Grüne Hänge statt Pistengaudi

Renntraining ja, Skikurse nein

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Peiting - Das Herz der Brettl-Fahrer blutet: Die hohen Temperaturen sorgen für arbeitslose Skilehrer und Schneekanonen. Während der Peitinger Skiclub trotz grüner Hänge einen Ort zum Trainieren gefunden hat, wurden die Zwergerlkurse der Skischule Pfaffenwinkel gestrichen.

An Heiligabend der neue Rennski unterm Christbaum, am Tag nach den Feiertagen die erste Testfahrt. Herausfinden, ober er was taugt, der neue Ski. Ob er die Jungs und Mädels für die bevorstehende Kreis-Cup-Saison schneller und stärker macht. Das Weihnachtstraining des Peitinger Skiclubs ist für die hiesigen Nachwuchsskifahrer immer das erste große Highlight des Winters.

Vom frei Fahren mit oder ohne Stöcke bis hin zum Stangentraining inklusive Abschlussrennen ist an den vier Skitagen am Kolbensattel in Oberammergau das breite Spektrum der Brettlkünste abgedeckt – ideal, um das Skifahren zu lernen. Auch für Nicht-Rennfahrer.

Weihnachtstraining in Garmisch

In diesen Tagen aber tummelt sich kein Peitinger Skifahrer am Kolbensattel. „Wir haben das Weihnachtstraining nach Garmisch verlegen müssen, da geht’s momentan ganz gut“, sagt SC-Alpinreferentin Heidi Meßmer. An jeweils zwei Tagen trainieren die Peitinger am Hausberg auf einer reinen Kunstschneepiste, „die ziemlich eisig ist“.

Was für den Rennfahrer noch gute Bedingungen sind, ist für Anfänger eine reine Qual. „Für uns sind die warmen Temperaturen ein echtes Problem“, sagt Klaus Rambach. Dem Leiter der Pfaffenwinkelskischule (toponsnow) blutet derzeit sprichwörtlich das Skifahrerherz. „Wir haben alle für die Weihnachtsferien geplanten Zwergerlkurse abgesagt oder verschoben.“ Seine Skilehrer sind derzeit arbeitslos. „Das wir an Weihnachten keinen Schnee haben, ist ja nicht neu, aber dass es wie heuer gleich um drei Grad wärmer ist, dass man nicht mal Kunstschnee produzieren kann, das bekommen wir natürlich zu spüren.“

Zwergerlkurse abgesagt

Warum er nicht wie der Peitinger Skiclub oder viele andere Vereine aus der Umgebung nach Garmisch ausweicht? „Das macht mit den kleinen Kindern keinen Sinn, weil es zu zeitaufwendig, zu teuer und auf der Piste dann auch viel zu eng und damit gefährlich ist.“

Außerdem bräuchte er für weitere Fahrten mehrere große Busse, die sich Rambachs Kunden schon lange nicht mehr leisten. „Die Eltern fahren ihre Kinder lieber selber zum Hang, fahren während dem Kurs selber Ski oder holen sie nach zwei, drei Stunden wieder ab.“ In Ober- und Unterammergau sei das bei Fahrzeiten von 20 bis 30 Minuten optimal möglich. Die Gebiete in Garmisch, Ehrwald oder gar Seefeld – wo derzeit die Lifte in Betrieb sind – seien einfach zu weit entfernt.

Gute Nachricht: Es soll kälter werden

Die weiten Fahrten und damit verbundenen höheren Kosten halten auch viele Mitglieder des Peitinger Skiclubs vom Carven ab. „Beim Weinachtstraining sind diesmal nur die Kreiscup-Fahrer dabei, das ist natürlich sehr schade“, sagt Meßmer.

Immerhin soll es laut Wetterprognose zum Jahreswechsel deutlich kälter werden. Dann könnten zumindest die Schneekanonen in Ober- und Unterammergau wieder für weiße Hänge sorgen und damit den ein oder anderen Kurs-, Trainings- oder Renntag dieser Saison retten. Darauf hofft auch Rambach: „Der Januar ist immer stärker als der Dezember.“

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