Beschluss des Marktgemeinderats

Telekom sorgt für schnelles Internet

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Peiting - Ganz Peiting mit allen Weilern bekommt schnelles Internet. Das hat der Gemeinderat schon im vergangenen Jahr beschlossen. Jetzt ist man einen Schritt weiter – die Telekom soll den Breitbandausbau durchführen. Und es gibt vielleicht sogar noch mehr Fördermittel.

Peter Ostenrieder (CSU) nannte es einen historischen Beschluss. „Wir sind einer der ersten Orte im Landkreis, der eine flächendeckende Breitbandversorgung durchzieht“, betonte er. Erst soll der Hauptort ausgebaut werden, die restlichen Weiler und Außenbereiche sollen folgen.

Im Rahmen des Auswahlverfahrens haben Telekom und Vodafone Kabel Deutschland Angebote abgegeben und wurden von der Firma IK-T, die Peitings Breitbandpartner ist, geprüft. In der jüngsten Sitzung am Dienstagabend hat sich der Marktgemeinderat für die Telekom entschieden – mit einem Deckungsbeitrag in Höhe von 473 837 Euro soll es nun mit dem Hauptort losgehen.

Förderung auch vom Bund?

Wie berichtet, gibt es vom Freistaat Bayern Fördermittel. Die Belaufen sich maximal auf 830 000 Euro plus 50 000 Euro dafür, dass die Gemeinde den Ausbau zusammen mit Hohenpeißenberg und Apfeldorf durchführen will. „Der Fördersatz für Peiting beträgt 70 Prozent“, so Hauptamtsleiter Stefan Kort. Dementsprechend bleibt der Gemeinde ein Eigenanteil von gut 142 000 Euro. Das, was im Fördertopf übrig bleibt, ist jedoch nicht genug, um auch die restlichen Ortsteile zu erschließen. Und hier kommt das neue Programm des Bundes ins Spiel. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat dieses im Herbst aufgelegt. Es greift Kosten auf, die durch das Landesprogramm Bayerns nicht abgedeckt werden – und die im aktuellen Haushalt noch als Eigenanteil vermerkt sind. Dafür muss der Markt allerdings ein Bewerbungsprogramm durchlaufen. „Wir sollten den Vollausbau möglichst schnell beschließen, damit wir den Zuschuss bekommen“, regte Herbert Salzmann (SPD) an.

Jetzt ist allerdings erstmal der Hauptort dran – mit bayerischen Fördermitteln. Bis zu den Kabelverzweigern sollen Glasfaserkabel gelegt werden, der die Daten dann über Kupferkabel aufteilt. „Mit 50Mbit gehen sie raus, etwas langsamer kommen sie dann beim Haushalt an“, so Karl Manstorfer vom IK-T Planungsbüro. In einem zweiten Schritt, wenn das momentan vom Förderprogramm noch nicht zugelassene Vectoring eingesetzt werden kann, könne sich die Bandbreite verdoppeln. „Außerdem baut die Telekom innerorts auf eigene Kosten sehr viel aus. Und hier ist Vectoring erlaubt“, ergänzt Kort auf Nachfrage. Und in Zukunft sei möglicherweise angedacht, gar keine Kupferkabel mehr zu verwenden. Hierfür sollen bei allen Straßenbaumaßnahmen zumindest schonmal leere Microrohre, die dann mit Glasfaser bestückt werden sollen, eingebaut werden. Zudem erschließt die Telekom bei Neubau oder Gewerbegebieten mit Glasfaser kostenlos. „Das muss man dem Unternehmen nur mitteilen“, sagte Manstorfer.

Ortsteile und Weiler bekommen Glasfaser

Apropros Zukunft: In dieser Hinsicht sind die Ortsteile gegenüber dem Hauptort im Vorteil. Denn dort gibt es keine Kabelverzweiger, es werden also sofort Glasfaserkabel verlegt.

Doch zurück zum jüngsten Beschluss. Mit einer Gegenstimme (Thomas Elste, Grüne), entschieden sich die Gemeinderäte dafür, das Projekt nun anzugehen. Der Grüne brachte unter anderem zu Ausdruck, dass er die Funkverbindung favorisiere. „Da hat sich die Ideologie ihrer Partei aber ganz schön geändert“, frotzelte Bürgermeister Michael Asam. Früher habe es Protestbriefe gehagelt, wenn ein Funkmast aufgestellt werden sollte. Unter anderem wegen der Befürchtung, Funk könne gesundheitliche Probleme verursachen. „Ich bin aber nicht die Grüne“, sagte daraufhin der Sprecher eben dieser Partei. Dies sei seine Privatmeinung, denn auch das Nutzerverhalten und die Gesellschaft hätten sich verändert. „Der Gemeinderat hat immer gesagt: Kabel vor Funk. Das möchte ich nochmal betonen“, stellte der Rathauschef klar.

Und so wird es nun auch kommen. Die Telekom hat versichert, dass der Hauptort bis Ende des kommenden Jahres mit dem schnelleren Internet versorgt ist. Das restliche Gemeindegebiet soll folgen – möglicherweise mit einer kombinierten Förderung von Bund und Freistaat Bayern.

Rubriklistenbild: © dpa

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