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Die Poolnudeln sollen helfen, im Peitinger Wellenfreibad auch im Wasser den Sicherheitsabstand einzuhalten. Stehend von links die Badmitarbeiter Leif Kraut, Petra Müller und Thomas Bogner mit Bürgermeister Peter Ostenrieder. 

Saisonstart am 8. Juni

Wellenfreibad öffnet am Montag: Wenn die Poolnudel als Abstandshalter dient

  • Christoph Peters
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Auch wenn das Sommerwetter derzeit eine Pause macht: Das Peitinger Wellenfreibad wird am Montag erstmals in diesem Jahr seine Tore für die Besucher öffnen. Wegen der Corona-Pandemie gilt es freilich einige Regeln zu beachten. Doch Bürgermeister Peter Ostenrieder hat auch eine gute Nachricht parat.

Peiting – Am Donnerstagnachmittag konnte Bürgermeister Peter Ostenrieder endgültig grünes Licht geben. Zuvor hatte eine Besprechung im Landratsamt in Weilheim stattgefunden, in der es um die Vorgaben für eine Öffnung der Bäder ging. Zwar hatte Ministerpräsident Markus Söder bereits vor drei Wochen einen Start der Freibäder für den 8. Juni angekündigt. Allerdings fehlten bis zuletzt die genauen Regeln des Freistaats, die die Betreiber in Zeiten der Corona-Pandemie erfüllen müssen. Diese lagen nun vor und sie entsprachen im Großen und Ganzen dem Hygiene- und Schutzkonzept, das die Gemeinde in den vergangenen Wochen bereits ausgearbeitet hatte.

Maximal 750 Besucher dürfen sich demnach auf dem Badgelände aufhalten. Ein neues Zugangssystem mit Lichtschranke soll gewährleisten, dass diese Zahl auch eingehalten wird. Das Limit reiche für normale Badetage, sagt Ostenrieder. Auf ein Schichtsystem wie es etwa in der „Rigi-Rutsch‘n“ in Peißenberg umgesetzt wird, will man in Peiting deshalb erst einmal verzichten. An heißen Sommertagen suchten in den vergangenen Jahren schon mal bis zu 1500 Besucher Abkühlung im Wellenfreibad. Verärgert zeigt sich Ostenrieder allerdings über die Vorgabe, dass Jugendlichen unter 14 Jahren nur noch in Begleitung eines Erwachsenen der Zutritt gewährt werden darf. Bundesweit liege die Altersgrenze bei zehn Jahren. „Leider handhabt der Freistaat das strenger.“

Bademeister achten auf Zahl der Badenden

Einschränkungen gibt es auch beim Baden selbst. Knapp 140 Personen dürfen sich jeweils gleichzeitig im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken tummeln. „Die Bademeister werden darauf achten, dass dies auch eingehalten wird“, kündigt Ostenrieder an.

Auch an den derzeit geltenden Abstandsregelungen von 1,5 Meter kommt man nicht vorbei. Sie sind nicht nur auf dem ganzen Gelände, sondern auch im Wasser einzuhalten. Um speziell den Kindern diese Vorgabe auch spielerisch näher zu bringen, habe man extra eine große Zahl an Poolnudeln geordert, sagt der Rathauschef. „Die sind genau 1,6 Meter lang, da kann man super den Abstand überprüfen.“ Zugelassen freilich sind sie aus Sicherheitsgründen nur im Nichtschwimmerbereich. Im Schwimmerbecken könnten die Bademeister sonst nur schwer erkennen, ob jemand, der mit Poolnudel unterwegs sei, tatsächlich schwimmen könne oder nicht, erklärt Ostenrieder.

Ein Wermutstropfen aus Sicht des Rathauschefs: Die warmen Duschen im Gebäude bleiben vorerst tabu. „Wir müssten sie nach jeder Benutzung desinfizieren, das ist nicht zu schaffen.“ So bleiben den Besuchern nur die kalten Außenduschen. Die Toilettenanlagen seien aber natürlich ebenso offen wie der Kiosk, so Ostenrieder. Für dessen Betreiber gelten allerdings die gleichen Auflagen wie für andere Gastronomiebetriebe auch.

Wellenbetrieb ist doch möglich

Eine gute Nachricht hat der Bürgermeister in Sachen Wellen parat: War man zuletzt davon ausgegangen, dass der Betrieb nicht möglich sein wird, können sich Wasserratten nun doch auf die Hauptattraktion des Bads freuen. Man werde sogar den Turnus erhöhen und alle halbe Stunde Wellen machen, kündigt Ostenrieder an.

Trotz Pfingstferien dürfte sich der Ansturm am Montag angesichts der kühleren Temperaturen allerdings erst einmal in Grenzen halten. „Das wird eher ein Soft Opening“, ahnt der Rathauschef. Auch beim Saisonkartenvorverkauf, der in dieser Woche startete, hielten sich die Peitinger im Vergleich zu den Vorjahren noch zurück. „Die Leute warten anscheinend erst einmal ab, bis das Bad auch tatsächlich offen ist“, sagt Ostenrieder. Zumal der vergünstigte Preis für die Jahreskarten diesmal den ganzen Sommer über gilt.

Freien Eintritt haben im Übrigen heuer nicht nur wie üblich die Peitinger Schulklassen. „Wir weiten das Angebot auf Schongau aus, weil dort das Plantsch ja noch zu hat“, kündigt Ostenrieder an. Die Schüler wird’s freuen.

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