Wirt Oliver Gayk musste das Geschäft in „Ollis Schnaidberg Stuben“ aufs To Go-Geschäft reduzieren.
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Wirt Oliver Gayk musste das Geschäft in „Ollis Schnaidberg Stuben“ aufs To Go-Geschäft reduzieren. Direkt vor seiner urigen Gastro-Hütte tobt der geballte Schlittenspaß.

Besucher aus der ganzen Region

Schlitten-Tourismus am Peitinger Schnaidberg: „Am Wochenende war es hier brutal“

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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„Olli’s Schnaidberg Stuben“ in Peiting bleiben – bis aufs To Go-Geschäft – geschlossen. Die Schotten sind dicht, vor den geschlossenen Fenstern steppt der Bär. Am Wochenende pilgern ganze Scharen an Menschen aus dem Oberland, aus München, Augsburg und Umgebung zum Schlittenfahren an den Schnaidberg, stehen teilweise dicht zusammen. Ein bisschen kurios mutet das schon an.

Peiting – Wirt Oliver Gayk beobachtet das Schauspiel seit dem Beginn des Wintereinbruchs. Nicht nur die Peitinger haben den Schnaidberg als Schlittenberg für sich wiederentdeckt. „Am Wochenende war es hier brutal“, schildert Gayk. Keine Parkplätze mehr, kreuz und quer stehen die Autos. Kennzeichen aus München, Augsburg, Aichach, Landsberg. Wie versöhnlich, dass man auch den ein oder andere mit SOG- oder WM-Kennzeichen noch dort entdeckt.

„Wir haben schon gesagt, dass wir eigentlich fast schon froh sein müssten, dass wir nicht aufmachen dürfen.“ Ein bisschen Sarkasmus schwingt in dieser traurigen Tatsache mit: Hätte Oliver Gayk jetzt Gäste – für sie gäbe es keinen Parkplatz mehr vor dem beliebten Peitinger Lokal.

Abstände? Naja: Wirt Gayk will darüber nicht so gerne sprechen. Viele würden sich eben draußen in der Natur treffen. Zum Schlittenfahren. Zum Langlaufen. Besonders gut beobachten kann der Wirt das Geschehen immer sonntags, wenn er zum Freitagabend- und Samstagabend-To-Go-Geschäft auch noch ein vormittägliches Brunch-To-Go anbietet. „Da bin ich ab 8 Uhr da.“ Da ist er aber dann längst nicht der erste. Da hat der Rodelspaß schon begonnen. Und das geht dann pausenlos so weiter – bis es dunkel wird.

Wirt träumt von Glühweinstand

Und obwohl er selbst sein Lokal nicht betreiben darf und anderen beim munteren Treiben zuschauen muss, hegt Wirt Oliver Gayk keinen Groll. „Irgendwie ist das ja auch toll für Peiting“, befindet er. Endlich rühre sich mal was.

Auch von einem Glühweinstand hat er schon geträumt. Alkohol darf er ja aber nicht ausschenken. Und ob das läuft, nur mit Kinderpunsch und alkoholfreiem Bier? Möglicherweise müsste er dann auch noch Müllberge beseitigen. „Ich warte erst mal ab.“

Vielleicht ist das mit dem Abwarten ja auch gar nicht so verkehrt jetzt. Schließlich soll es mit der weißen Schnee-Wunderpracht schon bald vorbei sein. Schon am Mittwoch dürfte einiges vom weißen Puder bei elf Grad plus dahinschmelzen.

„Aber zumindest für den nächsten Winter, muss man die Sache mit dem Parkplatz über die Gemeinde regeln.“ Schließlich hofft Gayk für die nächste Saison darauf, dass am beliebten Peitinger Schnaidberg nicht nur die Skikufen wieder laufen, sondern zwischen den Tischen auch wieder die Bedienungen mit dem leckeren Essen in „Ollis Schnaidberg Stuben“.

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