Mehrfach soll sich der Peitinger an seiner Stieftochter und Großnichte vergangen haben.
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Mehrfach soll sich der Peitinger an seiner Stieftochter und Großnichte vergangen haben.

Anwältin entsetzt

Kindesmissbrauch: Täter liefert unfassbares Motiv

Wegen sexuellen Missbrauchs steht ein 56-jähriger Kraftfahrer aus Peiting vor Gericht. Die Opfer stammen aus der eigenen Familie. Seine Begründung für die Taten ist äußerst ungewöhnlich.

Peiting Es sind schwere Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen den Peitinger erhoben hat: Er soll sowohl seine Großnichte als auch seine Stieftochter sexuell missbraucht haben. Die eine war zum Tatzeitpunkt zwölf, die andere zwischen 14 und 15 Jahre alt. Seit Sommer vorigen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft in München-Stadelheim. Nun muss sich der Peitinger vor dem Landgericht München II verantworten – und ist weitgehend geständig, sagte sein Verteidiger Winfried Folda aus Weilheim.

Missbrauch in sieben Fällen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Peitinger sieben Anklagepunkte vor. Bei der Großnichte soll es sich um vier Vorfälle im Zeitraum vom 26. Mai bis zum 31. Dezember 2015 handeln. Zum ersten Mal habe er sich bei einem gemeinsamen Urlaub der beiden Familien in Italien zweimal beim Spazierengehen vergriffen. Zu weiteren Missbräuchen sei es dann im Elternhaus der Großnichte in Peiting gekommen.

Drei Vorfälle im Zeitraum vom 1. Juni bis 7. November 2012 waren es laut Anklage bei seiner Stieftochter, die rechtlich seine Schutzbefohlene war, weil er in ihre Betreuung und Erziehung eingebunden war. Er habe das bestehende Vertrauensverhältnis ausgenutzt, sagt der Staatsanwalt. Beim ersten Mal habe der Stiefvater versucht, ihr die Decke wegzuziehen und sie zu missbrauchen, was sie verhindern konnte. Bei anderer Gelegenheit soll er sie aber missbraucht haben. Beim dritten Vorfall sei es sogar zur Vergewaltigung gekommen.

Der Angeklagte gibt die Taten in weiten Teilen zu. Es gibt jedoch auch abweichende Angaben. So habe es sich bei dem Vorfall mit der Decke nur um ein Gerangel ohne sexuelle Absicht gehandelt. Die Vergewaltigung, sprich die Anwendung von Gewalt, bestreitet er.

Das Motiv klingt unfassbar

Sein Motiv klang ungewöhnlich: „Es war der Reiz, auszuprobieren, wie weit man gehen kann.“ Die Anwältin einer der Frauen hörte das nicht gerne: „Haben Sie sich mal überlegt, was das für die Mädchen bedeutet?“ „Ja, darüber habe ich mir jetzt viele Gedanken gemacht“, so der Angeklagte. „Und der Reiz war’s Ihnen wert?“ „Wenn ich jetzt drüber nachdenke, war es das nicht wert. Ich habe den Mädchen geschadet. Wenn ich’s rückgängig machen könnte, würde ich’s machen.“ Der Prozess dauert an.

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