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Der Walderlebnispfad am Peitinger Kalvarienberg hat seine besten Tage hinter sich. Manche Stationen sind verschwunden. Ihm soll nun im Rahmen des neuen Hotspot-Projekts neues Leben eingehaucht werden.

Natur und Tourismus in Einklang bringen

Neues Hotspot-Projekt: Peiting ist dabei

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Tourismus und Natur in Einklang zu bringen, ist nicht leicht. Gerade sensible Gebiete wie die Ammerschlucht ziehen immer mehr Erholungssuchende an. Mit einem neuen Hotspot-Projekt will der Tourismusverband Pfaffenwinkel dem steigenden Freizeitdruck mit gezielten Maßnahmen begegnen. Der Peitinger Gemeinderat zeigt sich begeistert.

Peiting – Wer einmal die Ammerschlucht mit eigenen Augen gesehen hat, der weiß, welches Kleinod sich da in unmittelbarer Nähe zur Marktgemeinde Peiting versteckt. Wobei, ein Geheimnis ist das einmalige Stück Landschaft schon lange nicht mehr. Längst drängeln sich an den Wochenenden die Besucher auf den engen Pfaden entlang der Ammer, und es werden immer mehr. 

Nie war das so deutlich zu registrieren wie jetzt. In der Corona-Krise, wo sich Reisen in ferne Länder verbieten, zieht es die Menschen in Scharen in die nahe Natur. „Der Freizeitdruck ist noch viel mehr geworden“, sage Susanne Lengger in der jüngsten Sitzung des Peitinger Gemeinderats. Dort stellte die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel ein neues Hotspot-Projekt vor, das in den kommenden Jahren die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen soll. Nämlich auf der einen Seite das naturtouristische Angebot verbessern und auf der anderen Seite gleichzeitig die besonderen sensiblen Naturräume gezielt schützen.

Mit „Alpenflusslandschaften“ gute Erfahrungen gemacht

Bereits mit dem aktuellen Hotspot-Projekt „Alpenflusslandschaften“, das noch bis März 2021 laufe, habe man gute Erfahrungen gesammelt, berichtete Lengger. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Naturschutz und Tourismus sei dabei etwas ganz neues gewesen. Diese soll auch im neuen Kooperationsprojekt fortgesetzt werden, das wieder unter Federführung des WWF läuft. Der Tourismusverband ist dabei einer von mehreren Partnern. „Ziel ist es, alle mit ins Boot zu nehmen.“

Im Schlammweiher-Biotop könnte ein neuer Naturlehrpfad entstehen.

Noch stehe man relativ am Anfang, doch gebe es bereits ein „Bündel an Ideen“ für den nachhaltigen Natur- und Erlebnisraum Pfaffenwinkel. Dabei stünden nicht nur ortsübergreifende Projekte im Fokus, die vom Tourismusverband gestemmt werden, sondern auch konkrete Maßnahmen in den einzelnen Mitgliedsgemeinden, betonte die Geschäftsführerin. In Peiting gehe es dabei vor allem darum, alternative Angebote für Erholungssuchende zu schaffen, um das sensible Ökosystem der Ammer zu schützen und Konflikte zu minimieren.

Idee: Naturlehrpfad am Schlammweiher

Konkret nannte Andrea Deibler von der Tourist Info zum einen die Idee für einen neuen Naturlehrpfad am Schlammweiher. In dem Biotop lasse sich nicht nur viel erklären und zeigen, sagte Deibler. Er wäre wegen seiner ebenerdigen Lage auch für ältere Mitbürger gut geeignet, fügte Bürgermeister Peter Ostenrieder hinzu.

Auch die Beschilderung am Schnalz-Parkplatz soll im Rahmen des Hotspot-Projekts verbessert werden.

Zum anderen rückte Deibler den Walderlebnispfad auf dem Kalvarienberg in den Fokus. Dieser sei 2000 eröffnet worden und mittlerweile in vielen Teilen veraltet, manche Stationen wegen des Eschensterbens abgebaut. Ihn könne man neu gestalten und wieder auf zeitgemäße Weise präsentieren.

Einheitliche Beschilderung für Schnalz-Parkplatz

Der dritte Vorschlag betraf die Situation am Schnalz-Parkplatz. Dort sei dringend eine neue und einheitliche Beschilderung erforderlich, die ebenfalls im Zuge des Hotspot-Projekts umgesetzt werden könne.

Auf rund 3,1 Millionen Euro bezifferte Lengger die Gesamtkosten des ambitionierten Vorhabens, das in den Jahren 2021 bis 2029 realisiert werden soll. Satte 75 Prozent der Mittel würde der Bund über das Programm „Biologische Vielfalt“ übernehmen, sollte das Projekt genehmigt werden. 

Weitere 15 Prozent könnten vom Bayerischen Naturschutzfonds dazukommen, sodass sich der Anteil der Projektträger auf nur zehn Prozent belaufen würde, rechnete die Geschäftsführerin vor. Ortsübergreifende Projekte wären dann Sache des Tourismusverbands, nur die Maßnahmen vor Ort müssten die Gemeinden selbst finanziell stemmen.

Auch die Hinweisschilder haben ihre besten Tage hinter sich. 

Im Peitinger Gemeinderat zeigte man sich hellauf begeistert. „Hier ist jeder Euro gut investiert“, fand nicht nur Thomas Elste (Grüne), der anregte, beim Schlammweiher den Bund Naturschutz miteinzubeziehen, der sich um die Fläche kümmere. 

Als Marktgemeinde könne man nur profitieren, betonte CSU-Fraktionschef Michael Deibler. Für Andreas Barnsteiner (BVP) war es wichtig, dass die Landwirte eingebunden sind. „Die Massen an Touristen muss man lenken.“ Einstimmig sicherte der Gemeinderat seine Unterstützung zu.

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