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Eine zentrale Wärmeversorgung für Peitinger Neubaugebiete? Eine entsprechende Entscheidung hat der Gemeinderat vertagt. 

Beschluss gefasst

Zentrale Wärmeversorgung für Peitinger Neubaugebiete? Das sagt der Marktgemeinderat

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Eigentlich sollte es im Peitinger Gemeinderat jüngst um die Frage gehen, ob der Markt für eines der geplanten Neubaugebiete eine zentrale Wärmeversorgung ins Auge fassen soll. Am Ende wurde der Beschluss jedoch auf Antrag der Grünen vertagt. Für Irritationen sorgte Christian Lory (UP).

Peiting – Dass es sich bei dem Thema zentrale Wärmeversorgung um kein neues Anliegen handelt, schickte Bürgermeister Peter Ostenrieder (CSU) gleich zu Beginn der jüngsten Marktgemeinderatssitzung vorweg. Regelmäßig, wenn sich ein neuer Gemeinderat formiere, lande es auf dem Tisch. Und ebenso in schöner Regelmäßigkeit habe das Gremium in der Vergangenheit davon Abstand genommen, erinnerte er. „Es gibt dazu auch einen Grundsatzbeschluss.“ Dessen Tenor laute: Wer ein Grundstück für viel Geld vom Markt erwirbt, den wolle man nicht auch noch mit der Festlegung auf eine Heizart gängeln.

Nun lässt sich angesichts der aktuellen Klimadebatte trefflich streiten, ob eine Gemeinde den Bürgern eine solche Vorschrift zumuten kann oder sogar sollte. Doch der Anschlusszwang war aus Sicht der Verwaltung nur einer der Gründe, weshalb ein solches Vorhaben in einem Neubaugebiet kritisch zu sehen sei. Dabei spielt vor allem die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Eine zentrale Wärmeversorgung durch Energieträger wie Biomasse, Geothermie oder Solarthermie mache überall dort Sinn, wo auch im Sommer große Mengen an Wärme benötigt würden. Doch gerade das sei in Neubaugebieten nicht der Fall, da neue Häuser wegen der Energieeinsparverordnung ohnehin nur noch einen geringen Wärmebedarf hätten, gab Kämmerer Christian Hollrieder zu bedenken.

Betrieb von Solaranlagen und Kaminen wäre untersagt

Um eine höchstmögliche Wärmeabnahme sicherzustellen, müsste den Bauherren zudem der Betrieb von Solaranlagen oder Kaminen untersagt werden. Ein Anschlusszwang, der für die Wirtschaftlichkeit nötig sei, könnte nur per Satzung und in engem rechtlichen Rahmen durchgesetzt werden. Bedingung sei dabei, dass die Gemeinde das Wärmenetz betreibe, so Hollrieder. Und dann brauche es lange, bis ein solches Netz auch ausgelastet sei. Denn bekanntlich verbleibe die Hälfte der Grundstücke beim Verkäufer der Flächen. Bis diese bebaut seien, können bis zu sechs Jahre vergehen.

Anders sieht die Situation laut dem Kämmerer aus, wenn größere kommunale Liegenschaften im Spiel sind. Hollrieder verwies auf das Eisstadion, wo der Markt seit dem Jahr 2013 mit Bioerdgas ein Blockheizkraftwerk betreibt, das mit seiner produzierten Wärme neben der Eishalle auch die Mehrzweckhalle, das Therese-Peter-Haus für Kinder, die Grundschule, zwei Mehrfamilienhäuser und einen Fünfspänner versorgt.

Zentrale Wärmeversorgung der falsche Weg

Als erster Gemeinderat meldete sich Christian Lory zu Wort. Er war es gewesen, der schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das jüngste Baugebiet am Hochweg ein Energiekonzept gefordert hatte. Eine zentrale Wärmeversorgung sei aber der falsche Weg, eine solche unrentabel in einem Neubaugebiet, stimmte der Kaminkehrermeister mit der Einschätzung der Verwaltung überein, die im Übrigen auch Hermann Mödl (BVP) aus eigener Erfahrung als Heizungsbauer teilte. Besser sei ein Konzept, das ohne Anschlusszwang und Gängelung auskomme, sagte Lory. Dazu könne man einen Referenten der Energiewende Oberland einladen, bei der der Markt Mitglied sei.

Über Lorys Vorschlag zeigte sich der Bürgermeister allerdings irritiert. Es gehe hier nicht um klassische Energieberatung. Für den Bebauungsplan brauche man etwas Handfestes, „sonst machen die Leute, was sie wollen“. Immerhin sei es Lory gewesen, der ein Konzept gefordert habe. „Wenn es um Details geht, ist plötzlich nichts mehr da.“

SPD-Fraktionschef spricht von „Themaverfehlung“

Herbert Salzmann (SPD) sprach denn auch von „Themaverfehlung“, die Beratung durch einen Fachmann sei aber abgesehen davon eine gute Idee. „Für den Gemeinderat wäre es wichtig zu erfahren, was in Sachen Energie möglich ist und was nicht.“ Damit stand Salzmann im Gremium nicht allein. Thomas Elste (Grüne) schlug außerdem vor, die Entscheidung über eine zentrale Wärmeversorgung zu vertagen, bis man den Experten gehört habe. Dagegen sprach aus Sicht des Bürgermeisters nichts. Der Beschluss betreffe ohnehin nur zukünftige Wohngebiete, nicht aber jene, deren Planung aktuell bereits am Laufen seien, wies er hin. Mit 14:10-Stimmen wurde der Antrag angenommen.

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