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Die Planung der LEW: Statt wie bisher eigenständig über den Lech (grün) zu führen, soll die Stromtrasse von Roßhaupten ab den Köpfinger Wiesen nach Norden verlängert werden (rosa). Dort würde sie auf die bestehende Leitung treffen, die von Peißenberg nach Schongau verläuft.

Pläne vorgestellt

Neue Trasse für alte Stromleitung auf Peitinger Flur - Erdverkabelung fürs Bachfeld?

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Weil die bestehenden Hochspannungsleitungen in der Region in die Jahre gekommen sind, werden diese sukzessive erneuert. Die LEW Verteilnetz GmbH will die Gelegenheit nutzen, um den Trassenverlauf südlich von Peiting zu optimieren. Im Marktgemeinderat wollte man sich dem jüngst nicht verschließen. Die Räte hatten allerdings eine wichtige Forderung.

Peiting – Die 110 KV-Hochspannungsleitung, um die es geht, verläuft derzeit vom Umspannwerk Roßhaupten nach Schongau. Dabei macht sie im Bereich der Köpfinger Wiesen südlich von Peiting einen Knick und führt im weiteren Verlauf über den Lech, um schließlich auf der anderen Seite auf die von Peißenberg kommende Stromtrasse zu treffen. Genau dieses 2,4 Kilometer lange Stück mit neun Masten möchte die LEW Verteilnetz GmbH im Rahmen der Modernisierung der alten Trasse abbauen. Im Gegenzug soll eine neue Trasse geschaffen werden, die im Bereich der Villa Rustica auf die Peißenberger Leitung trifft. 

Der Vorteil dieser Optimierung sei, dass die alternative Route zum einen mit 1,6 Kilometer deutlich kürzer sei und nur noch fünf Masten benötige, erläuterte Stefan Huggenberger von der LEW, der den Peitinger Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung über die Pläne seiner Firma unterrichtete. Zum anderen spare man sich eine der beiden Leitungen über den Lech. Dies wäre auch im Sinne des Naturschutzes zu begrüßen. „Solche Eingriffe in den Lechhang sind nie ganz unproblematisch.“ Noch befinde man sich in einem frühen Stadium der Planung, es gebe noch keine genauen Mastenpläne, auch mit den Grundstückseigentümern sei noch nicht gesprochen worden. „Das wäre der nächste Schritt.“ Denn die müssen zustimmen, ansonsten bliebe nur die Erneuerung im Bestand.

Sorge um Villa Rustica

Dass mit der neuen Trasse eine Lechquerung weniger nötig wäre, kam im Gemeinderat gut an. „Kopfzerbrechen“ bereitete Thomas Elste (Grüne) allerdings, dass die neue Leitung in nächster Nähe zur Villa Rustica verlaufen sollte. „Die ist für uns von hohem touristischen Wert.“ Sein Vorschlag: Warum die neue Trasse nicht weiter nach Südosten verlegen? Damit wäre man zum einen weiter weg von der römischen Grabungsstätte, zum anderen bestünde dann die Möglichkeit, die bislang über das Bachfeld verlaufende Stromleitung „aus dem Wohngebiet herauszubekommen“.

Dies sei eine gute Idee, man werde das überprüfen, versprach Huggenberger. Wenn die LEW dies prüfe, müsse auch das Thema Erdverkabelung auf den Tisch kommen, forderte Bürgermeister Michael Asam in diesem Zug. „Das wäre uns natürlich am liebsten.“ Auch mit Hinblick auf die mögliche Erweiterung des Wohngebiets. Dabei müsse man aber bedenken, dass eine Erdleitung um den Faktor drei teurer sei, entgegnete der LEW-Vertreter. Man sei gesetzlich verpflichtet, so günstig wie möglich zu bauen. Auch im Falle eines Schadens hätte diese Lösung Nachteile, gab er zu bedenken. Während bei einer Freileitung eine Reparatur oft binnen eines Tages möglich sei, dauere es bei in der Erde verlegten Kabeln erfahrungsgemäß deutlich länger.

„Mir fehlt hier ein Kostenvergleich“, sagte Norbert Merk (CSU). Schließlich spare die LEW durch die kürzere Strecke Geld. „Wir kaufen hier nicht die Katze im Sack.“ Zudem müsse sich das Unternehmen für den Bau eines zusätzlichen Mastens bei der Villa Rustica erst einmal eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung holen. Doch hier konnte Huggenberger Entwarnung geben. Die geplante neue Trasse verlaufe nordwestlich des archäologischen Grundstück zum bestehenden Masten.

Auch Herbert Salzmann gefiel die Idee, vom stromleitungsfreien Bachfeld. Die LEW solle das Geld, das sie durch die Optimierung der Trasse einspare, dort einsetzen, wo Menschen wohnen, forderte der SPD-Fraktionschef. Huggenbergers Hinweis, dass dies Thema werde, wenn die Leitung nach Peißenberg erneuert werde, verfing im Gremium nicht. „Wir wollen eine Gesamtlösung. Bitte nehmen sie das so mit“, sagte Asam. „Heute gibt es keinen Beschluss.“

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