-Kindergarten soll vorübergehend eine Notgruppe eingerichtet werden.

„Wir müssen diesen Rechtsanspruch erfüllen“

Mehr Anfragen als Kindergartenplätze - Gemeinde richtet Notgruppe ein und sucht Personal

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Nachfrage nach Kitaplätzen bleibt in Peiting ungebrochen – mit Folgen für das kommende Kindergartenjahr. Weil es an Betreuungsplätzen fehlt, wird es vorübergehend eng im Therese-Peter-Haus für Kinder. Händeringend ist die Gemeinde zudem auf der Suche nach zusätzlichem Personal.

Peiting – Auch heuer gab es wegen der Corona-Pandemie keinen Tag der offenen Tür, bei der sich die Eltern im Vorfeld persönlich in den verschiedenen Kitas in Peiting informieren konnten. Immerhin: Die Online-Anmeldung, die die Marktgemeinde im vergangenen Jahr eingeführt hatte, sei ohne Probleme über die Bühne gegangen, freut sich der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Schweiger.

Weniger erfreulich ist aus Sicht von Gemeinde und betroffener Eltern freilich das Resultat, das das System am Ende ausspuckte. Obwohl man alle vorhandenen Gruppen stärker besetzt habe, seien 25 Kindergartenkinder ohne Betreuungsplatz übrig geblieben, sagt Bürgermeister Peter Ostenrieder. Dass die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, dafür gibt es aus Sicht des Rathauschefs mehrere Gründe. Zum einen sei die Notgruppe im Caritas-Kindergarten weggefallen, zum anderen spiele auch die Corona-Krise und die damit verbundenen Unsicherheiten eine Rolle. Viele Eltern der sogenannten Korridor-Kinder würden von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihren Nachwuchs noch ein Jahr länger in den Kindergarten statt in die Schule zu schicken, weiß Ostenrieder aus Gesprächen mit den Kindergarten-Leitungen. „Wir müssen diesen Rechtsanspruch erfüllen.“

Auch Krippenplätze sind gefragt

Das gilt auch für die mit 48 Kindern schon jetzt voll belegte gemeindliche Krippe. Dort hatte sich der zusätzliche Bedarf allerdings bereits Anfang des Jahres abgezeichnet, woraufhin die Gemeinde gegensteuerte. Wie berichtet, sollen bis zum Kindergartenjahrbeginn im September zwei zusätzliche Krippengruppen übergangsweise in der Alfons-Peter-Grundschule eingerichtet werden. „Eine Gruppe ist Stand jetzt schon voll belegt mit zwölf Kindern“, so Ostenrieder. Die zweite diene nun als Puffer für weitere Anmeldungen.

Auch für die fehlenden Betreuungsplätze im Kindergarten hat man sich in der Verwaltung mittlerweile eine Lösung überlegt. So soll im Bewegungsraum des Therese-Peter-Kindergartens vorübergehend eine Notgruppe Platz finden. Um zumindest den Gang als alternative Spielfläche nutzen zu können, sollen die dortigen Garderoben in den Eingangsbereich verlegt werden, der bislang als Mensa für die Offene Ganztagsschule genutzt wird. Diese zieht bekanntlich zum neuen Schuljahr in den derzeit entstehenden Neubau. Mit der Leitung der Einrichtung sei das Vorgehen bereits besprochen, sagt Ostenrieder. „Alle ziehen mit.“

Hoffnung auf pünktliche Fertigstellung des neuen Kindergartens

Doch noch gibt es einen großen Haken, der sowohl die Krippe als auch den Kindergarten betrifft: Für die zusätzlichen Gruppen braucht es Fachpersonal, das die Kinder betreut. Acht Erzieher- und Kinderpflegerstellen hat die Gemeinde deshalb ausgeschrieben, auch eine Küchenhilfe sucht man. Kein leichtes Unterfangen angesichts des leer gefegten Arbeitsmarktes, dessen ist sich auch der Bürgermeister bewusst. Immerhin: Einige Bewerbungen habe man bereits bekommen, zeigt er sich zuversichtlich.

Mit der zusätzlichen Notgruppe werden in Peiting ab September laut Schweiger insgesamt 420 Kindergartenkinder in den einzelnen Einrichtungen betreut. Die ganze Entwicklung mache noch einmal die Dringlichkeit deutlich, den neuen Kindergarten im nächsten Jahr pünktlich zu beziehen, betont Ostenrieder. Die neue Einrichtung an der Jägerstraße, deren Bau gerade begonnen hat, bietet Platz für sieben Gruppen. Ob der ambitionierte Zeitplan zu halten ist, wird sich zeigen.

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