Die Bäume entlang des Friedhofs in Peiting sollen erhalten bleiben. Dafür will die Gemeinde den Gehweg auflösen.
+
Die Bäume entlang des Friedhofs sollen erhalten bleiben. Dafür will die Gemeinde den Gehweg auflösen. Passanten müssten dann auf die gegenüberliegende Seite wechseln.

Marktgemeinderat

Peitinger Friedhof: Bäume statt Gehweg

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Schon länger hat der Gehweg entlang des Friedhofs in der Friedhofstraße in Peiting den Kampf gegen die Wurzeln der dort wachsenden Bäume verloren. Weil eine Passantin wegen des unebenen Belags bereits stürzte und sich verletzte, hat sich nun der Gemeinderat mit dem Problem befasst.

Peiting – Das Problem ist nicht neu. In der Vergangenheit hätten sich bereits mehrfach Bürger über den schlechten Zustand des Gehwegs entlang des Friedhofs in der Friedhofsstraße beschwert, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Wurzel allen Übels ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn es sind die Bäume, die dem Gehweg übel mitgespielt haben. Deren Wurzeln haben diesen angehoben, sodass die Verbindung mehr einer Buckelpiste gleicht. Im Bereich der größeren Wurzeln ist der Asphalt gebrochen und steht mehrere Zentimeter heraus. Einer Passantin sind diese Stolperfallen laut Bürgermeister bereits zum Verhängnis geworden. Sie stürzte und verletzte sich. „Wir müssen deshalb unbedingt etwas unternehmen.“

In der Verwaltung hatte man sich bereits Gedanken gemacht, wie eine mögliche Lösung aussehen könnte. Um die drei Robinien vor dem Friedhof zu erhalten, soll der Gehweg in diesem Bereich aufgelöst werden. Dieser werde ohnehin oft als Parkplatz missbraucht, sagte Marktbaumeister Fabian Kreitl, und er sei durch die Bäume sehr eng. Alternativ könnten Passanten den Gehweg auf der anderen Straßenseite nutzen, dessen Bordstein dafür abgesenkt würde.

Doch nicht nur vor dem Friedhof gibt es Handlungsbedarf. Auch vor der Wohnbebauung im weiteren Verlauf haben die dort wachsenden Bäume den Gehweg schwer beschädigt. „Die Robnien sind für Stadtbäume einfach zu groß“, sagte Kreitl. Die vier Bäume sollen deshalb gefällt und durch kleinere Varianten ersetzt werden. Bauhof-Chef Tim Osterhaus hatte sich bereits schlau gemacht und mehrere Alternativen herausgesucht. Dazu zählten etwa die Felsenbirne und eine bestimmte Eschenart. „Wichtig ist, dass sie maximal zehn Meter groß werden und streusalztauglich sind“, sagte er.

Ganze Arbeit haben die Wurzeln der Bäume geleistet. Der Asphalt ist an vielen Stellen aufgebrochen.

Damit dem neuen Gehweg nicht das gleiche Schicksal ereilt wie dem jetzigen, sollen sogenannte Baumscheiben zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Platten bzw. Gitter aus Beton oder Metall, die den Wurzelraum überdecken. Diese seien befahrbar, Gehweg und Stellplätze könnten so ohne Einschränkungen genutzt werden, so Kreitl.

Der Vorschlag der Verwaltung rief im Gremium unterschiedliche Reaktionen hervor. Hermann Mödl etwa zeigte sich skeptisch. Er sei nicht dafür, den Gehweg vor dem Friedhof aufzulösen. Gerade bei Beerdigungen würden viele Besucher dort stehen, ehe sie den Friedhof betreten, gab der BVP-Rat zu bedenken. Eher könne er sich noch vorstellen, die Friedhofsmauer zu entfernen, um mehr Platz schaffen. Eine Idee, die auch Alfred Jocher (Unabhängige) aufgriff. „Wir sollten überlegen, die Mauer zu versetzen, auch wenn das Geld kostet.“ Im Sommer würden die Leute lieber dort laufen, wo Schatten sei. Franz Seidel (BVP) hingegen hielt die Planung für „vorstellbar“, ganz im Gegensatz zur Versetzung der Mauer. Auch Ostenrieder riet davon dringend ab, das sei ein Riesenaufwand. Eine Kostenschätzung für beide Varianten, wie sie Norbert Merk (CSU) anregte, sei da gar nicht nötig. Eher noch könne er sich vorstellen, den Weg innerhalb des Friedhofs entlang der Mauer zu asphaltieren. Am einfachsten wär es natürlich, auch hier die Bäume zugunsten des Gehwegs zu fällen. „Ich finde aber, dass die Bäume dem Friedhof gut tun, deshalb wollen wir sie erhalten.“

Während Claudia Steindorf (SPD) wissen wollte, ob mit den Anliegern gesprochen worden sei (Ostenrieder: „Das haben wir nicht“), brachte Andreas Schmid (BVP) einen neuen Eingang für den Friedhof ins Spiel. Dieser könne anstelle der alten Friedhofsgarage im Westen geschaffen werden, schlug er vor. Passanten würden so direkt in den Friedhof geleitet. „Den Gehweg außerhalb bräuchten wir dann nicht mehr.“

Einen Beschluss fasste das Gremium nicht. Eigentlich habe man einen Ortstermin geplant gehabt, um die Situation vor Ort zu erläutern, sagte Ostenrieder. Dies sei wegen der aktuellen Situation allerdings nicht möglich. „Ich bitte Sie deshalb, sich in den nächsten Tagen selbst ein Bild zu machen, damit wir dann in einer der nächsten Sitzungen über das weitere Vorgehen beraten können.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare