Extra einen Hochglanzprospekt hatte Bürgermeister Peter Ostenrieder für die Gemeinderatssitzung anfertigen lassen, um sein Transport-Konzept vorzustellen.
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Extra einen Hochglanzprospekt hatte Bürgermeister Peter Ostenrieder für die Gemeinderatssitzung im Juni anfertigen lassen, um sein Transport-Konzept vorzustellen.

E-Autos bereits bestellt

Peitinger „Bürgermobil“ nimmt Fahrt auf: Ab dem Frühjahr kostenlos von A nach B

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Das „Bürgermobil“ in Peiting nimmt Fahrt auf: Die Regierung von Oberbayern hat für das außergewöhnliche Pilot-Projekt großzügige Fördermittel in Aussicht gestellt. Für Peitings Bürger könnte das schon bald heißen: Freie Fahrt voraus – für null Euro!

Peiting – Es sind gute Nachrichten für ein mutiges Projekt der Gemeinde Peiting: Die Regierung von Oberbayern hat signalisiert, dass die Fördergelder für das „Bürgermobil“ so gut wie gesichert sind. „Bürgermobil“? Wir erinnern uns: Im Juni hatte der Peitinger Gemeinderat sich nach einer längeren Diskussion darauf geeinigt, den längst beerdigten Ortsbus zu ersetzen. Das Prinzip: Die Gemeinde schafft diverse Kleinfahrzeuge an, die von gemeindlich bestellten Fahrern jeden Bürger unter der Woche von A nach B bringen. Innerhalb der Gemeinde-Grenze.

Zwar gibt es seitens des bayerischen Verkehrsministeriums und der Regierung von Oberbayern noch keine offizielle Förderzusage. „Aber wir haben das Signal, dass wir loslegen und schon mal Autos bestellen können“, so Bürgermeister Peter Ostenrieder.

50 Prozent Förderung in Aussicht

Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Gemeinde Peiting bestellt Kleinwagen, stellt Fahrer ein. Die sind montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr auf Abruf bereit und fahren jedermann innerhalb der Ortsgrenzen von A nach B. Das Ganze hat freilich seinen Preis: 400 000 Euro Kosten sind für zwei Jahre anberaumt – so lange hat der Gemeinderat dem Projekt erst mal zugestimmt. Bei einer Förderquote von 50 Prozent, würde die Gemeinde Peiting dann jährlich noch 100 000 Euro aus der eigenen Kasse drauflegen. Im Vergleich zum längst beerdigten Ortsbus (jährliche Kosten: 10 000 Euro) durchaus eine beachtliche Summe.

Der Peitinger Gemeinderat hat dem mehrheitlich zugestimmt. Bürgermeister Peter Ostenrieder hat sich mit der Regierung von Oberbayern darauf abgestimmt, dass er schon mal loslegen kann, auch wenn die offizielle Förderzusage noch aussteht. Drei Fahrzeuge bei regionalen Händlern sind bereits bestellt, sie werden geleast. Und auch die Stellen für die Fahrer sollen demnächst ausgeschrieben werden.

Drei Elektroautos sind bereits bestellt

Ob gleich alle drei Autos im Einsatz sein werden ist fraglich. Geplant ist laut Ostenrieder erst mal zwei Autos zeitgleich aktiv einzuplanen. Das dritte Fahrzeug könnte parallel dazu beim Bauhof oder an der Lade-Station am Rathaus geladen werden – freilich handelt es sich bei allen drei Fahrzeugen um E-Autos. In Sachen Strom hat übrigens der Energie-Versorger LEW bereits zugesagt, ordentlich Strom für das Pilot-Projekt zu sponsern.

Auch RVO und die Bayerische Regio haben sich laut Ostenrieder über das Engagement der Peitinger gefreut. „Wir sind mit dem neuen Projekt ein Super-Zubringer.“

Übrigens: Für die Außenbereiche Birkland und Herzogsägmühle gibt es eine Sonderregelung. Die soll jetzt erarbeitet werden. Aussehen könnte das so: In diesen beiden Außenbereichen des Ortsbezirks Peiting fährt das Taxi beispielsweise nur zu bestimmten Zeiten, vielleicht im Zwei-Stunden-Turnus um 10, 12 und 14 Uhr. Das wird gerade bearbeitet.

Der Personenkreis indes, der das „Bürgermobil“ nutzen kann, ist keinesfalls eingeschränkt. Kann ich mich also um 16 Uhr zur Tankstelle fahren lassen, um dort eine Pulle Bier zu kaufen? Generell sei das theoretisch möglich, räumt Rathauschef Ostenrieder ein. Fügt jedoch hinzu: Das Hausrecht in den „Bürgermobilen“ haben die gemeindlich angestellten Fahrer. Sprich: „Wenn sich ein Fahrgast nicht ordentlich benimmt, können wir ihn rauswerfen oder nicht befördern.“

Die Kosten sind trotz Förderung enorm. Was rechtfertigt also dieses Pilotprojekt? „Die Gemeinde Peiting ist so weitläufig.“ Vor allem deshalb sei der Ortsbus so gut wie nicht angenommen worden, sagt Ostenrieder. Er räumt ein: „120 000 Euro, das ist viel Geld.“ Aber: „Bevor wir das einem Drittanbieter geben, halten wir lieber selber die Hand drauf.“ Der Rathauschef ist guter Dinge: Das „Bürgermobil“ könnte ein Vorzeige-Projekt für andere Kommunen werden. Der Start ist fürs Frühjahr 2022 anberaumt.

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