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Gut besucht war der Vortrag von Professor Harald Walach in der Schloßberghalle in Peiting. Im Anschluss konnten Fragen gestellt werden. Links Organisatorin Diana Nocker.

300 Besucher bei Vortrag in der Schloßberghalle

5 G: „Technologie wird zum Zwang“

„5 G – Mobilfunk – Informationsinfarkt: Warum wir Spiritualität und eine Kultur des Bewusstseins als Gegengewicht brauchen“: Unter diesem Motto haben die Bürgerinitiative „Stoppt-5 G“ und die Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP) Professor Harald Walach aus Berlin zum Vortrag in die Schloßberghalle geladen. Rund 300 Besucher kamen.

Peiting – „Wir haben uns gedacht, wir müssen ein bissel aufklären“, sagte Diana Nocker von der Bürgerinitiative „STOPPT-5 G“, die zusammen mit Renate Müller von der UIP die Besucher begrüßte. 5 G-Mobilfunk der fünften Generation soll hierzulande ausgebaut werden, was zusätzliche Funkantennen, noch mehr Mobilfunkstrahlung, aber auch noch mehr Überwachung des Einzelnen bedeute. Deshalb haben schon zahlreiche Gemeinden erklärt, auf diese Technik verzichten zu wollen.

„5 G – das ist die geplante Einstrahlung in unseren privaten Wohnraum. Das Grundgesetz zu unserer körperlichen Unversehrtheit wird ausgehebelt“, so Nocker.

Harald Walach, der nach eigenen Worten selbst kein Handy besitzt, ist klinischer Psychologe mit Promotion in Psychologie, Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie. In seinem Vortrag beschränkte er sich darauf, die Funktionsweise der 5 G-Wellen zu erklären und verschiedene wissenschaftliche Studien zu zitieren.

Unter anderem eine Untersuchung über den Zusammenhang von „Sferics“, sprich winzige elektromagnetische Impulse, die von Wetterfronten ausgehen – mit auftretenden Kopfschmerzen. „Fünf von 20 Menschen haben dann Kopfschmerzen, wenn ,Sferics’-Impulse anlaufen“, so Walach.

Harald Walach referierte in Peiting über 5 G.

Der folgerte daraus, dass Menschen sehr sensibel sind und schon ein sehr geringer elektromagnetischer Reiz krank machen könne. Aber der Mensch sei auch anpassungsfähig: „An alles, womit wir dauernd konfrontiert sind, gewöhnen wir uns“, so Walach. Kritisch sei jedoch der Wechsel, wie er bei Mobilfunkstrahlung, einer Mikrowellenstrahlung im Dauerfrequenz, auf die Impulse aufmoduliert werden, vorhanden ist.

Zu echter modulierter Strahlung gebe es keine neueren Studien. Bislang hätten allerdings Untersuchungen zu 2 G- und 3 G-Netzwerken gezeigt, dass es nach kurzer Zeit zu Strangbrüchen in der DNA komme. Auch epidermiologische Untersuchungen über einen langen Zeitraum wie die vergangenen 20 Jahre, fehlen bisher. „Ein Gehirntumor hat eine Latenzzeit von 20 Jahren“, so Walach.

Abgesehen von der gesundheitlichen Schädlichkeit von 5 G sei auch die Ideologie, die dahinterstecke, menschenverachtend: Unter dem Oberbegriff „Transhumanismus“ verberge sich eine Denkphilosophie, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will. „Vielleicht lassen wir uns einmal Chips implantieren, um nur mit unseren Gedanken den Kühlschrank zu öffnen“, erklärte Walach anschaulich.

Unter Evolution verstehe man die Anpassung an eine biologische Umwelt. Transhumanismus, eine technische Anpassung an Verhältnisse, die der Mensch selber geschaffen haben, habe damit nichts zu tun. „Wollen wir, dass unsere Kinder so werden, dass der Mensch sich in diese Richtung entwickelt?“, stellte der Referent als Frage in den Raum.

Transhumanismus habe so stark an Macht gewonnen, weil er eine sehr starke Strömung sei, die sich nicht selbst reflektiere: „Wir werden mit einer Welle von Technologie überflutet, die wir nicht haben wollen. Technologie wird zum Zwang“, fand Walach.

Dahinter stecke reine Profitgier. Wehren könne man sich dagegen kaum. Wichtig sei deshalb, sich der modernen Mobilfunktechnik nicht völlig auszuliefern, sich Freiräume, ohne ständige Störung und Unruhe durch Handynachrichten zu schaffen. Und nicht zuletzt: Die Macht des Konsumenten zu nutzen. „Es wird nur das gebaut und eingeführt, was die Menschen haben wollen“, so Harald Walach. „Vielleicht löst sich das Problem der Handy-Nutzer evolutionär?“, so Harald Walach sarkastisch zur erwiesenen Tatsache, dass die Beweglichkeit und Brauchbarkeit der Spermien von Männern, die ihr Handy in der Hosentasche tragen, drastisch eingeschränkt wird.

VON URSULA FRÖHLICH

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