Beim Einpacken: Maria und Franz Peters sind die neuen Besitzer von Hubert Pfeffers Citroën-Flotte.
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Beim Einpacken: Maria und Franz Peters sind die neuen Besitzer von Hubert Pfeffers Citroën-Flotte.

Peitinger Künstler gibt Sammlung ab

Über 600 Citroën-Modelle: Hubert Pfeffers sagenhafte Miniatur-Autowelt zieht ins Museum

Hubert Pfeffers Herz schlägt für die Marke Citroën. Weit über 600 Modelle hat er geschaffen, auf die jetzt ein neues Zuhause wartet. Die kleinen Kunstwerke ziehen um in ein Museum.

  • Der Peitinger Hubert Pfeffer ist nicht nur Karikaturist, sondern baut auch leidenschaftlich Modellautos.
  • Besonders die Marke Citroën hat es ihm angetan.
  • Seine Sammlung mit über 600 dieser kleinen Kunstwerke bekommt jetzt ein neues Zuhause.

Peiting – Hubert Pfeffer ist nicht nur in seiner Heimatgemeinde Peiting als Karikaturist bekannt. Immer wieder bringt er aktuelle Themen mit seiner ganz eigenen Note zu Papier. Mit spitzer Feder und verschmitztem Humor bringt er an seinem Arbeitsplatz seine Gedanken zu Papier – versehen mit kurzen und treffenden Unterschriften.

An diesem Arbeitsplatz wird Pfeffer aber auch in anderer Weise kreativ: Er bastelt Modellautos, ausgefallene Modelle. Dabei hat er sich einer Marke verschrieben, für die er schon seit Jahrzehnten schwärmt. „Warum ein anderes Auto fahren, wenn es Citroën gibt“, so sein Credo. Und das hat er auch direkt auf seine Bastelleidenschaft übertragen.

In den Anfangsjahren hat Pfeffer handelsübliche Modellautos erworben, zusammengebaut und noch im Detail verfeinert. Da bekamen die Sahara-Modelle richtigen Wüstensand aufgesprüht, oder die Leichenwagen wurden je nach Status des Verstorbenen dekoriert. Alles wurde in Perfektion erarbeitet.

Zwei der Sahara-Modelle mit echtem Wüstensand. Hubert Pfeffer legte vor allem auf die kleinen Details wert.

Als auch dieser Markt erschöpft war, griff Pfeffer zu Wellpappe, Leim, Schere und Skalpell. In Eigenarbeit schafft er alles, was es bei der Firma Citroën in Blech und auf vier Rädern gegeben hat. Und er hat alle Modelle in Vitrinen in seiner Wohnung präsentiert.

Im Laufe der Zeit hat sich Pfeffer Gedanken gemacht, was aus seiner umfangreichen Sammlung einmal werden wird. Seine Vorstellung war, die Modelle nicht einzeln abzugeben, sondern möglichst gesammelt mit allen Vitrinen. Räumliche Veränderungen erfordern dies.

Eine Anzeige im Münchner Merkur bringt den Erfolg

Deshalb hat Pfeffer in der Fundgrube des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen eine Anzeige aufgegeben. Und damit hatte er Erfolg auf ganzer Linie.

Es ist glücklicher Zufall, dass der Vorsitzende des Citroën-Veteranen-Clubs (CVC) genau diese Anzeige gelesen hat. Sofort setzte dieser alle Hebel in Bewegung, seinem Freund Franz Peters von dieser Anzeige zu berichten.

Denn Peters und seine Ehefrau Maria sind wie Pfeffer ebenfalls vom Citroën-Virus infiziert. Und das in noch stärkerem Maße: Das Ehepaar Peters besitzt in seinem Fundus über 100 Citroën-Oldtimer-Modelle. Und diese natürlich alle als Originalfahrzeuge. Das heißt im Klartext, dass die Peters Deutschlands größte Citroën-Sammlung besitzen.

Deutschlands größte Citroën-Sammlung lagert in 14 ehemaligen Munitionsbunkern

Diese Sammlung braucht natürlich viel Platz: In 14 ehemaligen Munitionsbunkern der Bundeswehr lagern auf zehn Hektar in Sandelzhausen in der Hallertau die 110 Modelle. Im Außenbereich verfallen zudem dekorativ die 20 „Ausschlachter“. Und jetzt legen die Peters noch kräftig nach: Eine Museumshalle mit 1500 Quadratmeter Grundfläche kommt dazu.

So wie in Hubert Pfeffers Wohnung sollen auch die Vitrinen im Citroen-Museum zu bewundern sein.

Die komplette Modellsammlung von Hubert Pfeffer inklusive seiner Vitrinen wandern also in diesen Tagen in die Hallertau. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge begleitet der Peitinger den schleichenden Abschied. Ihm werden auf der einen Seite seine einmaligen Stücke fehlen. Dafür weiß er aber auch, dass sie an einem tollen Platz bestens zur Geltung kommen.

Stück für Stück wickelte Maria Peters beim ersten Besuch in Peiting ein Modell nach dem anderen in Küchenrolle ein, ihr Mann Franz verstaute die Kostbarkeiten in Umzugskartons und brachte sie in den Wagen. Pfeffers Zirkuswagen mit den tanzenden Affen genauso wie die Verkaufswagen für Crêpes oder Speiseeis sowie die verschiedenen Enten.

Dieses Vorgehen hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach wiederholt, so umfangreich ist Pfeffers Sammlung. Natürlich hat der sich im Vorfeld jede Vitrine mit den Raritäten fotografisch festgehalten. Im Museum soll alles so aussehen, wie in Pfeffers Wohnung. Nur großzügiger gestaltet und für jedermann zugänglich.

Hans-Helmut Herold

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Peiting hat wieder einen Altbürgermeister. Am Dienstag bekam Michael Asam in der Gemeinderatssitzung den Ehrentitel verliehen. 24 Jahre lang hatte der Peitinger die Geschicke seiner Heimatgemeinde gelenkt.

Es war eine deutliche Entscheidung, die der Peitinger Marktgemeinderat getroffen hat: Mit 18:6-Stimmen lehnte das Gremium das von den Grünen beantragte Ratsbegehren zum V-Baumarkt ab.

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