Stolz präsentiert Peitings Bauhof-Chef Tim Osterhaus den neuen V-förmigen Schneepflug, der heuer zum ersten Mal im Winterdienst zum Einsatz kommt.
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Stolz präsentiert Peitings Bauhof-Chef Tim Osterhaus den neuen V-förmigen Schneepflug, der heuer zum ersten Mal im Winterdienst zum Einsatz kommt.

Vorbereitungen laufen

Peitinger Bauhof wappnet sich für den Winter

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Noch hält sich der Winter vornehm zurück, doch schon am Wochenende könnte sich das ändern. Im Peitinger Bauhof hat man sich für die kalte Jahreszeit bereits gerüstet.

Peiting – Der Peitinger Bauhof-Chef Tim Osterhaus steht bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gelände der Einrichtung, das Wetter erinnert wie schon in den vergangenen Tagen eher an Frühling als an November. Von Winter ganz zu schweigen. Doch natürlich kann sich das in dieser Jahreszeit ganz schnell ändern, das weiß auch Osterhaus. Längst hat der Bauhof-Chef daher mit seinem Team mit den Vorbereitungen für die Wintersaison begonnen. In den vergangenen Wochen wurden die Schneezeichen entlang der Straßen gesetzt, auch alle Splitkästen, aus denen sich die Bürger Streugut holen können, haben die Bauhof-Mitarbeiter aufgestellt und befüllt. In dieser Woche ist der Fuhrpark an der Reihe. Vier Traktoren und sechs große und kleine Lkw gilt es für den Winterdienst umzurüsten, Streuvorrichtungen müssen angebracht und die Räumschilde aus dem Lager geholt werden. Bereits an diesem Wochenende könnte ihr Einsatz das erste Mal gefordert sein, für Freitag sagen die Meteorologen Schneeschauer voraus und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

50 Tonnen Salz lagern im Silo des Peitinger Bauhof

Wenn es glatt wird auf den Straßen, ist vor allem Salz gefragt. 50 Tonnen lagern im bauhofeigenen Silo, von dem die Lkw direkt befüllt werden können. Weitere 250 Tonnen warten laut Osterhaus bei einer Spedition in Baden-Württemberg auf ihren Abruf. Wie viel gebraucht werde, lasse sich im Vorfeld schwer einschätzen, sagt der Bauhofchef. Im Rekordwinter 2018/2019, als meterhoch der Schnee lag und die Bauhof-Mitarbeiter wochenlang Extraschichten schoben, habe man fast 300 Tonnen Salz benötigt, rechnet Osterhaus vor. Im vergangenen Winter, der deutlich milder ausgefallen war, seien es dagegen nur 60 Tonnen gewesen.

Auch den Dienstplan für den Winter hat Osterhaus bereits fertig. Pro Fahrzeug sind jeweils zwei Fahrer eingeteilt, die sich abwechseln. Dazu kommen zwei Handtrupps, die sich um all jene Stellen kümmern, wo die großen Schneeräumer nicht hinkommen. Das sind beispielsweise Zebrastreifen, Bushaltestellen und der Friedhof. Auch zwei externe Unternehmen übernehmen im Auftrag der Gemeinde Winterdienste. In 14 Räumgebiete ist die Marktgemeinde aufgeteilt, eine Tour dauert im Normalfall vier Stunden. „Je nachdem, wie viel Autos auf der Straße stehen“, sagt Osterhaus. Denn mit einem drei Meter breiten Räumschild kann es sonst schon einmal eng werden. „Gerade in Wendehammern und engen Kurven ist es hilfreich, wenn dort nicht geparkt wird“, appelliert der Bauhofleiter an die Peitinger Bürger.

Beschwerden über den Winterdienst „gehören zum Geschäft“

Um zu wissen, ob der Winterdienst ausrücken muss, dreht ein Bauhofmitarbeiter um 3 Uhr morgens eine Kontrollrunde durch den Ort. Dieser entscheide dann, ob nur gestreut oder auch geräumt werden müsse, erklärt Osterhaus. Ist letzteres der Fall, werden alle Fahrer alarmiert. Diese seien im Normalfall schnell zur Stelle, da fast alle Mitarbeiter am Ort leben. Eine Prioritätenliste, die in größeren Gemeinden vorgibt, welche Straßen zuerst geräumt werden müssen, gebe es in Peiting nicht, sagt Osterhaus. Allerdings kenne jeder sein Revier und wisse, „wo wann was passiert, also beispielsweise der Milchlaster morgens durch muss“, erklärt der Bauhofchef. Beschwerden gebe es dennoch immer wieder, etwa, weil der Schneeräumer eine Einfahrt zugeschoben habe. „Das gehört zum Geschäft, wir versuchen alles, solche Probleme zu vermeiden, doch irgendwo muss der Schnee hin.“

Zum Alltag gehört aktuell auch am Bauhof der Umgang mit der Corona-Pandemie. In dieser Hinsicht habe der Winterdienst auch sein Gutes, sagt Osterhaus. Anders als im Sommer, wo Mitarbeiter der Einrichtung des öfteren etwa bei Vegetationsarbeiten gemeinsam im Einsatz seien, habe jeder Fahrer sein Räumfahrzeug für sich allein. Weil auch sonst penibel auf Abstände geachtet werde, habe man bislang noch keinen positiven Corona-Fall gehabt, sagt der Bauhofchef, der natürlich hofft, dass das so bleibt.

Was jetzt noch fehlt, sind die Schneezäune. Doch da habe man noch etwas Zeit, sagt Osterhaus. „Die brauchen wir ja erst, wenn der Schnee hoch liegt.“ Anfang Dezember sollen auch sie stehen. Dann kann der richtige Winter kommen.

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20.825 Kilometer haben die 258 Peitinger Teilnehmer der Aktion „Stadtradeln“ heuer gemeinsam zurückgelegt. Das ist zwar deutlich weniger als bei der Premiere im Vorjahr, dennoch ist man bei der Gemeinde zufrieden. Besonders fleißig trat ein 70-jähriger Radler in die Pedale.

Stundenlang kam der Verkehr auf der Werdenfelsbahn nördlich von Weilheim am Mittwoch zum Erliegen. Betroffen waren viele Pendler, die sich auch über fehlende Informationen ärgerten.

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