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Agathe Bach und Büchereileiterin Irene Wunder zeigen auf das Fenster, durch das der Einbrecher geflüchtet war.

Kriminalpolizei ermittelt

Peitinger Bücherei-Mitarbeiterin verfolgt Einbrecher

Auf frischer Tat ertappt worden ist am Samstag ein Einbrecher in der Gemeinde- und Pfarrbücherei Peiting. Der Ganove war am helllichten Tag über ein Fenster eingestiegen. Auf der Flucht wurde er von einer Mitarbeiterin der Bücherei verfolgt, konnte letztlich aber doch entkommen.

Peiting – „Ich bin furchtbar erschrocken“, erzählt Agathe Bach, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Peitinger Bücherei, als sie den Einbrecher in flagranti erwischte. Das was am Samstag gegen 10.15 Uhr. Agathe Bach, die gerade Urlaub hat, wollte ein Buch, das sie ausgeliehen hatte, zurückbringen – während ihre Tochter draußen im Auto auf dem Parkplatz vor der Bücherei wartete.

Weil am Samstag kein Publikumsverkehr in der Bücherei herrscht, sperrte Bach die Außentüre hinter sich zu. Danach öffnete sie die Tür zu den Büchereiräumen. In dem Moment, als die 64-jährige Peitingerin eintreten wollte, sah sie einen unbekannten Mann hinter dem Tresen stehen.

Nach dem ersten Schreck riss Agathe Bach reflexartig sofort die Türe zu und drehte den Schlüssel herum – in der Hoffnung, den Einbrecher in den Büchereiräumen eingesperrt zu haben. Anschließend lief sie vor das Gebäude, wo ihre Tochter Brigitte im Auto wartete. „Einbrecher, ein Einbrecher“, rief Agathe Bach ihrer Tochter zu. Die reagierte geistesgegenwärtig, denn sie hatte kurz zuvor einen Mann weglaufen sehen – aus einem Bereich, wo die Bücherei an die Wallfahrtskirche Maria Egg angrenzt. „Dort ist doch keine Tür“, hatte sich Tochter Brigitte zuvor noch gewundert. Sie sah dann, dass der Mann sich auf ein Rad schwang, das an einer nahen Parkbank abgestellt war.

„Komm, wir verfolgen den Einbrecher“, rief Brigitte ihrer Mutter zu. Mit dem Auto fuhren sie hinter dem Radler her. Der wollte sich auf der Freistraße ortseinwärts aus dem Staub machen. „Polizei, Polizei“, rief Agathe Bach den Passanten am Straßenrand zu, doch die die erfassten die Situation nicht und blieben untätig stehen.

Auf Höhe des Feneberg-Marktes mussten Agathe Bach und ihre Tochter die Verfolgung abbrechen, da die Ampel auf Rot umgeschaltet hatte. Den Radler störte dies nicht, er missachtete das Rotlicht und bog danach Richtung Gumpen ab – wo sich seine Spur verlor.

Wie der Einbrecher in die Bücherei gelangt war, ist noch ein Rätsel. Die Türe war ordnungsgemäß versperrt, und es konnten auf den ersten Blick keine Einbruchsspuren festgestellt werden. Deshalb die Vermutung: Drei Tage zuvor, am vergangenen Mittwoch, war Büchereiausleihe. Es herrschte ein großer Andrang. Wahrscheinlich nutzte der spätere Einbrecher die Gelegenheit und entriegelte ein Fenster. Dann schob er einen Blumentopf vor das Fenster, damit es durch den Luftzug nicht aufgehen konnte. Am Samstag drückte er dann in einem unbeobachteten Augenblick von außen die Fensterflügel nach innen auf, wobei der Blumentopf vom Fenstersims fiel und umgekippt auf einem Büchertisch liegen blieb. Durch dieses Fenster flüchtete der Einbrecher wieder, als er ertappt worden war.

Dass der Unbekannte Bücher stehlen wollte, ist unwahrscheinlich. Vermutlich war er auf Bargeld aus. Doch das wenige Geld ist sicher in einem Tresor aufbewahrt.

Der Einbrecher wird von Agathe Bach und ihrer Tochter wie folgt beschrieben: ca. 170 Zentimeter groß, braune Haare, schlank und 40 bis 45 Jahre alt. Er machte einen ungepflegten Eindruck. Gekleidet war der Ganove mit einem blauen T-Shirt und einer Jeans. Außerdem trug er eine Sehhilfe.

Das Rad, mit dem der Täter flüchtete, hatte einen Korb sowie ein auffälliges blau/grünes Säckchen angebracht. Zu einem Diebstahl in der Bücherei kam es augenscheinlich nicht, da der Unbekannte wohl zu Beginn seiner Tat gestört worden war.

Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Schongau unter Telefon 08861/23460.

Michael Gretschmann

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