3G oder 2G: Wohin führt der Weg?
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Im Peitinger Gemeinderat gilt vorerst keine 3G-oder 2G-Regelung.

Corona-Pandemie

Peitinger Gemeinderat tagt vorerst weiter ohne 3G-Regel

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Seit Anfang September gilt in vielen Bereichen des täglichen Lebens die 3G-Regelung. Für den Gemeinderatsbesuch in Peiting braucht es vorerst keinen Nachweis, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Die Verwaltung setzt auf die Eigenverantwortung der Teilnehmer und das Hygienekonzept.

Peiting – Nur noch geimpft, genesen oder getestet in die Sitzungen: Was in Steingaden bereits beschlossene Sache ist und in Schongau voraussichtlich in der nächsten Stadtratssitzung diskutiert werden soll, wird in Peiting vorerst kein Thema sein. Jedenfalls aus Sicht der Verwaltung. „Wir werden das nicht einführen“, sagt Bürgermeister Peter Ostenrieder auf Nachfrage der SN.

Er verweist auf die aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die eine solche Pflicht derzeit für Gremiumssitzungen nicht vorsehe. Würde man vom Hausrecht Gebrauch machen und die 3G-Regelung einführen, müsste diese zum einen kontrolliert werden, was Mehraufwand bedeute. Zum anderen müssten auch die Zuschauer einen entsprechenden Nachweis erbringen, was manch einen vom Besuch abhalten könnte. „Uns ist die Öffentlichkeit sehr wichtig, weshalb wir es so einfach halten wollen wie möglich.“

Viele Schutzmaßnahmen ergriffen

Was die Infektionsgefahr angeht, sind die bisher ergriffenen Maßnahmen aus Sicht des Rathauschefs ausreichend. So stellt die Gemeinde den Räten Selbsttests zur Verfügung, es gilt Maskenpflicht bis an den Platz. Zudem tage das Gremium in der großen Schlossberghalle, die über eine Lüftungsanlage verfüge und wo Abstände gut eingehalten werden könnten, sagt Ostenrieder. Er verweist auch auf die aktuell noch vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen und geringe Krankenhausauslastung im Landkreis.

Doch wie sehen es die Fraktionen im Gemeinderat? SPD-Sprecher Herbert Salzmann hält eine 3G-Regelung im Moment ebenfalls für nicht notwendig. „Wir haben Abstand, eine CO2-Ampel und eine Lüftungsanlage.“ Allerdings: Sollte die Inzidenz wieder über 100 steigen, kann sich Salzmann eine strengere Regelung vorstellen. Er habe damit kein Problem, „ich bin geimpft“. Das gelte allerdings nicht für jedes Mitglied im Gremium, weiß der SPD-Fraktionschef.

Einer 3G-Pflicht steht man auch in der CSU zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch gegenüber. Man setze auf die Vernunft und die Eigenverantwortung jedes Ratsmitglieds, sagt Fraktionschef Michael Deibler. „Die Tests stehen ja zur Verfügung.“ Auch von den Zuschauern könne man erwarten, dass keiner krank zur Sitzung komme.

Auf Eigenverantwortung setzen

Ähnlich äußern sich auch Marion Gillinger (ÖDP) und Franz Seidel (BVP). Sie sehe sich persönlich ohne 3G in keiner Gefahr. „Wir tragen Maske, halten Abstand, in der Halle wird gelüftet, dazu gibt es die Selbsttests“, so Gillinger. „Egal ob geimpft oder ungeimpft: die Eigenverantwortung ist wichtig und dazu gehört, dass sich jeder vor der Sitzung freiwillig testet“, betont Seidel. Er persönlich wisse gar nicht, wer in der Fraktion bereits gegen Corona geimpft sei.

Nur für sich kann Alfred Jocher von den Unabhängigen Peitingern sprechen. In der Fraktion sei 3G bislang kein Thema gewesen. Er persönlich habe eine lockere Einstellung und sei auch noch nicht geimpft. „Das muss jeder für sich entscheiden.“

Erwartungsgemäß andere Töne schlägt dagegen Dr. Günter Franz von den Grünen an. Er persönlich könne sich eine 3G-Regelung gut vorstellen, er tendiere sogar zu 2G, also nur geimpft und genesen, sagt der Mediziner. Allerdings habe man dies in der Fraktion bislang noch nicht diskutiert, schränkt Franz ein, der noch im Urlaub weilt. „Wir werden das aber demnächst sicher thematisieren.“

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