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Peitinger besuchen Calvi: Bayerisches Fest im italienischen Regen

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Von: Christoph Peters

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Improvisieren hieß es während des Regenwetters. Der Verkaufsstand wurde kurzerhand zum Konzertraum. © Bertl

Das „Festa della Birra“ in Calvi ist längst legendär. Am vergangenen Wochenende tischte der Partnerschaftsverein Peiting-Calvi dell’Umbria bereits zum 25. Mal in der italienischen Partnerstadt groß auf. Nur das Wetter wollte bei der diesjährigen Jubiläumsauflage nicht so richtig mitspielen.

Peiting – „So ein anstrengendes Fest hab’ ich noch nicht erlebt“, sagte Max Bertl und atmete erst einmal kräftig durch bei der Erinnerung an das hinter ihm liegende Wochenende. Tatsächlich hatte es das „Festa della Birra“ in Calvi für den Vorsitzenden des Partnerschaftsverein Peiting-Calvi dell’Umbria und seine Mitstreiter aus der Marktgemeinde in diesem Jahr besonders in sich. Zum 25. Mal waren die Peitinger mit ihrem Bürgermeister Michael Asam in das kleine italienische Städtchen nahe Rom gereist, um mit dem Bierfest samt Schmankerln aus der Heimat bayerischen Flair in die Partnergemeinde zu bringen. Diesmal sogar einen Tag früher, denn am Donnerstag wurde erst einmal das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft der beiden Gemeinden groß begangen.

Am Freitag fiel dann der Startschuss für das eigentliche Fest, doch schon am ersten Tag zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. „Es hat an allen drei Tagen geregnet, teilweise auch während der Festabende“, sagte Bertl, was die Organisatoren auf eine harte Probe stellte. Schließlich musste spontan auf die widrigen äußeren Bedingungen reagiert werden.

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Die Schönegger Almmusikanten sorgten diesmal für die musikalische Unterhaltung, während sich die übrige Reisegruppe aus Peiting gewohnt routiniert um die kulinarische Versorgung der Besucher des „Festa della Birra“ kümmerte. © Bertl

Doch die Peitinger Delegation wie auch die Schönegger Almmusikanten, die dieses Jahr als Kapelle mitgereist waren und für die musikalische Umrahmung sorgten, ließen sich davon die Stimmung nicht verderben. Am verregneten Samstag wurde kurzerhand die Verkaufsbude zum Konzertraum umfunktioniert. „Wir haben einfach die Fritteuse und den Grill beiseite geräumt, damit die Musiker Platz hatten“, erzählt Bertl. Man muss sich eben nur zu helfen wissen. Landrätin Andrea Jochner-Weiß jedenfalls, die sich zum ersten Mal dem Peitinger Reisetross angeschlossen hatte, genoss die bayerischen Klänge unter dem verregneten italienischen Himmel und ließ es sich in einer Regenpause nicht nehmen, ein Tänzchen mit Dirigent Georg Miller zu wagen.

Einziger Wermutstropfen: Wegen des schlechten Wetters tummelten sich am Samstag nur wenige Gäste auf dem Festgelände, auch am Freitag und Sonntag hielt sich der Zustrom in Grenzen. Die Folge: Kässpatzn, Apfelkücherl, Leberkäs, Bockwurst und weitere kulinarische Spezialitäten, die die Peitinger per Transporter aus der Heimat mitgebracht hatten, fanden nur wenig Absatz. „Wir haben heuer viele Waren über, da werden wir dick in den roten Zahlen landen“, zog Bertl am Montag eine ernüchternde Bilanz. Entsprechend froh zeigte sich der Vorsitzende deshalb darüber, dass die Gemeinde dem Verein für das Fest wieder mit einem Zuschuss unter die Arme gegriffen hatte. „Sonst säh’s noch düsterer aus.“

Sei’s drum, Bertl nimmt’s gelassen. Das Wetter kann man eben nicht ändern. „Trotzdem war die Stimmung perfekt, sowohl die Helfer als auch die Musiker haben ihr Bestes gegeben und dafür bin ich unendlich dankbar.“ In Erinnerung bleiben wird den Peitingern ihr Ausflug so auf jeden Fall. Zumal neben der Arbeit auch das Vergnügen nicht zu kurz kam. In Rom organisierte Bertl eine Stadtführung, einen anderen Tag ging’s für die Gruppe zum Baden nach Terni. „Wir schauen schon, dass es unseren Leuten gut geht“, betont der Vorsitzende. Denn schließlich soll die Tradition des „Festa della Birra“ in den nächsten Jahren weitergehen. „Ich bin guter Dinge, dass wir noch einmal 30 Jahre schaffen.“

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