Einen „Fresskorb“ gibt’s zum Abschied mit Abstand für den langjährigen CSU-Ortsvorsitzenden Norbert Merk (Mitte). Auf ihn folgt als Interims-Ortsvorsitzender Michael Deibler (rechts), links Bürgermeister Peter Ostenrieder.
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Einen „Fresskorb“ gibt’s zum Abschied mit Abstand für den langjährigen CSU-Ortsvorsitzenden Norbert Merk (Mitte). Auf ihn folgt als Interims-Ortsvorsitzender Michael Deibler (rechts), links Bürgermeister Peter Ostenrieder.

„Ich bin das Handtuch auf der Liege am Pool“

Peitinger CSU: Merk geht, Deibler übernimmt - für zwei Jahre

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Große Aufregung, kleine Gesellschaft: Gerade mal 17 Personen waren es bei der viel diskutierten Hauptversammlung des CSU-Ortsverbandes Peiting in der Sporthalle Birkenried – sie haben Michael Deibler einstimmig zum Interims-Vorsitzenden gewählt, der nach 18 Jahren Norbert Merk ablöst.

Peiting – Jeder Besucher sitzt an diesem Abend mit FFP2-Maske an einem Einzeltisch. Gerade mal 17 sind gekommen – eine Zahl irgendwo zwischen Coronaausschuss und regulärer Gemeinderats-Besetzung. 13 Tische bleiben frei. Und so verabschiedet sich Norbert Merk an diesem Abend in diesem denkwürdig zurückgenommenem Rahmen nach 18 Jahren als CSU-Vorsitzender ungewohnt leise.

Für weitere 13 Mitglieder hatte man aufgestuhlt, die sind lieber zu Hause geblieben. Und haben damit die Klarstellung des Bürgermeisters in Sachen Präsenz-Veranstaltung verpasst, die den Gemeinderäten bereits am selben Tag zugekommen war. Peter Ostenrieder stellt klar: Mit der SPD-Fraktion und den Grünen habe er gesprochen, alles geklärt. Er fühlt sich „missverstanden“, den Artikel in den SN befindet er „als verstörend für viele Menschen“.

Wahlleiter ist der Bundeswahlkreisgeschäftsführer Leopold Hahn. Er geht auf den Zeitdruck in Sachen Delegiertenwahl ein. „Bis Ende Juni muss alles stehen, sonst steht die CSU nicht auf dem Stimmzettel im September. Die SPD habe keiner kritisiert. „Warum auch? War alles korrekt“, da kein Lockdown. So korrekt wolle man das auch machen. Briefwahl, bei aller Berücksichtigung neuer Vorschläge: „Die anzuwenden ist doch eine Herausforderung, wir sind mit so einer Versammlung besser beraten.“

Der Abschied fällt Merk schwer

Bei allem Aufruhr um die Präsenz-Veranstaltung, dann verdient im Mittelpunkt: Die Amtsübergabe von Ortsvorsitzendem Norbert Merk an Interims-Vorsitzenden Michael Deibler – der bekanntlich in zwei Jahren an Stephan Walter übergeben soll. Unter der Maske sieht man nicht all zu viel, und trotzdem merkt man es Merk an: Der Abschied fällt schwer. Als er gewählt worden war zum Ortsvorsitzenden vor 18 Jahren, da hätte er sich nie träumen lassen, „dass ich den längsten Ortsvorsitzenden, Gerhard Heiß, an Dienstjahren überholen würde“. Merk erinnert sich gerne an die vielen Empfänge mit prominenten Gästen ersten Ranges, nie wird er auch die drei Kommunalwahlen vergessen, die einen langen Atem erfordert hätten. „Vielleicht bin ich in meinem Elan manchmal zu direkt oder jemandem auf die Füße gestiegen.“

Da sehen die Mitglieder des CSU-Ortsverbandes an diesem Abend gerne drüber hinweg. Von Neu-Vorsitzendem Deibler gibt’s einen „Fresskorb“. Er stellte klar, dass er sich – auch mit Blick auf die Kommunalwahl, in der er als Bürgermeister-Kandidat angetreten war – keinesfalls als Lückenbüßer fühle. Auch wenn er dem Ortsverein nur zwei Jahre vorstehen wird. „Ich bin eher ein Platzhalter, ich bin das Handtuch auf der Liege am Pool.“ Na, wenn das mal trotz aller Abschiedsstimmung keine sonnigen Aussichten für die CSU in Peiting sind.

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