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Das Denkspiel „Kreismühle“ wurde schon im alten Rom gespielt und gleicht dem heutigen Mühle-Spiel.

Villa Rustica 

Schüler-Projekttag entführt ins alte Rom

Viel Betrieb herrschte am vergangenen Samstag rund um die Villa Rustica in Peiting: Die Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe des P-Seminars Latein des Welfen-Gymnasiums sorgten mit einem römischen Projekttag für eine unterhaltsame Vermittlung römischer Sitten.

Peiting – Was da so trocken unter dem Titel „Planung und Durchführung eines Römertags“ daherkam, war eigentlich eine sehr vergnügliche und außerdem noch lehrreiche Angelegenheit an der Villa Rustica: Mit einem Quiz, verschiedenen Denk- und Geschicklichkeitsspielen sowie einem römischen Snack brachten die Schüler allerlei Wissenswertes über das Leben in der Antike an Mann, Frau und Kind. Angefangen bei Ess- und Tischgewohnheiten über Obst- und Gemüseanbau bis hin zum Einkommen der altrömischen Bevölkerung und abergläubischen Bräuchen.

„Wir haben zuerst recherchiert und die Info-Plakate gestaltet, und uns dann Fragen dazu ausgedacht“, schilderten die Schülerinnen Julia und Laura die Vorgehensweise für das Quiz. Das ganze letzte Schuljahr hatte das P-Seminar laut Lehrerin Sabine Hübl damit verbracht, den Aktionstag akribisch vorzubereiten.

Zielwerfen mit Walnüssen 

Neben alten Rezepten wurden auch historische Spiele ausgegraben wie die „Kreismühle“, die so ähnlich funktionierte wie unser heutiges Mühle-Spiel und mit verschieden großen Kieseln gespielt wurde. Auch mit Zielwerfen von Walnüssen in verschieden große Behälter oder auf ein Brett wie beim „Drei Delta-Spiel“ vergnügten sich die Menschen im alten Rom.

Mit alten Rezepten beschäftigten sich Tamara, Valerie, Amira und Lea, die selbst gebackenes Brot mit einem würzigen Pecorino-Aufstrich vorbereitet hatten. Eine einfache Bauernmahlzeit bestand nach ihren Worten aus dem sogenannten Moretum, einer Art Getreidebrei, der mit selbst gezogenem Gemüse der Saison gereicht wurde, wie auf dem Info-Plakat zu erfahren war.

Gespeist wurde an niedrigen Tischen

Gespeist wurde laut Auskunft der Schüler an niedrigen Tischen und halb im Liegen, es galt als unhöflich, keine eigene Serviette mitzubringen. In diese wurden zum Schluss übriggebliebene Leckereien für die Sklaven eingepackt.

Beim Aktionstag durften die Besucher die vorbereiteten Brote aber einfach aus der Hand und im Stehen essen. Zudem führte Jakob Leicher vom Förderverein Villa Rustica die Besucher über das Gelände und erklärte die Besonderheiten des Peitinger Fundorts, einem weitläufigen römischen Anwesen, das wohl als Herberge genutzt wurde und von dem bislang nur die Fundamente des Badehauses ausgegraben und überdacht wurden.

Demnach lebten die Römer in Peiting bereits nach heutigen Maßstäben ganz modern. So sorgte zum Beispiel eine ausgeklügelte Wand- und Fußboden-Heizung für angenehme Temperaturen. Rund 31 000 Stunden ehrenamtliche Arbeitsleistung stecken in dem Ausstellungsgebäude.

Von offizieller Seite wurde die Bedeutung der Peitinger Villa Rustica, die zu den größten römischen Villen in Bayern gehört und von einer Gruppe Archäologiebegeisterter „Überzeugungstäter“ teilweise freigelegt wurde, erst spät erkannt. So führen inzwischen eine Bundesstraße und eine Gasleitung quer durch das Villen-Gelände.

URSULA FRÖHLICH


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107 junge Damen und Herren durften in Schongau ihr Abiturzeugnis in Empfang nehmen. Sie haben die Reife-Prüfung am Welfen-Gymnasium geschafft. Als bester Absolvent ging Leo Pahl aus Peiting mit dem Notendurchschnitt von 1,1 hervor.

Die Schongauer Abiturienten haben sich einiges für ihren Streich ausgedacht. Von Wasserduschen über Modenschauen bis hin zu sportlichen Wettkämpfen.

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