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Das zentrale Element des neuen Abenteuerspielplatzes: Das „Römertor Via Claudia Augusta“ soll Kindern vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bieten – vom Klettern bis zum Rollenspiel.

Marktgemeinderat

Neuer Abenteuerspielplatz in Peiting: Der Favorit macht das Rennen

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Die Marktgemeinde Peiting drückt aufs Gas für den geplanten Abenteuerspielplatz neben der Eishalle. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat entschieden, wie die Attraktion aussehen soll. Die Räte folgten dabei dem Wunsch einer besonderen Expertengruppe.

Peiting – Ende Oktober hatte Marktbaumeister Fabian Kreitl die Pläne für einen Abenteuerspielplatz neben den Tennisplätzen in einer Gemeinderatssitzung öffentlich gemacht. Er soll als Ersatz dienen für den vorhandenen Spielplatz am Therese-Peter-Haus für Kinder, der im Zuge des Anbaus an die Kinderkrippe zurückgebaut werden muss. „Außerdem bin ich immer wieder angesprochen worden, dass es im Ort an einem attraktiven Spielplatz fehlt“, erinnerte Bürgermeister Michael Asam in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Damit sich das baldmöglichst ändert, hatte die Verwaltung Hersteller von Spielgeräten um Vorschläge für einen Abenteuerspielplatz gebeten. Zehn Entwürfe trudelten bis Anfang Dezember im Rathaus ein.

Die anschließende Bewertung übernahm eine besondere Expertengruppe. Vor den Weihnachtsferien durften die Drittklässler der Alfons-Peter-Schule in die Rolle der Juroren schlüpfen und darüber abstimmen, welcher Entwurf ihnen am besten gefällt. „Das haben wir vorher noch nie gemacht“, sagte Asam. Die Erkenntnis: „Spielende Kinder beurteilen das ganz anders als Erwachsene.“

Unterschiedliche Ansätze der Spielgerätehersteller

Das Ergebnis der Abstimmung behielt der Bürgermeister an dieser Stelle noch für sich. Denn für die Sitzung hatte man die vier Spielgerätehersteller eingeladen, deren Entwürfe bei den Kindern am besten angekommen waren. Sie sollten ihre Ideen dem unvoreingenommenen Gemeinderat vorstellen.

Die Ansätze waren durchaus unterschiedlich. Die erste Firma setzte auf einen sieben Meter hohen Spielturm aus Metall als zentrales Element. Unterschiedliche Aufstiegsmöglichkeiten und Plattformen sowie eine lange Stahlrutsche sollten Kinderherzen höher schlagen lassen.

Ebenfalls einen hohen Kletterturm als Hauptattraktion sah der Entwurf der zweiten Firma vor, die es gleich mit zwei Vorschlägen in die Endauswahl geschafft hatte. Anders als die Konkurrenz hatte man dem Spielplatz ein Motto gegeben – in dem Fall Bergwerk –, auf das die ganzen Spielgeräte abgestimmt waren. Der Kletterturm wurde so zum Förderturm, die Balancierstrecke war Gleisen nachempfunden und auch eine kleine Bergbahn für die Kleinen hatte das Unternehmen vorgesehen.

Ähnlich viel Gedanken hatte man sich auch beim zweiten Vorschlag gemacht, der sich dem Thema Landwirtschaft widmete. Ein einem Mähdrescher nachempfundenes Klettergerät mit Netzmähwerk, Hangelstrecke und diversen Aufstiegsmöglichkeiten sollte nicht nur sportliche Herausforderungen bieten, sondern auch zum Rollenspiel einladen. Auch drumherum bewies der Entwurf Liebe zum Detail etwa mit einem Hofladen für die Kleinen und einer schaukelnden Pferdekutsche.

Klares Votum der Grundschüler

Sie alle aber hatten keine Chance gegen den Vorschlag der Firma „Spessart Holzgeräte“. 35 von 60 Drittklässlern hatten für ihn gestimmt und damit weit mehr als für den zweitplatzierten Entwurf Landwirtschaft, der zehn Stimmen erhielt, wie Marktbaumeister Fabian Kreitl später verriet. 

Mit dem riesigen Römertor „Via Claudia Augusta“ als zentralem Element samt Wehrgang, Türmen, Hängebahn, Rutsche und diversen Aufstiegsmöglichkeiten bewies der Hersteller nicht nur Gespür für die Peitinger Geschichte, sondern eroberte offenbar auch die Herzen der Kinder im Sturm. Klettern, Balancieren, Rollenspiele, alles sei möglich, warben die Firmenvertreter für ihre Idee, die neben dem Römertor einen Minitrampolin-Bereich sowie einen Seilparcours und einen Bereich für kleinere Kinder vorsieht. Dazu Stehwippe und Schaukeln. Auch an eine Sitzgruppe für die Eltern wurde gedacht.

Lieferung im Frühsommer

Kritisch sah Hermann Mödl (BVP) nur den verwendeten Baustoff. Bei Holz bestehe immer die Gefahr, das Kinder sich einen Schiefer einziehen. Doch mit seiner Sorge stand der Marktrat allein. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung folgte der Gemeinderat letztlich einhellig dem Votum der jungen Juroren, wie Geschäftsleiter Stefan Kort am nächsten Tag auf Anfrage der Heimatzeitung, mitteilte. Die Kosten belaufen sich auf rund 80.000 Euro. Schon im Frühsommer soll die neue Attraktion laut Kort geliefert werden.

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