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Freuen sich aufs KAB-Jubiläum (1. Reihe von links) Präses Pfarrer Dr. Robert Kröpfl, Angelika Mlaka (Leiterin Altenwerk), Anneliese Schropp (Schriftführerin) mit (hinten von links) Georg Linder (Kassier), Christian Gindhart (2. Vorsitzender), Franz Bleichner (Sozialreferent) und (ganz oben) Vorsitzender Udo Felsmann.

120-jähriges Bestehen

Wie die KAB Peiting unter Hitler überlebt hat

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Sie hat den Kriegswirren getrotzt, schwierige Zeiten überstanden und ist immer noch eine Anlaufstelle in Sachen soziale Gerechtigkeit: Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Peiting – in diesen Tagen kann sie auf ihr 120-jähriges Bestehen zurückblicken.

Peiting – Eine ganz besondere Ehre ist der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung Peiting schon zuteil geworden: Das Friedhofswegele wird pünktlich zum 120. Geburtstag der sozial motivierten Bewegung zum Bischof-von-Ketteler-Weg umbenannt (wir berichteten). Eingeweiht wird der Weg im Rahmen einer großen Feier am Sonntag, 21. Juli.

Doch was hat dieser Von-Ketteler mit der KAB Peiting zu tun? „Dieser Bischof war der erste große katholische Sozialreformer, der Gründer der KAB“, erklärt Norbert Bleichner, KAB-Mitglied und aktiv bei den Peitinger Heimatfreunden. Als Gründer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) wurde Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler aufgrund seines Engagements für die Arbeiterschaft auch „Arbeiterbischof“ genannt.

KAB hat turbulente Zeiten erlebt

Ein Blick zurück in die Geschichte des 19. Jahrhunderts. „Eine arme Zeit“, so Bleichner mit Blick auf viele Verarmte, die arbeitslose Opfer der industriellen Revolution waren. Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler gründete 1889 als einer der großen Sozialreformer seiner Zeit die KAB, die auch in Peiting Anlaufstelle für viele Hilfebedürftige war. Im Jahr 1899 gründete sich in Peiting unter Zutun des damaligen Pfarrers Georg Braun der Peitinger KAB Ortsverein – damals firmierte dieser noch als „Katholischer Arbeiterverein“.

Die neue Straßenbeschilderung ist schon angebracht: Das ehemalige „Friedhofswegele“ in Peiting heißt ab dem Wochenende zu Ehren der KAB ganz offiziell „Bischof-von-Ketteler-Weg“.

Im Wandel der Geschichte hat auch die Katholische Arbeitnehmer Bewegung Peiting turbulente Zeiten erlebt. Als eine Art „kirchliche Gewerkschaft“, wurde sie unter Hitler, wie alle anderen Gewerkschaften auch, verboten. Nach immerhin 36 Jahren leisteten die damaligen Mitglieder verdeckt und mutig Widerstand gegen das Verbot. „Der Verein wurde heimlich unter Martin Söll fortgeführt – als Sterbegeldvereinigung“, schildert KAB-Vorsitzender Udo Felsmann. Nach dem Krieg änderte der Verein seinen Namen in „Katholisches Werkvolk“, 1971 wurde daraus die Katholische Arbeitnehmer Bewegung, wie man sie heute kennt.

Derzeit zählt die KAB 135 Mitglieder, zählt Felsmann auf. Neben der Geselligkeit spielen nach wie vor soziale Themen eine große Rolle. So berät die KAB in Rentenfragen und bietet Unterstützung in Sachen soziale Hilfe. Eine große Aktion, die in Peiting sicher unvergessen bleibt, war die Unterstützung der damaligen Peitinger Zarges-Mitarbeiter im Kampf gegen die Werksschließung im Jahr 2010.

Damit dieses Engagement im Sinne des Bischof von Kettelers weitergeführt werden kann, erinnert am Von-Ketteler-Weg in Peiting ein Legendenschild an den Bischof und Sozialreformer, das am Sonntag, 21. Juli, im Rahmen der Feierlichkeiten enthüllt werden soll. Die Kosten für die Beschilderung trägt übrigens der KAB-Ortsverein selbst.

Am 21. Juli wird gefeiert

Das KAB-Jubiläum wird am Sonntag, 21. Juli, begangen. Beginn ist um 9 Uhr mit einer Heiligen Messe mit Fahnenabordnungen. Um zirka 10.45 Uhr wird der Bischof-von-Ketteler-Weg eingeweiht.

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