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Der Peitinger Radlstadl verhilft Flüchtlingen zu preiswerten Fahrrädern. Martin Muck (Mitte) hilft beim Reparieren.

Günstige Räder für Flüchtlinge 

Neues Konzept beim Peitinger Radlstadl

Für den Peitinger Radlstadl gibt es jetzt ein neues Konzept. Es wird nicht nur einfach repariert, sondern Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Peiting „Die Nachfrage ist gesunken“, weiß Martin Muck, einer der Initiatoren des Radlstadl, der auch heute noch mit dabei ist. Das Konzept ist einfach: Nicht mehr benötigte, gut erhaltene Fahrräder können abgegeben werden und werden fahrtüchtig und zu einem kleinen Unkostenbeitrag an Flüchtlinge weitergegeben. Während im ersten und zweiten Jahr 74 und 78 Räder an Flüchtlinge ausgegeben wurden, waren es im letzten Jahr nur noch 16.

Große Auswahl an Rädern vorhanden

Am Angebot kann es eigentlich nicht liegen. Im Lagerraum sind in großer Auswahl Räder vorhanden, die auf einen neuen Besitzer warten. Oder noch repariert werden müssen, wenn die Zeit es zulässt. Die Zeit ist ein grundlegendes Problem. Während anfangs vier Helfer den Radlstadl betreuten und auch ein syrischer Zweiradmechaniker, der inzwischen weggezogen ist, aktiv mitmachte, sind aktuell Martin Muck und Bernhard Ruß die einzigen, die sich um Reparatur und Ausgabe der Fahrräder kümmern. Deshalb werden stark reparaturbedürftige Räder gar nicht mehr angenommen.

Vor allem Mountainbikes gefragt

„Gefragt sind vor allem Mountainbikes“, weiß Martin Muck. Dafür werden 30 Euro in Rechnung gestellt. Ein Trekkingrad ist für 25 Euro zu haben. Ausgegeben werden die Räder mit einem Fahrradpass, damit die neuen Besitzer nachweisen können, dass das Rad offiziell erworben wurde. Natürlich sind die Räder alle verkehrstüchtig und werden gemäß einer Vereinbarung mit der Polizei grundsätzlich mit Helm, Schloss und Beleuchtung ausgegeben. Zudem sind die neuen Radbesitzer eingeladen, freiwillig an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen, was viele auch machen.

Kleinere Schäden selbst reparieren

Neben der Fahrradausgabe kommen auch viele, um kleinere Schäden an ihren Rädern reparieren zu lassen. Hier gilt, ebenfalls aus Personalgründen, das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Schäden werden gemeinsam begutachtet, der Fahrradfachmann erklärt, welche Teile für die Reparatur notwendig sind. Die muss der Fahrradbesitzer dann selbst besorgen. Bei der Reparatur wird ihm erklärt, wie es geht, so dass er sie selbst ausführen kann. Werkzeug ist im Radlstadl vorhanden.

Geöffnet ist der Radlstadl jeden letzten Dienstag im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr. Nächster Termin: 28. Mai.

Ursula Fröhlich

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Eine kuriose Idee gab es bei der Zukunftswerkstatt in Peiting.
Die Fahrerin aus Schongau wurde leicht verletzt.
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