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So soll der Neubau der Offenen Ganztagsschule aussehen. Im Hintergrund das bestehende Schulhaus der Alfons-Peter Grundschule.

Bauantrag genehmigt

Neubau der Offenen Ganztagsschule: Früherer Peitinger Marktbaumeister kritisiert Bauweise

  • Christoph Peters
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Das war Formsache: Einstimmig hat der Peitinger Bauausschuss dem Bauantrag der Marktgemeinde für die neue Offene Ganztagsschule an der Alfons-Peter-Grundschule zugestimmt. Während auf dem Gelände bereits Bäume gefällt werden, kritisiert ein ehemaliger Marktbaumeister den Entwurf.

Peiting – Laut dröhnten in den vergangenen Tagen die Motorsägen auf dem Gelände der Alfons-Peter-Grundschule. Insgesamt fünf Bäumen wurde der Gar aus gemacht. Sie standen dem Neubau der Offenen Ganztagsschule im Weg. 

Eile ist geboten, schon zum Schulhalbjahr 2020/21 soll das neue Gebäude bezugsfertig sein. Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat das Projekt auf den Weg gebracht, um die Raumnot der Einrichtung, die bislang mehr schlecht als recht in der Grundschule untergebracht ist, zu beenden. 

Fünf Bäume auf dem Schulgelände wurden gefällt, um Platz für den OGTS-Neubau zu machen.

Fünf Architekturbüros wurden beauftragt, einen Vorschlag zu liefern. Im vergangenen September kürte der Gemeinderat nichtöffentlich den Entwurf des Schongauer Architekturbüros Baldauf-Prill-Lutz zum Sieger. Bei der Bürgerversammlung im November stellte ihn Marktbaumeister Fabian Kreitl erstmals öffentlich vor.

In der jüngsten Bauausschusssitzung stand nun der Bauantrag auf der Tagesordnung. Große Änderungen hatten sich laut Kreitl zwischenzeitlich nicht ergeben. Nach Gesprächen mit der Leitung von Grundschule und Offener Ganztagsschule sei lediglich das Raumprogramm in einem Punkt überarbeitet worden. So sei der Wunsch nach einem kleinen Büro für die OGTS-Leitung geäußert worden, um einen Ort zu haben, wo auch Elterngespräche ungestört geführt werden könnten, erläuterte Kreitl auf Nachfrage der Heimatzeitung. 

An der übrigen Planung, die zwei große und zwei kleinere Gruppenräume sowie eine Mensa samt Küche vorsieht, habe sich ansonsten nichts geändert. Nachfragen gab es im Bauausschuss keine. Einstimmig gab das Gremium grünes Licht, schon im März sollen die Bagger für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt rollen.

Kritik kommt von früherem Marktbaumeister

Doch nicht jedem gefällt, was dort entstehen soll. Einer, der das Vorhaben kritisch sieht, ist der frühere Marktbaumeister Reinhard Pantke. Dabei geht es dem 77-Jährigen um die Ausführung des Neubaus für die Offene Ganztagsschule. Immer wieder werde in der heutigen Zeit der hohe Flächenverbrauch kritisiert. „Ich halte einen eingeschossigen Bau deshalb für nicht vertretbar.“ Dazu komme der höhere Unterhalt für das Gebäude durch mehr Dachfläche und einen größeren Energieverbrauch. 

Bislang habe er es vermieden, sich in Projekte seiner Nachfolger einzumischen. „Aber wenn ich das sehe, dann denke ich mir, das kann nicht sein.“ Pantke, der von 1990 bis 2000 Chef der Bauverwaltung war, hat eine besondere Beziehung zu dem Areal. In seine Zeit fiel der Anbau an die Alfons-Peter-Schule, den der 77-Jährige eigenhändig plante – natürlich zweigeschossig.

Besonders verwundert es Pantke, der der Bauausschusssitzung am Dienstag als Zuschauer beiwohnte, dass auch Grünen-Gemeinderätin Silvia Ruhfaß-Bückle dem Bauantrag kommentarlos zustimmte. Ihr Fraktionskollege Thomas Elste habe schließlich in letzter Zeit immer wieder kritische Worte für den Flächenverbrauch der Gemeinde gefunden.

Das sagt das Marktbauamt

Im Marktbauamt sieht man die Kritik gelassen. Über das Thema Flächenverbrauch könne man geteilter Meinung sein, zeigt Kreitl Verständnis. Tatsächlich habe es unter den Entwürfen auch Vorschläge für einen zweigeschossigen Bau gegeben. Die seien allerdings deutlich teurer gewesen – unter anderem, weil für die Barrierefreiheit ein Aufzug benötigt worden wäre. Die gewählte Variante sei zudem im Gemeinderat am besten angekommen. „Der Entwurf ist sehr gelungen.“ 

Was den Unterhalt angeht, verweist der Marktbaumeister auf das Blockheizkraftwerk im Eisstadion, das den Neubau mit Nahwärme versorgen werde. Die Energiekosten dürften sich damit im Rahmen halten.

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