Weil er einen Mann mit einem Stein geschlagen haben soll, stand ein Peitinger nun vor Gericht
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Weil er einen Mann mit einem Stein geschlagen haben soll, stand ein Peitinger nun vor Gericht

Angeklagter streitet alles ab

„Ich bin Künstler, ich verletze keinen“  - Peitinger soll mit Stein auf Mann eingeschlagen haben

Mit einem faustgroßen Stein soll ein 66-jähriger Peitinger auf den Kopf eines Mannes eingeschlagen haben. Deshalb musste er sich kürzlich vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten. 

Peiting – Der Mann kam schimpfend in den Gerichtssaal und verließ ihn auch so wieder. Er bestritt die Tat, die er Mitte Dezember letztes Jahr begangen haben soll. „Ich bin Künstler, ich verletze keinen anderen Menschen“, sagte er. Was angesichts seines ellenlangen Vorstrafenregisters vollkommen unglaubwürdig klang.

Er ist 27 Mal vorbestraft, unter anderem auch oft wegen Körperverletzung, Was für eine Art von Kunst er ausübt, das ging während der Verhandlung nicht hervor. Auch nicht ganz genau, warum er einem 32-Jährigen am Tattag einen faustgroßen Stein auf die Stirn schlug, sodass dieser eine sieben Zentimeter lange Platzwunde und ein Schädel-Hirntrauma davontrug.

Auseinandersetzung am Gumpen in Peiting: Angriff sei völlig überraschend gekommen

Die beiden Männer, die sich flüchtig kannten, hatten am Gumpenweiher in Peiting am frühen Abend eine Flasche Rum geleert. Laut Aussage des Geschädigten war eine verbale Auseinandersetzung über eine frühere Freundin des Angeklagten die Ursache für den Schlag.

Der Angriff kam für ihn vollkommen überraschend. „Ich habe den Stein zu spät bemerkt“, sagte der 32-Jährige, der noch immer unter Kopfschmerzen leide und eine breite Narbe auf der Stirn hat. Er selbst hatte den Notruf gewählt und bei der Polizei dieselben Angaben zur Tat gemacht, wie auch vor Gericht. Ein Grund für den Vorsitzenden Richter Lars Baumann, nicht mögliche Erinnerungslücken ins Spiel zu bringen, wie es die Pflichtverteidigerin des Angeklagten tat.

Angeklagter Peitinger hat andere Erklärung für Verletzung

„Der Geschädigte hatte beinahe zwei Promille Alkohol im Blut und kann sich vielleicht nicht mehr so genau erinnern“, sagte sie. Er hätte sich die Verletzung auch so zuziehen können, wie es ihr Mandant geschildert hatte, so die Verteidigerin. Dieser hatte erklärt, dass bei einem Gerangel um die Schnapsflasche unglücklicherweise diese Verletzung passiert sei. Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch.

Der Staatsanwalt erkundigte sich noch nach dem erheblichen Alkoholkonsum des Angeklagten, denn immer wieder hatte er Taten unter Alkoholeinfluss begangen. Auch hier zeigte sich der Mann uneinsichtig. „Ich bin nur ein Problemtrinker“, sagte er. Der Staatsanwalt wunderte sich über die schon seit Jahrzehnten andauernden Probleme des Angeklagten. Dieser schimpfte lange über die Ungerechtigkeiten dieser Welt, konnte aber nicht verhindern, dass er zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt wurde. Richter Baumann sah angesichts des Vorlebens des Angeklagten von einer Bewährung ab.

VON REGINA WAHL-GEIGER

Lesen Sie auch: Braucht es in Peiting eine generelle Leinenpflicht für Hunde? Besitzer eines treuen Vierbeiners würden dieser Frage vermutlich mit Nein beantworten.

Außerdem interessant: Dass seine „Shopping-Tour“ auf der Polizeiwache endet: Das hätte sich ein 26-jähriger Mann aus dem südlichen Landkreis Landsberg wohl auch anders vorgestellt.

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