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Das Juze in Peiting.

Jahresbericht des Jugendzentrums

Peitinger Jugendarbeit: In Zukunft digitaler und mobiler

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Das Jugendzentrum „Go In“ ist ein beliebter Anlaufpunkt für die Peitinger Jugendlichen. Im Gemeinderat hat sein Leiter Jürgen Schaffarczik jetzt einen Blick hinter die Kulissen der Einrichtung gewährt. Dabei ging es auch um die Auswirkungen der Corona-Krise und die Frage nach mehr mobiler Jugendarbeit.

Peiting – Es war eine interessante und vor allem beeindruckende Rechnung, die Jürgen Schaffarczik zu Beginn seines Jahresberichts im Peitinger Gemeinderat aufmachte. Seit 1981 gibt es das Jugendzentrum in Peiting bereits, erst in der Schloßberghalle, seit 1989 im altehrwürdigen Gebäude in der Lorystraße. Seitdem hätten ganze acht Generationen an Jugendlichen die Einrichtung besucht, rechnete er vor. Während die jungen Besucher über die vier Jahrzehnte hinweg munter durchwechselten, herrschte an der Spitze eine auffällige Konstanz. Sechs Einrichtungsleitungen und fünf pädagogische Mitarbeiter zählte Schaffarczik auf. Zahlen, die zeigten, dass das Peitinger Jugendzentrum nicht zu unrecht oft als Institution in der Marktgemeinde bezeichnet wird.

Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren kommen laut Schaffarczik gerne in die Einrichtung, die 31 Stunden in der Woche geöffnet hat. Die meisten stammen aus Peiting, im Schnitt sind weniger Mädchen als Buben unter den Besuchern. Genaue Zahlen zum abgelaufenen Jahr konnte der Einrichtungsleiter noch nicht liefern, man bewege sich aber bei der Besucherzahl im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. 2018 hatten 6600 Jugendliche die Angebote des Juze wahrgenommen.

WLAN als großer Pluspunkt

Für die neuen Gemeinderäte, die Schaffarcziks jährlichen Rapport zum ersten Mal hörten, ging der Juze-Chef noch einmal ausführlich auf die Aufgaben seiner Einrichtung ein. So fördere man nicht nur die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, sondern berate auch Eltern und fungiere als zweite Bildungseinrichtung neben der Schule, betonte Schaffarczik. Dabei sei ein niederschwelliges Angebot wichtig, denn gerade in der heutigen durchgeplanten Zeit bräuchten Jugendlichen einen Ort, wo keine großen Anforderungen auf sie warten würden. Entsprechend beliebt ist deshalb auch der offene Betrieb. „Seit neuestem haben wir auch WLAN, das ist natürlich sehr gefragt und im Zuge der Digitalisierung ein Pluspunkt, den wir anbieten können“, sagte der Juze-Leiter.

Digitale Jugendarbeit hat zugenommen - wegen Corona

Überhaupt stand die digitale Jugendarbeit in den vergangenen Monaten im Mittelpunkt, wenn auch nicht ganz freiwillig. Wegen der Corona-Pandemie hatte bekanntlich auch das Jugendzentrum schließen müssen. Den Kontakt zu seinen Jugendlichen versuchte das Team über das Internet zu halten, mit Video-Brettspiel-Tipps, kurzen Clips oder per Social Media. „Für uns war das ein Riesenaufwand und Kraftakt“, gab der Leiter zu. „In den letzten Jahren haben wir auf dem Gebiet wenig gemacht.“ Das werde sich in Zukunft ändern, kündigte er an. Wenngleich Franz Seidel (BVP) einwarf, dass dadurch das Persönliche nicht in den Hintergrund geraten dürfe. „Es ist wichtig, dass Gleichaltrige zusammenkommen.“

Der Corona-Krise fielen heuer auch die beliebten Brettspieltage zum Opfer. In dem Zug verwies der Leiter auf den Brettspiel-Verleih, den das Juze anbietet und der gut nachgefragt werde. Äußerst beliebt seien in der Vergangenheit auch die Konzerte gewesen, die die Jugendlichen selbst organisierten.

Zahl unorganisierter Jugendlicher steigt

So beliebt das Juze und sein Angebot bei vielen jungen Peitingern auch ist: Nicht alle können mit der Einrichtung etwas anfangen. Die Zahl der Jugendlichen, die nicht in irgendeiner Form organisiert sind, werde immer mehr, stellte Michael Deibler (CSU) fest, der deshalb wissen wollte, welche Möglichkeiten bestünden, auch diese jungen Menschen einzubinden.

Tatsächlich sei diese Tendenz da, bestätigte Schaffarczik die Beobachtung Deiblers. Prinzipiell sei die Jugendarbeit nicht an einen Ort gebunden. „Ich sehe schon den Bedarf, dass wir mehr rausgehen.“ Allerdings müsste das mit dem Jugendamt geklärt werden, denn eine mobile Jugendarbeit sei auch eine Frage des Personals, gab er zu bedenken. „Unsere Arbeit hier muss sich ein Stück weit verändern.“

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