+
An der Blauen Sparkasse soll 2018 ein Kreisel verwirklicht werden. Kostenpunkt: 80 000 Euro.

Peiting verabschiedet Etat 2018

Rekord-Haushalt ohne neue Schulden

  • schließen

Die florierende Wirtschaft, sie lässt auch in Peiting die Kasse kräftig klingeln: Dank sprudelnder Steuereinnahmen kommt die Marktgemeinde das zweite Jahr in Folge ohne neue Kredite aus. Und das, obwohl der Rekord-Haushalt für 2018 große Investitionen vorsieht.

Peiting – Kämmerer Christian Hollrieder hatte am Dienstagabend im Marktgemeinderat gut lachen. Kein Wunder, schließlich befand sich Hollrieder in einer höchst angenehmen Situation. Einen Haushalt, wie er ihn den Räten präsentierte, hatte es in Peiting noch nicht gegeben – und das in positivem Sinn. Entsprechend oft tauchte das Wort „Rekord“ in Hollrieders Vortrag auf. Das begann schon beim Volumen des neuen Etats. Mit 31,16 Millionen Euro übertrifft der Gesamthaushalt den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2016 um mehr als drei Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar 4,5 Millionen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Vermögenshaushalt, der die geplanten Investitionen der Gemeinde beinhaltet. Mit 7,7 Millionen Euro liegt auch dieser so hoch wie nie zuvor und übersteigt den bisherigen Spitzenwert von 1990 um 700 000 Euro.

Grund dafür sind die zahlreichen Projekte, die die Gemeinde heuer angehen oder weiterführen will. Bemerkenswert aus Sicht des Kämmerers: Trotz der hohen Investitionen kommt die Gemeinde wie im vergangenen Jahr ohne neue Kredite aus. Im Gegenteil: Bis Ende 2018 soll der Schuldenstand von 1,9 auf 1,7 Millionen Euro sinken. Damit läge die Pro-Kopf-Verschuldung in Peiting bei 150 Euro. Zum Vergleich: Im Landkreis sind es im Schnitt 447 Euro.

Zurückführen lässt sich diese Entwicklung auf die anhaltend gute Konjunktur, die auch in der Marktgemeinde für sprudelnde Steuereinnahmen sorgt. Die lagen im vergangenen Jahr deutlich über den Erwartungen. So flossen rund sechs Millionen Euro an Gewerbesteuer in die Kasse – Rekord und 2,2 Millionen mehr als angesetzt. Auch bei den Schlüsselzuweisungen (2,3 statt 2,0 Mio. Euro) und der Einkommensteuerbeteiligung (über sechs statt 5,7 Mio. Euro) verzeichnete man ein sattes Plus. Das und die Tatsache, dass einige Projekte verschoben worden seien, führe dazu, dass man 2017 statt 1,4 Millionen Euro aus der Rücklage zu entnehmen dieser voraussichtlich mehr als 1,5 Millionen Euro zuführen könne, erklärte Hollrieder. Das Finanzpolster der Gemeinde lag so Ende 2017 bei 4,2 Millionen Euro.

Weil aber heuer 2,2 Millionen und 2019 voraussichtlich noch einmal 1,7 Millionen. Euro für die anstehenden Großprojekte gebraucht werden, sinkt die Rücklage in den nächsten beiden Jahren wieder deutlich. 2019 benötigt die Gemeinde sogar ein kurzfristiges Darlehen von 700 000 Euro, doch weil ab 2020 Erlöse durch Baulandverkäufe zu erwarten sind, sei die Neuverschuldung vernachlässigbar, so Hollrieder.

Die gute Einnahmensituation hat allerdings auch eine Kehrseite. So muss die Gemeinde 2018 voraussichtlich 6,4 Millionen Euro als Kreisumlage an den Landkreis entrichten – deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Die Ersparnis von rund 100 000 Euro durch die geplante Senkung des Hebesatzes um einen Prozentpunkt ist da schon einberechnet. Deutlich höher fällt auch der finanzielle Aufwand fürs Personal aus. Die Kosten steigen im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen höherer Tarifentgelte um rund vier Prozent auf rund 5,9 Millionen Euro.

Nachfragen zum Haushalt gab es von den Gemeinderäten nach Hollrieders Vortrag kaum, was vor allem daran lag, dass der Kämmerer wie jedes Jahr den Etat mit den einzelnen Fraktionen vorbesprochen hatte. So durfte Hollrieder hauptsächlich Lob für seine Arbeit entgegennehmen. „Wir können froh und dankbar sein, dass wir seit drei Jahren wieder einen Haushalt haben, der Spaß macht“, sagte Bürgermeister Michael Asam, der daran erinnerte, dass das vor ein paar Jahren noch ganz anders gewesen sei. Für Herwig Skalitza (CSU) auch ein Beweis dafür, dass man „super gewirtschaftet“ habe: „Das ist eine tolle Geschichte.“ Ins gleiche Horn stieß auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Peter Ostenrieder. Der Gemeinderat habe in der Vergangenheit aus wenig viel gemacht, „das sollten wir auch in Zukunft beibehalten“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bauarbeiten bei der Bahn
Der Zugverkehr zwischen Schongau und Peiting ist zur Zeit bekanntlich unterbrochen. Grund sind Gleisbauarbeiten auf der Strecke.
Bauarbeiten bei der Bahn
Erst Entwurf, dann Bushäuschen
Rott bekommt ein neues Bushäuschen. Im Gemeinderat wurde intensiv über das Aussehen des Häuschens diskutiert.
Erst Entwurf, dann Bushäuschen
Polizei findet Chrysler mitten auf Kreisverkehr-Hügel - vom Fahrer fehlt jede Spur
Einen kuriosen „Parkplatz“ hat sich ein Autofahrer in Landsberg am Lech gesucht: Die Polizei fand den Chrysler mitten auf einem Kreisverkehr-Hügel. Der Fahrer war nicht …
Polizei findet Chrysler mitten auf Kreisverkehr-Hügel - vom Fahrer fehlt jede Spur
Gute Konjunktur half Rottenbuch
Das tat gut: Die Gemeinde Rottenbuch hatte 2017 mehr Geld zur Verfügung als geplant. Möglich machte das die brummende Konjunktur. Trotzdem musste tief in die Rücklagen …
Gute Konjunktur half Rottenbuch

Kommentare