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Autogrammstunde: Im Stoiber-Kostüm signierte Wolfgang Krebs im Anschluss ans Programm seine Bücher.

Wolfgang Krebs in der Schlossberghalle

Von der Bundeskanzlerin zu Donald Trump

Als Verwandlungskünstler präsentierte sich Wolfgang Krebs mit seinem neuen Programm „Die Watschenbaumgala“ in der Schloßberghalle. Über 300 Besucher amüsierten sich prächtig.

Peiting – Edmund Stoiber, vom öffentlichen Parkett weitgehend verschwunden, ist der Star und die Paraderolle in Wolfgang Krebs’ Politiker-Panoptikum. Krebs schaut genau hin und präsentiert eine Politiker-Riege voller Ticks und Macken – umwerfend komisch, lebensecht und ein bisschen schaurig. Nur gut, dass es Donald Trump gibt. Sonst wäre die Entscheidung des Publikums bezüglich des Gewinners des „goldenen Watschenbaums“ für den unbeliebtesten Politiker sicher nicht so klar ausgefallen. Trump taucht im Programm allerdings nur in den Reden der „Laudatoren“ auf. „Über Trump kann man sagen was mer will – es stimmt alles“, so Krebs als Horst Seehofer, „Urgestein der CSU mit Erfahrung in allen Fettnäpfchen“ und „Ministerpräsident auf Lebenszeit“. „Weißer Industrie-Mogul schmeißt schwarze Familie aus dem Haus“, als Edmund Stoiber, „professioneller Katastrophenprediger“, der für seine „glodernde Rhetorik ohne lang die Eier herumzuschaukeln“ bekannt ist.

In bester Stoiber-Manier, dessen Hauptbahnhofrede Geschichte geschrieben hat, stürzt sich Wolfgang Krebs in die Begrüßung der „Brüderinnen und Schwesterinnen“ in der „Schloßdingshalle im Tal des Berges“ und der „Radio-Leser“ draußen. Wenige Minuten hinter einer Leinwand reichen ihm aus, um sich in Landesvater Horst Seehofer, angetan mit Trachtenanzug und König-Ludwigs-Schärpe, zu verwandeln und mit jovialem Gruß ins Publikum zu verkünden, dass es 2018 aus „Sicherheitsgründen“ keine Wahl geben werde. Die Opposition mache er selber.

Auch in die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel schlüpfte Wolfgang Krebs.

Zum „Sodom und Gonorrhöe“ in Regensburg findet er klare Worte: „Wenn wir heute den Sozis die Spezlwirtschaft überlassen, dann wollen die demnächst mitregieren!“ Auch Markus Söder, „Minister für Heimat, Landesentwicklung und nebenbei auch noch Finanzen“, kommt in Wolfgang Krebs’ Programm vor. Natürlich wieder einmal mit einem populistisch unschlagbaren neuen Plan: Der gesetzlichen Regelung des nicht-öffentlichen Personen-Nah-Verkehrs. Gerade in der momentanen Faschingszeit sei das neue Formblatt für die neue Sexualität wichtig: „Die Dame soll vorher die Einverständniserklärung ausfüllen, damit es nachher keinen Ärger gibt.“ Siehe Silvesternacht in Köln.

Nacheinander lässt Wolfgang Krebs auch noch Innenminister Joachim Herrmann, Günther Beckstein und Angela Merkel Revue passieren, schlüpft in die Rolle des drittklassigen Allgäuer Entertainers Meggy Montana, „fröhlicher Klang aus Nesselwang“ oder Hochzeitsredner Schorsch Häberl, Vorsitzender von allen 30 Vereinen seines Orts, der sich anlässlich der Hochzeit von Dorfschönheit Sabrina mit dem zua- groasten Hussein in Geschmacklosigkeiten ergeht. „Der Moslem hat einen entscheidenden Vorteil. Er säuft keinem Bayern das Bier weg“, ist das Fazit seiner Rede.

Zwischendrin gibt es Stimmungsmusik vom Band, zu der Kabarettist Krebs seine eigenen Reime singt. Dazu erweist er sich als begnadeter Stimmenimitator. Joachim Gauck, Hubert Aiwanger, Christian Ude – Wolfgang Krebs kann sie alle. Kein Wunder, dass sich das Publikum vor Lachen kaum halten kann und sich mit tosendem Applaus revanchiert.

Ursula Fröhlich

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