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Auf dem rot markierten Grundstück am Zeißlerweg im Gewerbegebiet an der Ammergauer Straße in Peiting soll der neue V-Baumarkt entstehen.

Gewerbegebiet an der Ammergauer Straße

Auf drei Hektar: V-Markt will großen Bau- und Gartenmarkt in Peiting bauen

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Gerüchte machten schon länger die Runde durch den Ort, dass etwas Großes entstehen soll im Peitinger Gewerbegebiet an der Ammergauer Straße. Jetzt hat Bürgermeister Michael Asam die Katze aus dem Sack gelassen: Auf rund drei Hektar will die V-Markt-Kette einen Baumarkt errichten. Der Gemeinderat hat dem Grundstücksverkauf bereits zugestimmt.

Peiting – Die Marke V-Markt ist in Peiting keine Unbekannte. Schon seit langem betreibt die in Mauerstetten ansässige Georg Jos. Kaes GmbH an der Ammergauer Straße einen Verbrauchermarkt unter diesem Namen. Nicht weit davon entfernt am Zeißlerweg will das Familienunternehmen in der Marktgemeinde nun ein weiteres Kapitel aufschlagen. Auf einer Fläche von rund 28 000 Quadratmeter soll ein moderner Bau- und Gartenmarkt samt Waschstraße entstehen. 

Monatelang waren hinter den Kulissen Gespräche zwischen der Marktgemeinde und der expandierenden Allgäuer Firma geführt worden, die bei der Standortsuche für einen neuen Baumarkt ihre Fühler nach Peiting ausgestreckt hatte. Das Ammer-Lech-Land als Mittelzentrum sei sehr interessant, sagt Michael Stöckle, Mitglied der Geschäftsleitung des Unternehmens. Man habe deshalb schon länger über einen weiteren Standort in der Region nachgedacht. Für Peiting habe zum einen die Größe und die Lage des Grundstücks in direkter Nähe der Bundesstraße gesprochen, zum anderen die Tatsache, dass die Marktgemeinde sich schon länger einen Baumarkt wünsche, so Stöckle.

Tatsächlich kann sich Bürgermeister Michael Asam noch genau daran erinnern, dass sich die Gemeinde bereits zu Beginn seiner Amtszeit 1996 um ein derartiges Angebot bemüht habe. Damals sei eine Filiale der mittlerweile insolventen Praktiker-Kette im Gespräch gewesen. Die Bemühungen habe man dann aber mit Rücksicht auf den damals noch vorhandenen Baywa-Baumarkt in der Schönriedlstraße aufgegeben, so Asam. „Später war dann die Baywa weg und Peiting hatte gar nichts mehr.“

Bedenken im Gemeinderat

Für den Bürgermeister kam die Anfrage aus Mauerstetten daher wie gerufen, um die Lücke in der Versorgung der eigenen Bürger endlich schließen zu können. „Für Peiting ist das ein Riesengewinn“, freut sich Asam über die Baumarkt-Pläne. Allerdings teilen nicht alle Gemeinderäte diese Ansicht. Bei der Abstimmung über den Grundstücksverkauf in der nichtöffentlichen Sitzung des Gremiums Anfang Dezember habe es auch Gegenstimmen gegeben, räumt der Rathauschef ein. Es seien Bedenken wegen des Flächenverbrauchs und der Verkehrserschließung geäußert worden. Auch dass der Verkehr durch das neue Angebot zunehmen werde, sei eine der Befürchtungen gewesen. „Da kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein“, sagt Asam.

Trotz aller Einwände: Die Mehrheit des Gemeinderats steht wie der Bürgermeister hinter dem Millionen-Projekt, das nicht nur die Herzen der Baumarkt-Fans, sondern auch der Gartenliebhaber höher schlagen lassen soll. Auch wenn man erst am Anfang der Planung stehe, wie Stöckle im Gespräch mit der Heimatzeitung betont, sind zumindest die Dimensionen der geplanten Bebauung bereits klar. Entstehen soll eine 7500 Quadratmeter große Halle samt einer 500 Quadratmeter umfassenden überdachten Freifläche. Der Markt wäre damit etwas kleiner als der jüngste V-Baumarkt-Neubau in Füssen. Dazu sollen auf dem Areal Parkplätze und eine Waschstraße entstehen, wie es sie auch in Schongau am V-Markt bereits gibt.

Keine Auswirkungen auf Schongauer Standort

Apropos Schongau: Auch dort existiert bekanntlich bereits ein V-Baumarkt. Muss die Lechstadt mit dem Neubau eines modernen Pendants in Peiting um dessen Zukunft fürchten? Nein, versichert Stöckle. „Derzeit sind für den Schongauer Standort keine Änderungen geplant.“ Da dieser mit der großzügigeren Heimwerker-Abteilung einen anderen Kundenkreis anspreche, gehe man davon aus, dass „beides nebeneinander funktionieren kann“.

Bis die Bagger loslegen können, wird es freilich noch ein bisschen dauern. Als nächstes muss der städtebauliche Vertrag zwischen Gemeinde und Investor geschlossen und das Bauleitverfahren auf den Weg gebracht werden. Auch die Regierung von Oberbayern muss das Vorhaben noch genehmigen. Man sei aber sicher, dass die angepeilte Größenordnung „landesplanerisch verträglich“ sei, zeigt sich Stöckle optimistisch. Ziel sei, 2020 die Baugenehmigung zu bekommen. „Baustart wäre dann 2021.“

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