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Peiting vor 50 Jahren: Nach dem Bergbau kam der Wandel

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Nach der Bergwerkschließung stand die Marktgemeinde Peiting im Zeichen der wirtschaftlichen Umstrukturierung. © Gemeinde Peiting

Ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Umstrukturierung nach der Bergwerkschließung stand in der Marktgemeinde Peiting das Jahr 1969. Allein drei neue große Werke siedelten im Ort an, und heimische Firmen erweiterten ihre Betriebe.

Peiting – Neben dem Neubau der Kläranlage, der Erweiterung der Schule um vier Klassen und der Errichtung einer Schulturnhalle an der Ludwigstraße mussten zudem zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen getätigt werden.

Da kam die einmalige Chance zur Errichtung einer weiterführenden Schule zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Durch den Neuzugang von über 200 Schülern fehlten an der Realschule Schongau sechs Klassenräume.

Vertreter der Stadt Schongau vertraten damals die Ansicht, eine neue Realschule in Peiting zu errichten. Träger wäre der Landkreis oder ein Realschulverband.

Diesen Vorschlag machte Schongaus damaliger Bürgermeister Otto Ranz in einem Vortrag vor den Lehrern, wie in einem Bericht in den „Schongauer Nachrichten“ vom 16. Mai 1969 zu lesen war.

Auch Landratskandidat Manfred Blaschke sprach sich für Peiting als zweiten zentralen Schulort im Landkreis aus. Die Junge Union befürwortete diesen Plan und schlug als Standort das Gelände zwischen Ramsauer-, Ammergauer- und Untereggstraße vor. Auf dem verbleibenden Platz (damals Kiesgrube) könnte später ein Sportplatz errichtet werden.

Im Gemeinderat Peiting selbst wurde dieses Thema in den Jahren 1969/70 nicht behandelt. Bürgermeister Karl Fliegauf vertrat die Ansicht: „A so a Schual kehrt in d’Kreisstadt“, erinnert sich der damalige Vorstand der Jungen Union, Ludwig Kirchbichler, noch gut.

Als Gunda Birett im Rahmen der Agenda in den Jahren 2002/2003 das Thema nochmals aufgriff, war der Zug bereits abgefahren. Wenigstens erfüllt sich heuer nach 50 Jahren die Vision mit den Fußballplätzen.

Das Jahr nach der Bergwerksschließung war die größte Herausforderung für die Marktgemeinde Peiting in ihrer jüngsten Geschichte. Galt es doch schnellstmöglich Ersatzarbeitsplätze für die arbeitslos gewordenen Bergleute zu schaffen.

Neben Grundstückserwerben war die Schaffung der nötigen Infrastruktur wie der Ausbau des Feldwegs von der B 23 zum Bergwerk vordringlich. Absagen wie von Fiat mussten rasch kompensiert werden.

Ein Meilenstein war die Eröffnung des Moraltwerks mit Bayerns Wirtschaftsminister Otto Schedl. Auch bei Agfa begann die Produktion, und mit der Papphülsenfabrik zog man ein gutes Los. Das Eulitwerk Staude errichtete einen dreigeschossigen Neubau, das Dauermilchwerk einen Trockenmilchturm, Zarges erweiterte und die BHS selbst war mit dem Apparatebau weiterhin vor Ort.

In Würdigung des Engagements der Firmen wurden die Nussbaumstraße in Zargesstraße, der Pater-Schelle-Weg in Josef-Staude-Straße, der Tiefenlachenweg in Dr. Kisselmann-Straße (Agfa) und der frühere Weg am Stein in August-Moralt-Straße umbenannt.

Ein Schwerpunkt war der Flächennutzungsplan. Der Bund baute die Ortsdurchfahrt B 23 und die B 17 südlich Peiting aus. Dabei wurde der Wunsch nach der Erstellung eines Fuß- und Radweges entlang dieser Straße bis zum Gasthaus Lamprecht von der Gemeinde unterstützt. Dies blieb jedoch bis heute ein Wunschtraum. Ebenso wie die damals von der Bundesbahn geplante Unterführung der Bahnlinie beim Ostbahnhof.

Hingegen konnte die infolge des Hochwassers eingestürzte Brücke beim Kurzenrieder Viehweideweg wieder erstellt werden. Dank der Aufstufung zum Erholungsort durften in Peiting Werbetafeln an den Ortseingängen angebracht werden.

Mit der Genehmigung eines Schlepplifts am nordseitigen Schnaitberg erhielt der Skisport in Peiting einen Aufschwung. Die am 26. August 1969 befürwortete Schaffung eines Kur- Bade- und Regenerationszentrums wurde allerdings bis heute nicht verwirklicht.

VON GERHARD HEISS

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