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Gerhard Heiß und Franz Seidel (v.l.) wurden in ihren Ämtern als Ortsheimatpfleger und Behindertenbeauftragter bestätigt.

Posten vergeben

Peiting setzt beim Ortsheimatpfleger und Behindertenbeauftragten auf bewährte Kräfte

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Marktgemeinde Peiting setzt beim kommunalen Behindertenbeauftragten und dem Ortsheimatpfleger weiter auf bewährte Kräfte: Einstimmig hat der Marktgemeinderat Franz Seidel und Gerhard Heiß in ihren Posten bestätigt. Beide nutzten die Gelegenheit, um sich und ihre Arbeit kurz vorzustellen.

Peiting – Wie lange er die Aufgabe des Behindertenbeauftragten der Marktgemeinde bereits innehat, das konnte Franz Seidel selbst nicht so genau sagen. Jedenfalls sei es „schon ein paar Jahre“ her, dass den Gemeinden nahegelegt worden sei, einen solchen Posten zu schaffen. Die Wahl, diesen auszufüllen, sei damals auf ihn gefallen, sagte Seidel. Seitdem fungiere er als Bindeglied zwischen Gemeinderat, Verwaltung und den Bürgern, wenn es um Themen der Teilhabe und Barrierefreiheit gehe, umriss der BVP-Rat sein Aufgabengebiet. So werde er beispielsweise eingebunden, wenn es um Planungen im Ort gehe, etwa, wie öffentliche Gebäude ausgestattet sein müssen, damit sie auch für behinderte Menschen nutzbar seien, erklärte Seidel, der ankündigte, dass er sich auf Landkreisebene für die Mitwirkung im Sozialbeirat bewerben werde. Rechtsauskünfte und Beratungen seien dagegen nicht Teil seines Jobs. „Dafür gibt es andere Institutionen.“

Einstimmig bestätigte das Gremium Seidel in seinem Amt. Günter Franz (Grüne) regte zudem an, die Aufgabenbeschreibung des Postens analog zu den Referenten in der Geschäftsordnung zu hinterlegen. Bürgermeister Peter Ostenrieder sicherte das zu. Gleiches werde man auch für den Ortsheimatpfleger tun.

Große Arbeit haben dürfte die Verwaltung zumindest in letzterem Fall nicht. Schon 2001 bei seiner Ernennung seien die Aufgaben klar definiert worden, schickte Ortsheimatpfleger Gerhard Heiß vorweg. Dass ihm die auferlegte Pflicht eher Leidenschaft denn Bürde ist, wurde bei Heiß’ Vortrag über seine Arbeit mehr als deutlich. „Meine Hauptaufgabe ist es, die Liebe zur Heimat zu wahren“, sagte der langjährige CSU-Gemeinderat, der bei der Kommunalwahl nicht mehr angetreten war. „Wir leben hier in einem der schönsten Gebiete der Welt.“ Das sei ein Vorteil in Zeiten der Corona-Pandemie. „Wir brauchen nicht wegzufahren, denn bei uns ist es schee.“ Heiß berichtete von seiner Feldkreuzforschung und wie wichtig es sei, Zeitzeugen zu befragen und deren Erinnerungen für die Nachwelt zu bewahren. Er dankte Landwirt und Gemeinderat Andreas Barnsteiner, der jüngst mit dem Bauernverband die Idee hatte, an den Peitinger Bauernhöfen Schilder mit den alten Hausnamen anzubringen.

Nächstes Projekt schon vor der Brust

Die nächste Aufgabe, der er sich gemeinsam mit den Heimatfreunden widmen wolle, sei nun, die Herkunft der Namen der Peitinger Straßen mit Zusatzschildern zu erklären. Denn schon bald wisse sonst niemand mehr, was es mit den jeweiligen Namensgebern auf sich gehabt habe. Zum Schluss dankte Heiß all jenen, die sich ehrenamtlich einbringen in die Pflege von Kultur und Brauchtum.

Dass Heiß die ideale Wahl für den Posten des Ortsheimatpflegers sei, daran ließ Ostenrieder keinen Zweifel. „Die Ortsgeschichte könnte in keinen besseren Händen sein“, betonte der Bürgermeister. Der 72-Jährige sei nicht nur für seine „akribische Daten- und Sammelleidenschaft“ bekannt, sondern ihm liege auch die Ortsentwicklung am Herzen.

„Wahnsinns-Archiv“ muss gesichert werden

Dem konnte sich Herbert Salzmann (SPD) nur anschließen. Mit Blick auf das Alter von Heiß sei es aber wichtig, sich schon jetzt um einen Nachfolger zu bemühen, der eine ähnliche Begeisterung für die Heimat hege, mahnte er. Salzmann dachte dabei auch an das „Wahnsinns-Archiv“ des Ortsheimatpflegers. „Das ist so wertvoll, da habe ich Angst, dass es verloren geht.“ Der SPD-Fraktionschef regte außerdem an, die Peitinger Geschichte während der NS-Zeit näher untersuchen zu lassen. Diese sei bisher vernachlässigt worden. Leider seien die meisten Zeitzeugen verstorben, „da ist es fünf vor zwölf“, so Salzmann. „Vielleicht wäre das ein Thema für eine Diplomarbeit.“

Susann Tabatabai-Schweizer fand ebenfalls lobende Worte für Heiß’ Arbeit. „Das ist ein wertvoller Schatz für den Ort“, betonte die Grünen-Politikerin und schlug vor, die Kooperation mit den örtlichen Schulen zu suchen, um die Peitinger Geschichte am Leben zu erhalten. „ Für Kinder und Jugendliche ist das faszinierend.“

Heiß’ Ernennung erfolgte ebenfalls einstimmig.

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