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Ein Verbleib des Marienheims am alten Standort soll noch einmal geprüft werden.

Nach Anlieger-Protest

Marienheim: Verbleib am derzeitigen Standort wird neu geprüft - unter einer Bedingung

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Bahnt sich eine Wendung in Sachen Marienheim-Neubau an? Ein Verbleib der geschlossenen Einrichtung am derzeitigen Standort soll jetzt doch noch einmal neu geprüft werden. Das ist das Ergebnis des runden Tisches mit den Anliegern am Bühlach. Allerdings gibt es einen Haken.

Peiting – Wie schon bei der Vorstellung der Pläne für einen Neubau des Marienheims am Bühlach vor drei Wochen, war auch die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend gut besucht. Bürgermeister Michael Asam hatte im Vorfeld angekündigt, die Ergebnisse des runden Tisches vorzustellen, an dem in der Woche zuvor neben dem Rathauschef Vertreter der Fraktionen, der AWO, die Leitung des Marienheims und Sprecher der Anlieger des geplanten Standorts an der Bühlachstraße teilgenommen hatten.

Bevor Asam sich allerdings zum Inhalt des Gesprächs äußerte, nahm sich der Bürgermeister Gemeinderat Christian Lory (Unabhängige) zur Brust. Dieser hatte sich im Vorfeld der Sitzung an die Heimatzeitung gewandt und sich zu den Inhalten der Besprechung geäußert. Unter anderem kritisierte Lory, dass neue Erkenntnisse wie die Möglichkeit eines „sanften Umbaus“, der eine Verlängerung der Betriebserlaubnis um 19 Jahre erlaube, in der bisherigen Diskussion keine Berücksichtigung gefunden hätten. Dass sich Lory ohne Rücksprache an die Zeitung gewandt habe, sei höchst eigenartig, sagte Asam. „Ich finde das nicht in Ordnung.“ Zumal der Gemeinderat mit seinen Aussagen nur Verunsicherung gesät habe. „Das mit den 19 Jahren stimmt so nicht.“ In diesem Zug betonte Asam, dass es keine Mauscheleien in nichtöffentlichen Sitzungen gebe. Schon in der nächsten Sitzung nach dem Beschluss, das gemeindeeigene Grundstück am Bühlach der AWO für den Bau des Marienheims zur Verfügung zu stellen, sei man damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Dann kam der Bürgermeister zum eigentlichen Thema zurück. Das Ergebnis des runden Tisches: Die Möglichkeit eines Verbleibs des Marienheims an seinem jetzigen Standort an der Bahnhofstraße soll noch einmal geprüft werden. Zwar gebe es bereits Untersuchungen, die dies verneinen. Allerdings sei die AWO als Bauherr in diese nicht eingebunden gewesen. In Absprache mit dem künftigen Träger soll nun ein anderer Architekt erneut die Machbarkeit eines Umbaus im Bestand prüfen.

Heimaufsicht muss Fristverlängerung zustimmen

Allerdings gibt es noch einen Haken, der den Plan zu Fall bringen könnte. Denn um ihn umzusetzen, braucht es mehr Zeit. Derzeit läuft die Betriebserlaubnis des Marienheims Ende 2022 aus. „Alles hängt davon ab, ob die Heimaufsicht einer Verlängerung über den Termin hinaus zustimmt“, sagte Asam. Das sei keine einfache Sache, denn dass die Aufsichtsbehörde den rechtskräftigen Beschluss zurücknehme, sei an bestimmte Bedingungen geknüpft. So müsste etwa die Sicherheit der Bewohner gewährleistet sein. „Wenn ein Unglück geschieht, wird immer ein Verantwortlicher gesucht.“ Erste Gespräche mit dem Bezirk habe er bereits geführt, auch die Landrätin sei informiert, in der kommenden Woche werde man mit der Heimaufsicht sprechen. Eine Fristverlängerung würde den Druck nehmen, betonte Asam. Zielsetzung sei eine verträgliche Lösung.

Auch zum angesprochenen „sanften Umbau“ nahm Asam Stellung. In der Tat sei ein solcher 2015 geprüft worden, als nach einer Übergangslösung gesucht worden sei. Letztendlich habe sich dieser aber bei einer zugesicherten Betriebserlaubnis von 19 Jahren nicht wirtschaftlich für den Investor darstellen lassen. Zudem hätten die Umbaumaßnahmen eine erhebliche Belastung für die Bewohner bedeutet.

Unterbringung nicht mehr zeitgemäß?

Auch dass eine Unterbringung in einer Einrichtung für 70 Bewohner gar nicht mehr zeitgemäß sei, wie der Grünen-Gemeinderat Thomas Elste von Fachleuten erfahren haben wolle, treffe nicht zu, sagte Asam. Der Bezirk als Kostenträger wolle das Marienheim fortführen, noch dazu weil es sich um ein Vorzeigemodell handle, verwies er auf entsprechende Gespräche, die er geführt habe. Letztlich sei die fachliche Prüfung nicht Aufgabe der Gemeinde. Ob eine Reduzierung der Plätze mit Blick auf einen Umbau im Bestand Sinn mache, wie Elste anregte, werde geprüft, versprach Asam.

Zur Abstimmung kam es am Ende nicht. Der bereits gefasste Beschluss zum Neubau soll nun laut Asam erst einmal ausgesetzt werden, „bis wir neue Erkenntnisse haben.“

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